Darum gehts
- König Charles III. überrascht: Prinz Harry kehrt mit Familie nach England zurück
- Die Sussexes ziehen in keine royale Residenz, Kinder starten Schulbesuch im September
- Charles an Krebs erkrankt, Harry drängt zur Rückkehr: «Das Leben ist kostbar»
Das hat gesessen. König Charles III. (77) soll völlig überrumpelt gewesen sein, als ihm sein jüngster Sohn Prinz Harry (41) am vergangenen Sonntag eröffnete, dass er mit Gattin Herzogin Meghan (45) und den Kindern Archie (7) und Lilibet (5) noch diesen Monat von Kalifornien nach Grossbritannien zurückkehren will. Die Kinder sollen ab September eine Schule besuchen. In einem royalen Anwesen wollen die Sussexes allerdings nicht wohnen.
Die britische Zeitung «The Telegraph» veröffentlichte die Erstmeldung in der Nacht auf Donnerstag – und löste damit einen Megxit-Hammer der besonderen Art aus. Royale Experten zeigen sich überrascht, überrumpelt, ja teilweise schockiert. Und der Buckingham-Palast? Schweigt. Kein Ja. Kein Nein. Das lässt sich damit erklären, dass der Palast private Familienangelegenheiten grundsätzlich nicht kommentiert. Aber machen wir uns nichts vor: Diese Familie ist alles andere als privat geworden.
Raffinierter Zeitpunkt
Seit Harry und Meghan am 8. Januar 2020 ihren Rückzug als arbeitende Royals verkündeten, haben sie die Königsfamilie öffentlich auseinandergenommen. Das Skandalinterview bei Oprah Winfrey (72) im März 2001, ihre Netflix-Doku und Harrys Abrechnungs-Biografie «Spare»: Es geht um Rassismusvorwürfe von Meghan gegen Mitglieder der Königsfamilie, die Frage nach der möglichen Hautfarbe ihres ungeborenen Sohnes, fehlende Unterstützung bei psychischen Problemen und den Vorwurf, Familienmitglieder hätten die Medien mit Informationen gegen Harry und Meghan gefüttert. Das Beben hinter den Palastmauern war gigantisch.
Und jetzt? Jetzt kommt Harry zurück. Der Zeitpunkt könnte kaum raffinierter gewählt sein. Denn King Charles III. kämpft weiter gegen den Krebs. Kein Tag mit dem eigenen Vater ist selbstverständlich. Harry selbst machte im vergangenen Jahr im BBC-Interview deutlich, wie sehr ihn die Sorge um Charles beschäftigt: «Das Leben ist kostbar. Ich weiss nicht, wie lange mein Vater noch zu leben hat», sagte er.
Grösster Triumph
Genau darin liegt der eigentliche Geniestreich dieser Rückkehr. Charles lebt. Harry kann noch zu seinem Vater zurückkehren – nicht irgendwann nach einer Beerdigung, sondern jetzt. Und plötzlich drängt sich ein biblisches Bild auf: die Geschichte vom verlorenen Sohn aus dem Lukasevangelium. Der jüngere Sohn verlangt sein Erbe, zieht fort, verschwendet sein Vermögen und kehrt schliesslich zum Vater zurück. Der Vater empfängt ihn voller Freude. Der ältere Bruder ist empört und eifersüchtig. Die Botschaft: Vergebung und bedingungslose Liebe. Wer heimkehrt, wird nicht verstossen.
Natürlich ist Windsor keine Sonntagsschule. Aber die Parallele ist frappant. Einer blieb. Einer ging. Einer erfüllt die Pflicht für die Krone. Einer verlangte Freiheit und rechnete öffentlich mit der Familie ab. Und nun steht derjenige wieder vor der Tür, der sie einst hinter sich zugeschlagen hat. Ob Prinz Harry damit tatsächlich wieder einen Platz in der Königsfamilie findet, ist eine andere Frage. Als Sohn aber hat er den Schlüssel zur Tür, die ihm als Royal längst verschlossen ist, nie ganz verloren.
Und vielleicht ist genau das sein grösster Trumpf. Denn solange Charles lebt, gibt es für den verlorenen Sohn noch einen Vater, der ihm die Tür öffnen kann.