Darum gehts
- Dolly Parton (†80) stirbt und hinterlässt ein globales Vermächtnis
- Sie förderte Gleichberechtigung und Bildung, blieb aber politisch neutral
- US-Präsident Trump ordnet Halbmast-Flaggen an, trotz gegensätzlicher Ansichten
Mit Dolly Parton verstummt eine grosse Brückenbauerin. Die Queen of Country schaffte den Spagat zwischen der konservativen Country-Szene und ihrem Kampf für Menschenrechte. Als überzeugte Christin vertrat sie progressive Ansichten – ohne sich parteipolitisch zu positionieren.
«Ich urteile nicht. Ich versuche einfach, jeden zu lieben», sagte Parton 2014 zum US-Magazin «Billboard». Ein starkes Statement, das sich unsere heutige Gesellschaft zu Herzen nehmen sollte. Nicht nur in den gespaltenen USA, sondern auch im gespaltenen Europa.
Kampf für Gleichberechtigung
Kompromisslos kämpfte Parton für Gleichberechtigung – sei es für die LGBTQ-Gemeinschaft, für Schwarze oder für andere weniger privilegierte Personen. So spendete sie Millionen Bücher, damit mehr Kinder lesen lernen, und schuf Anreize für Jugendliche, die Schule abzuschliessen. «Ich will einfach nur, dass alle gut behandelt werden», sagte sie zum «Hollywood Reporter» als Reaktion auf die Anti-Trans-Gesetzgebung in ihrem Heimatstaat Tennessee.
Parton liess sich nie beirren und bewies sich schon früh in einer männerdominierten Branche. Gleichzeitig nahm sich die Sängerin nie zu ernst und wichtig. 2021 bat sie darum, keine Statue von ihr im Kapitol von Nashville aufzustellen. Das könne man tun, wenn sie einmal tot sei. Dann werde sie stolz dort stehen, «als dankbare Tennesseanerin».
Dolly Parton einte die Menschen
Dolly Parton zelebrierte Menschlichkeit und Herzlichkeit bis zur letzten Sekunde. Und einte die Menschen, nicht nur mit Musik, auch mit ihren Worten. Das zeigte auch die grosse Reaktion, die ihre Todesmeldung auf der ganzen Welt auslöste. Jung und Alt, Links bis Rechts, Gläubige und Atheisten zeigten sich betroffen über das Ableben der Musik-Ikone.
Die Gräben in der Gesellschaft dürfen sich nicht weiter öffnen. Wir brauchen mehr Nächstenliebe. Wir brauchen mehr Dolly.