Darum gehts
- Familie Schönbächler kritisiert den Song «Richi» der Stubete Gäng öffentlich
- Experten warnen vor Karriereschaden durch fehlende Kommunikation der Band
- Hit «Richi» lief bei Eishockey-Nati-Spielen und bringt Einnahmen
Wüster Streit um «Richi»! In einem Facebook-Post äusserte die Auswandererfamilie Schönbächler vor fast einer Woche ihren Groll gegenüber dem gleichnamigen Partysong der Stubete Gäng. Darin parodieren sie den Ausruf von Vater Hermann Schönbächler (59) gegenüber seinem Sohn: «Jaa Richiii! I ha gseit, du söusch di guet häbe!» aus der SRF-Serie «Auf und davon». Und sorgten für einen Megahit, der sogar bei Toren der Schweizer Eishockey-Nati in den Arenen gespielt wurde. Ganz zum Unmut der Schönbächlers. Die Band selbst hüllt sich seither in Schweigen, auch die Plattenfirma reagiert nicht. Doch was bedeutet die Funkstille?
Für Kommunikationsexperte Ferris Bühler (49) ist die aktuelle Kommunikationsstrategie – nichts zur Sache zu sagen – nicht optimal. «Die aktuelle Situation kann für die Band zu einem grossen Wendepunkt ihrer Karriere und zu einem ernsthaften Imageschaden führen», sagt er. «Sie sind sich wahrscheinlich nicht bewusst, dass sie momentan auf extrem dünnem Eis unterwegs sind.»
Band und Plattenfirma tauchen unter
Direkt geäussert zur Sache haben sie sich nicht. Die zuständigen Kommunikationspersonen und auch der CEO der Plattenfirma Hitmill, Roman Camenzind (50), sind für Blick telefonisch nicht zu erreichen. Stattdessen postete die Band ein Bild von Akkordeonspieler und Vater Hans Hassler (80) im Eishockeystadion, posierend hinter einer Tür. «Ab und zu verläuft sich Hans. Aber wir haben ihn wieder gefunden», schreibt die Band dazu.
«Der erste Schritt war nicht schlecht. Sie sind dem Ganzen mit Humor begegnet. Aber das Hauptproblem ist: Sie haben aufgehört. Sie haben die Geschichte nicht fertig erzählt», sagt Ferris Bühler. «Wer Kritik nur weglächelt, was sie jetzt gemacht haben, riskiert, dass die Sympathie schnell kippen kann. Ich finde, die Situation ist viel ernster, als sie momentan damit umgehen.»
Es braucht einen Dialog
Die Stubete Gäng stehe für Bodenständigkeit, für Sympathie, für Nähe zu den Leuten. «Das ist ein Image, das jetzt einen Kratzer abbekommen hat, weil es im Endeffekt um einen Minderjährigen geht.» Es brauche jetzt «Empathie, eine klare Einordnung. Im Idealfall auch den direkten Dialog. Sie müssen auf die Familie zugehen und das Gespräch suchen».
Das sieht auch Musikmarketing-Experte Frank Lenggenhager (56) so. Er vermutet, dass die Band hinter den Kulissen schon längst mit Anwälten und der Familie nach einer optimalen Lösung sucht. «Am Ende des Tages geht es um Geld. Man findet dann plötzlich eine Lösung, wie ein Prozentsatz von den Einnahmen des Titels, der dann an die Familie geht.»
Was passiert mit «Richi»?
Am 3. April 2026 steht die Stubete Gäng beim Snowspring in Grächen VS wieder auf der Bühne. Dass die Band dann «Richi» nicht spielen wird, glaubt Lenggenhager nicht. «Das ist einer ihrer grössten Hits, auf den werden sie nicht gross verzichten können», meint er.
Viel Zeit bis zu einer Kommunikation bleibt der Stubete Gäng also nicht. Das Thema einfach auszusitzen und nichts zu sagen, halten weder Lenggenhager noch Bühler für eine gute Idee. «Das Thema ist bereits zu gross und lässt sich nicht mehr unter den Teppich kehren», meint Bühler. Lenggenhager: «Wenn die Familie hartnäckig bleibt, dann haben sie keinen anderen Ausweg, als eine Lösung zu finden.»