Darum gehts
- Laura Pausini tritt auf ihrer Welttournee auch in der Schweiz auf
- Sie singt in fünf Sprachen und liebt die Schweizer Ovomaltine
- Ihr Konzertprogramm umfasst 70–75 Prozent eigene Songs, Dauer: 2,5 Stunden
1993 holte Laura Pausini (52) als 18-Jährige mit «La solitudine» beim Sanremo-Festival den Sieg in der Newcomer-Kategorie. Es war der Start einer Weltkarriere. 2021 folgte der Golden Globe für ihren Hitsong «Io sì (Seen)». Nun geht die italienische Pop-Queen wieder auf Tour – und legt auch in der Schweiz einen Stopp ein.
Blick: Sie lieben Ovomaltine, haben Sie mir im letzten Interview verraten. Ist Ihr Vorrat zu Hause aufgebraucht?
Laura Pausini: (Lacht.) Jaaa! Ich liebe sie tatsächlich total und kaufe sie immer, wenn ich in der Schweiz bin. Sie erinnert mich an meine Kindheit und die Zeit in Schaffhausen. Ich habe dort noch Verwandte.
Wie sind Ihre Schweizer Fans?
Die sind immer total laut! Ich bin sehr gerne in der Schweiz, auch ihretwegen. Sie schreien mit mir, sie singen mit mir und sie sind immer da.
Auf ihrem Anfang Jahr erschienenen Album «Io canto 2» singen Sie sogar auf Deutsch. Wie war das?
Ich liebe Sprachen und spreche fünf fliessend. Aber das reicht mir nicht. Durch Musik wollte ich eigentlich Japanisch oder Chinesisch lernen, fand aber kein passendes Lied. Dann stiess ich auf «Wenn du an Wunder glaubst» von Gino Paoli, gesungen von Mina. Das hat sofort gepasst!
Wie lief die Aufzeichnung?
Weil ich auf der Demo mit meiner Aussprache nicht zufrieden war, habe ich eine Lehrerin aus Hamburg engagiert, die mir alles übersetzt hat. Ich wollte nicht nur phonetisch, sondern auch mit der Seele im Song sein. Mit dem Endergebnis bin ich sehr zufrieden. Aber es war sehr schwer, Deutsch ist keine leichte Sprache. Ich habe auch nie Deutsch gelernt, als ich bei meinen Verwandten in Schaffhausen war.
Auch eine französisch-italienische Version des Songs «Due vite» von Marco Mengoni haben Sie aufs Album genommen. Mengoni war 2023 mit dem Lied beim ESC – ein Jahr nachdem Sie den Wettbewerb moderierten.
Ja, ich wollte Marco meinen Tribut zollen, weil er einer meiner Lieblingskünstler in Italien ist. Und ich fand die Idee grossartig, mit dem eigentlich italienischen Titel nun auch meinen französischen Fans diese Welt zu zeigen. Zudem bin ich bis heute ein grosser Fan des Eurovision Song Contest.
Michelle Hunziker hat den Event nach Ihnen in der Schweiz moderiert. Haben Sie das verfolgt?
Ja, sie ist eine gute Freundin von mir, sie ist fantastisch. Ich kann mich natürlich nicht mit ihr vergleichen, sie ist die echte Moderatorin. Vielleicht können wir ja gemeinsam durch den ESC führen, wenn Italien wieder gewinnt. Ich kann diesen Moment kaum erwarten.
Auf ihrem Tourneeplan steht auch ein Konzert beim Isla Bonita Love Festival auf der Kanaren-Insel La Palma, einem Pride-Festival. Wie wichtig ist Ihnen die LGBTQ-Gemeinde?
Mir ist wichtig, die Menschen nicht in Kategorien zu unterteilen. Mensch ist für mich einfach Mensch. Ich beurteile Menschen nach der Art, wie sie mit mir umgehen. Und ich freue mich sehr auf dieses Konzert. Ich habe extra die Setliste für den Event angepasst und spiele dort auch spanische Lieder.
