Darum gehts
- Hollywood-Biopic «Michael» musste wegen Vertragsklausel komplett überarbeitet werden
- Zusätzliche Dreharbeiten kosteten 15 Millionen Dollar, Jackson-Nachlass zahlte
- Schweizer Premiere heute in Zürich, landesweiter Kinostart ab 22. April
Ein Anwalt liest einen alten Vergleich. Entdeckt eine Klausel. Und plötzlich ist ein fast fertiger Hollywoodfilm wertlos. Laut «Variety» ist das genau beim Biopic «Michael» passiert. Gemäss dem Magazin sollte der Streifen mit einer der dunkelsten Szenen aus Jacksons Leben beginnen: Ermittler sind bereits auf dem Weg nach Neverland in Kalifornien – Michael Jacksons Anwesen. Der Sänger steht vor dem Spiegel, während draussen Polizeilichter flackern.
Was sich hier anbahnt, hat seinen Ursprung im Jahr 1993. Damals beschuldigte Evan Chandler (1944–2009), ein Zahnarzt aus Los Angeles, den Popstar, seinen damals 13-jährigen Sohn Jordan Chandler (46) sexuell missbraucht zu haben – ein Skandal, der den King of Pop für immer verfolgen sollte. Die Vorwürfe endeten ein Jahr später und wurden ohne Gerichtsverfahren geregelt: 1994 zahlte Michael Jackson der Familie umgerechnet rund 20 Millionen Dollar. Kurz darauf, 1995, erklärte sich Jordan Chandler rechtlich unabhängig von seinen Eltern. So rahmte dieses Kapitel nicht nur den Anfang des Films, sondern zog sich auch durch den gesamten dritten Akt.
Ein wichtiger Teil der Geschichte fällt weg
In einem alten Vergleich mit Jordan Chandler steckte eine von den Filmemachern übersehene Bedingung: Er darf in keinem Film erwähnt oder dargestellt werden. Der Anfang musste verändert, das Ende komplett neu geschrieben werden.
Gemäss dem US-Bericht versammelte sich die Crew im Juni 2024 schliesslich für 22 zusätzliche Drehtage in Los Angeles. Die Kosten für den zusätzlichen Dreh sollen ungefähr 15 Millionen Dollar betragen haben. Das Jackson-Estate, das das Erbe des Musikers verwaltet und das den Fehler zu verantworten hatte, soll die Rechnung übernommen haben – und sicherte sich dafür eine Kapitalbeteiligung am Film. Das ursprüngliche Budget soll bei 155 Millionen Dollar gelegen haben.
Man erwartet einen grossen Kinoansturm
Das neue Finale zeigt Michael Jackson strahlend auf der «Bad»-Tour, bereit für die Bühne. Nun rückt der Konflikt mit seinem dominanten Vater Joe – gespielt von Colman Domingo (56) – ins Zentrum. Den Sänger selbst spielt sein Neffe Jaafar Jackson (24). Die Missbrauchsvorwürfe werden komplett ausgeblendet.
An der Kinokasse erwarten die Studios Grosses: Über 55 Millionen Dollar am Startwochenende in den USA werden prognostiziert, intern hofft man insgesamt auf 700 Millionen Dollar weltweit. Weil Produzent Graham King (64) ursprünglich über dreieinhalb Stunden Material zusammengeschnitten hatte, ist ausserdem eine Fortsetzung des Films in Planung.
Heute, 21. April, feiert «Michael» seine Schweizer Premiere im Zürcher Abaton-Kino – bevor der Film ab dem 22. April landesweit in den Kinos läuft.