Darum gehts
- Fünf Kronprinzessinnen in Europa könnten gleichzeitig Königinnen werden: Ingrid, Amalia, Leonor, Victoria, Elisabeth
- Amalia verzichtete auf 1,6 Millionen Euro Apanage und unterstützt LGBTQ-Rechte
- Victoria von Schweden wird wohl zuerst Königin – wegen der gesetzlichen Thronfolgeänderung von 1980
Vorbei sind die Zeiten, in denen in der Monarchie nur Männer das Sagen hatten. Die Zukunft der europäischen Royals ist weiblich. Zumindest gibt es derzeit fünf Kronprinzessinnen, die jetzt schon mit den Hufen scharren – und möglicherweise einmal alle gleichzeitig Königinnen sind: Ingrid Alexandra von Norwegen (22), Catharina-Amalia der Niederlande (22), Leonor von Spanien (20), Victoria von Schweden (49) und Elisabeth von Belgien (24).
Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass sie das traditionelle Rollenbild der Monarchin auf den Kopf stellen werden. Sie sind selbstbewusst, studieren an Topunis und sind militärisch gut ausgebildet, genau wie ihre männlichen Kollegen.
Das musste erst passieren
Dass sie alle fünf überhaupt Königinnen werden können, verdanken die Königshäuser einer Modernisierungswelle um die Jahrtausendwende. Jahrhundertelang galt, dass entweder nur männliche Nachkommen den Thron besteigen können oder diese der weiblichen Erstgeborenen vorgezogen werden.
Letzteres gilt im Falle des spanischen Königshauses im Übrigen noch immer; allerdings kam nach Kronprinzessin Leonor «nur noch» Prinzessin Sofía (19) zur Welt.
Prinzessin Leonor scheint überdies nicht viel von traditionellen Rollenbildern zu halten. Als erste Frau überhaupt in der spanischen Königsfamilie absolvierte sie eine dreijährige militärische Ausbildung, denn als Königin wird sie einmal Oberbefehlshaberin der Armee. Seit kurzem studiert sie in Madrid Politikwissenschaft.
Hoffnungsträgerinnen der Monarchie
Catharina-Amalia der Niederlande steht vielleicht wie keine Zweite für die Modernisierung der Monarchie. Als sie 18 wurde, verzichtete sie als erste niederländische Thronfolgerin überhaupt freiwillig auf die ihr zustehende jährliche Apanage von rund 1,6 Millionen Euro. Ausserdem stellte die Regierung 2021 klar, dass Thronfolger in den Niederlanden – und somit theoretisch auch Amalia – bei einer gleichgeschlechtlichen Ehe ihren Thronanspruch nicht mehr verlieren würden. Amalia spricht zudem sehr offen über psychische Gesundheit.
Dass Ingrid Alexandra von Norwegen einmal Königin wird, verdankt sie einer Reform von 1990. Sonst hätte ihr Bruder Sverre Magnus (20) einmal den Thron bestiegen. Heute gilt Ingrid Alexandra längst als Hoffnungsträgerin der norwegischen Monarchie.
Inmitten des derzeit so zerrütteten Königshauses vermittelt sie Hoffnung auf einen Neuanfang. Die Prinzessin wirkt bodenständig und modern, vor ihrem 18. Geburtstag jobbte sie in einem Restaurant.
Elisabeth von Belgien beeindruckt vor allem durch ihren akademischen Ehrgeiz: Nachdem sie Geschichte und Politik an der Universität Oxford studiert hatte, setzte sie ihr Studium an der Eliteuniversität Harvard in den USA fort.
Sie ist die Pionierin
Voraussichtlich wird Victoria von Schweden die Erste der Kronprinzessinnen sein, die einmal Königin wird. Sie ist die erste Frau der Geschichte, die durch eine Gesetzesänderung ihren jüngeren Bruder in der Thronfolge überholt. 1980 wurde die Erstgeborenen-Regel um Töchter erweitert. Ihr Vater Carl XVI. Gustaf fand diese Veränderung «furchtbar».
Auch in anderer Hinsicht ist Prinzessin Victoria modern und eigenwillig. 2010 heiratete sie ihren Fitnesstrainer Daniel Westling (52). Als eine der ersten Royals sprach sie über ihre Magersucht und ihre Legasthenie. Damit brach sie ein riesiges Tabu und wurde zur Identifikationsfigur für viele junge Menschen.