Ausschnitt aus neuer Dokumentation «Hirschhausen und die Deepfake-Mafia»
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Hirschhausen selbst betroffen:Ausschnitt aus neuer Dokumentation über Deepfake

Weil er selbst betroffen ist
Hirschhausen macht Doku über Deepfake-Mafia

Sein eigenes Gesicht, seine eigene Stimme – und beides missbraucht für Online-Betrug: In «Hirschhausen und die Deepfake-Mafia» geht Eckart von Hirschhausen einem kriminellen System auf den Grund, das ihn selbst zum unfreiwilligen Werbegesicht gemacht hat.
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«Hirschhausen und die Deepfake-Mafia» heisst eine neue Doku des TV-Stars.
Foto: WDR/Bilderfest/Annika Graeff

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Eckart von Hirschhausen deckt in Doku KI-Betrug mit Deepfakes auf.
  • Betrüger nutzen KI-Videos, um Produkte zu verkaufen, vor allem Senioren.
  • Film ab 1. Mai in ARD Mediathek, 45 Minuten, Start 4. Mai.

Eckart von Hirschhausen (58) hat sich auf eine ungewöhnliche Spurensuche begeben. In der neuen Dokumentation «Hirschhausen und die Deepfake-Mafia» verfolgt der Arzt und Moderator ein Verbrechen, dessen Opfer er selbst ist: Online-Betrüger nutzen seit Längerem KI-generierte Videos mit seinem Gesicht und seiner Stimme, um vermeintliche Gesundheitsprodukte an gutgläubige Verbraucher zu verkaufen. Der 45-minütige Film läuft am 4. Mai um 20.15 Uhr im Ersten. In der ARD Mediathek ist sie bereits jetzt abrufbar.

Spurensuche von Deutschland bis Brasilien

Für die Recherche reiste Hirschhausen quer durch mehrere Länder. Wie der WDR mitteilt, führten die Spuren des Betrugsnetzwerks von Deutschland über Bulgarien bis nach Brasilien. Ausgangspunkt sind tausende Fälle: Verbraucherinnen und Verbraucher, die durch täuschend echt wirkende KI-Werbevideos zum Kauf von angeblichen Abnehmspritzen, Herzmedikamenten oder Potenzmitteln verleitet wurden. In dem Film zeigt Hirschhausen, wie organisiert die Masche abläuft – mit emotionaler Manipulation, gezielter Datenauswertung und professionellen Callcentern, die vor allem ältere und gesundheitlich belastete Menschen ins Visier nehmen.

Ein Whistleblower gewährt in der Doku Einblicke in die Arbeitsweise der internationalen Callcenter. Trainingsmaterial und Gesprächsmitschnitte sollen belegen, dass Verkäufer systematisch darauf geschult werden, Ängste von Patientinnen und Patienten auszunutzen. Die Firmenstrukturen erstrecken sich laut dem Sender über mehrere Länder hinweg – und entziehen sich dadurch gezielt der Strafverfolgung.

«Meine Stimme gehört mir, mein Gesicht auch»

Hirschhausen hat ein klares Anliegen mit dem Film. «Durch die explosive Entwicklung von künstlicher Intelligenz wird es im Netz unmöglich zu erkennen, was echt ist, und was Lüge», sagt er. Das zerstöre das Vertrauen in Menschen, in die Wissenschaft und in die Demokratie. «Meine Stimme gehört mir, mein Gesicht auch», so Hirschhausen weiter. Im Pressegespräch wird er noch deutlicher: «Es ist Identitätsdiebstahl. Es ist Rufmord.» Er fordert verbindliche Regeln gegen die kommerziellen Plattformen.

Die Dokumentation richtet den Blick auch auf die Rolle grosser Tech-Konzerne und der digitalen Werbeindustrie. Persönliche Daten – von Gesundheitsinteressen bis hin zu intimen Details – würden in grossem Stil gehandelt und für personalisierte Werbung genutzt, heisst es in der Mitteilung. Genau diese Daten dienten als Grundlage, um betrügerische Inhalte gezielt an besonders verletzliche Zielgruppen auszuspielen.

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Die Doku belässt es nicht bei einer Bestandsaufnahme. Sie gibt auch konkrete Hinweise, woran sich betrügerische Angebote erkennen lassen und wie man sich vor digitalem Betrug schützen kann. «Desinformation ist ein medizinischer Notfall. Auch unechte Wundermittel können echten Schaden anrichten», warnt Hirschhausen.

Der Film «Hirschhausen und die Deepfake-Mafia» ist eingebettet in den ARD-Themenschwerpunkt «Age of Fake - Die neue Macht der Täuschung», zu dem auch die Doku «F*CK DEEPFAKES!» mit Collien Fernandes (44) gehört, die am 4. Mai in der ARD Mediathek startet.

Auch andere Prominente sind betroffen

Hirschhausen ist nicht der einzige Prominente, dessen Konterfei für Deepfake-Betrug missbraucht wird. Im Film spricht er unter anderem mit «Tagesthemen»-Moderator Ingo Zamperoni und Ernährungsmediziner Matthias Riedl («Die Ernährungsdocs»), die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Auch zahlreiche Schweizer Prominente sind von Deepfakes zu Betrugszwecken betroffen, darunter etwa Sandra Studer. Mit dem Gesicht der Moderatorin wird online Werbung für angebliche Investitionsplattformen gemacht. Sowohl die Plattformen als auch die vermeintlichen Aussagen Studers sind jedoch gefälscht.

Die Betrüger greifen dabei nicht nur auf Prominente zurück, sondern auch auf Politikerinnen und Politiker zurück. So kursieren Videos, in denen Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter über eine «geheime Krypto-Investitionsplattform» spricht. Besonders fies: Das Video ist in eine Seite eingebettet, die im Look von Blick daherkommt. Ringier hat Strafanzeige eingereicht.


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