Laura Pausini (52) gehört zu den bekanntesten italienischen Stars, hat weltweit über 75 Millionen Tonträger verkauft und verzeichnet über 8 Milliarden Streams. 2006 gewann sie als erste Italienerin einen Grammy. Zudem ergatterte sie bis heute vier Latin Grammys. 2021 wurde sie mit einem Golden Globe für den besten Filmsong ausgezeichnet. Das Lied «Io sì (Seen)» bescherte ihr darüber hinaus eine Oscarnominierung. Mit ihrem Gitarristen Paolo Carta (59) ist sie seit über 21 Jahren zusammen, gemeinsam haben sie die dreizehnjährige Tochter Paola.
Laura Pausini (52) gehört zu den bekanntesten italienischen Stars, hat weltweit über 75 Millionen Tonträger verkauft und verzeichnet über 8 Milliarden Streams. 2006 gewann sie als erste Italienerin einen Grammy. Zudem ergatterte sie bis heute vier Latin Grammys. 2021 wurde sie mit einem Golden Globe für den besten Filmsong ausgezeichnet. Das Lied «Io sì (Seen)» bescherte ihr darüber hinaus eine Oscarnominierung. Mit ihrem Gitarristen Paolo Carta (59) ist sie seit über 21 Jahren zusammen, gemeinsam haben sie die dreizehnjährige Tochter Paola.
Wie werden die Konzerte in der Schweiz sein?
Es gibt natürlich Lieder vom neuen Album mit den Coversongs, aber rund 70 bis 75 Prozent der Lieder werden von mir sein. Zwei bis zweieinhalb Stunden, ich singe Italienisch, ein Lied auf Deutsch und etwa vier auf Spanisch, weil viele Schweizer sich das wünschen. Natürlich werden meine Hits wie «La solitudine», «Tra te e il mare», «Strani amori» und «Invece no» nicht fehlen.
Sie singen in vielen Sprachen. Das erinnert an frühere Zeiten. Weltstars wie Nana Mouskouri taten dies auch. Haben Sie schon immer so eine Karriere angestrebt?
Ich sage es Ihnen ehrlich: Ich habe mir nicht einmal so eine Karriere in Italien erträumen können. Ich hielt es für unmöglich. Gott hat mir viele Türen geöffnet. Ich war mutig genug, durch viele hindurchzugehen und mich auch wieder zurückzuziehen, wenn mir etwas nicht gefiel. Und heute kann ich sagen: Ich bin privilegierter als viele Künstler aus den USA und Grossbritannien.
Wieso?
Weil ich durch die vielen Sprachen, in denen ich singe und spreche, die Möglichkeit habe, auf sehr tiefe Weise mit allen Kulturen in allen Ländern in Kontakt zu kommen und zu bleiben. Ich betrachte mich deshalb auch nicht nur als Italienerin. Seit ich 19 bin, reise ich und spreche Spanisch, Portugiesisch und weitere Sprachen. Sie sind jetzt Teil meiner Kultur, und das ist wunderschön. Verschiedene Kulturen erleben zu können, ist ein Privileg. Und nichts, worüber wir verärgert sein sollten.
Sie spielen an so vielen Orten auf der Welt. Wo ist es am schönsten?
Ich will weder zwischen Gemeinschaften noch zwischen Ländern urteilen. Meine Lebensweise seit meiner Kindheit kennt keine Grenzen, deshalb kann ich diese Frage nicht beantworten.
Welche Botschaft wollen Sie den Menschen mitgeben?
Die Welt braucht in der aktuellen Situation Zeichen der Liebe und des Friedens. Deshalb steht meine aktuelle Tour auch unter dem Motto «Macht Musik, keinen Krieg». Jeder kann diese Dinge auf seine eigene Art zeigen. Ich mache es mit meiner Stimme, die Waffen meiner Musiker sind ihre Instrumente. Und die Show ist visuell ein Schloss. Aber ich bin nicht die Königin, sondern die Musik ist es, die uns alle verbindet.
Laura Pausini tritt am 15. Oktober 2026 im Hallenstadion Zürich und am 1. November 2026 in der Arena Genf auf. Tickets gibts bei Ticketcorner.