Darum gehts
- Prinz Harry und Meghan Markle sorgten 2020 mit dem «Megxit» für Aufsehen
- Harrys Memoiren «Spare» belasteten Beziehungen zu Vater und Bruder massiv
- Kein Treffen mit Sohn Harry bei Charles' US-Aufenthalt
Es war einer der grössten Skandale der britischen Königsfamilie im 20. Jahrhundert: Edward VIII. (1894–1972) verzichtete lieber auf den Thron als auf seine Liebe zu der geschiedenen Amerikanerin Wallis Simpson (1896–1986). Seither hat kaum eine Liebesgeschichte am britischen Hof für so viel Furore gesorgt – bis Meghan Markle (44) 2016 in das Leben von Prinz Harry (41) trat.
Seit 2018 ist die Schauspielerin mit dem jüngsten Sohn von König Charles III. (77) verheiratet. Mit dem Leben als Royal und den dazugehörigen Regeln konnte sich die Herzogin nie richtig anfreunden, und auch Prinz Harry bekundete zunehmend Mühe damit. So kam es 2020 zum geschichtsträchtigen «Megxit»: Harry kündigte an, sich gemeinsam mit seiner Frau als arbeitende Royals zurückzuziehen – ein Schritt, der nicht ohne Folgen und Aufschrei blieb. Einige Monate nach der Ankündigung verdeutlichten die beiden ihre Absichten, indem sie Grossbritannien den Rücken kehrten und erst nach Kanada, dann nach Montecito, Kalifornien, zogen.
Dieser ersten Erschütterung folgte in Form eines historischen Interviews mit Oprah Winfrey (72) 2021 eine weitere. Darin sprach das Paar nicht nur über fehlende Unterstützung und Rassismus innerhalb des Königshauses, sondern auch über psychische Belastungen und Meghans Suizidgedanken sowie darüber, dass ihrem Sohn zunächst kein Prinzentitel zugestanden worden sei. Die offenen Worte vor einem Millionenpublikum sorgten weltweit für Schlagzeilen und vertieften die Kluft zwischen Harry und seiner Familie weiter.
Eigene Veröffentlichungen sorgen für Kluft
Mit dem Interview war es jedoch noch nicht genug, das Paar legte mit ihrer eigenen Netflix-Doku-Serie «Harry & Meghan» nach. Nicht nur sprachen sie erneut deutlich offener, als es ihnen der Hof je erlaubt hätte, sondern liessen mit dem Gesagten auch noch die Kassen klingeln. Auch der Tod von Königin Elizabeth II. im Jahr 2022 vermochte es nicht, die zerstrittenen Seiten näherzubringen. Zwar reiste Prinz Harry für die Beisetzung nach England, wirkte dort allerdings deutlich isoliert innerhalb der königlichen Familie.
Der grösste Vertrauensbruch aus Sicht von Vater König Charles sollte allerdings erst noch kommen: Die Veröffentlichung von Prinz Harrys Memoiren «Spare» 2023. Das Buch belastete nicht nur sein Verhältnis zu seinem Vater weiter, sondern vertiefte auch die Kluft zu seinem Bruder Prinz William (43) erheblich. Bis heute gilt das Verhältnis der beiden als stark angespannt.
Grosse Distanz auf mehreren Ebenen
Erste Anzeichen einer Annäherung zwischen Prinz Harry und seinem Vater gab es im Zuge der Bekanntmachung der Krebserkrankung von König Charles 2024, in dessen Folge sein Jüngster zu ihm nach England reiste. Von einer ernsthaften Versöhnung konnte jedoch auch in der darauf folgenden Zeit keine Rede sein. So weilte Prinz Harry im Mai 2024 im Zusammenhang mit dem zehnjährigen Jubiläum seiner Invictus Games in seiner alten Heimat London, wo es dennoch zu keinem Treffen mit seinem Vater kam. Offiziell hiess es, die Terminlage lasse dies nicht zu. Anders sah es dann im vergangenen September aus, als der Prinz wieder in der britischen Hauptstadt war und sich dabei mit seinem Vater zu einer Tasse Tee traf. Es war das erste Wiedersehen der beiden nach 20 Monaten.
Nun wird der König für einige Tage in der neuen Heimat seines Sohnes sein, doch zu einer Begegnung soll es dennoch nicht kommen. Daran ist wohl nicht nur die Distanz von knapp 3800 Kilometer zwischen Montecito und Washington D.C. schuld, sondern auch die noch immer vorhandene emotionale Distanz zwischen dem Vater-Sohn-Duo.