Darum gehts
- Reinhold Messner streitet öffentlich mit Sohn Simon über das Schloss Juval
- Messner verweigert Banken, finanziert Museum und Kunstsammlung auf eigene Faust
- Erbschaft 2019: Kinder erhielten Vermögen, Konflikt mit Simon bleibt ungelöst
Reinhold Messner (81) steht auf den Zinnen von Schloss Juval. Für den Extrembergsteiger ist das keine Kulisse, sondern sein Lebenswerk. Ausgerechnet jetzt, mitten im öffentlichen Erbstreit mit seinem Sohn Simon (36), spricht Messner über genau dieses Anwesen. Und über sein Geld.
Finanzieller Ruhm war für Messner nie Selbstzweck. «Geld hatte ich nur nötig, um meine Träume zu leben», sagt er im Gespräch mit der belgischen Zeitung «De Tijd». Bei einem seiner grössten Träume zögerte Messner keine Sekunde: «Als ich ein Schloss kaufen konnte, kaufte ich eins. Basta.»
Von Banken hält er wenig
Seit 1983 gehört das Schloss dem Bergsteiger. Heute ist dort das Messner Mountain Museum. Gewidmet der engen Beziehung zwischen Mensch und Berg. Finanziert hat Messner das alles selbst, mit Banken will er nichts zu tun haben. «Ich wollte es selbst verdienen. Zu einer Bank gehe ich nie. Das ist langweilig», erklärt er.
Zwischen den alten Mauern lagert auch Messners Kunstsammlung, zusammengetragen auf unzähligen Reisen, darunter Kostbarkeiten aus Tibet. Manche davon wären ein Vermögen wert. Verkauft wird trotzdem nichts, denn ein Versprechen steht im Weg: «Es gibt ein wichtiges Stück aus einem tibetischen Kloster, das ich für ein Vermögen verkaufen könnte, aber ich habe dem Dalai Lama versprochen, es zurückzugeben, wenn Tibet unabhängig wird», so Messner.
Zoff mit Kindern
Während Messner über Schloss, Kunst und Wein philosophiert, bleibt die Familie zerstritten. 2019 beschloss Reinhold Messner, das Erbe für seine Kinder vorzuziehen. Dieses wurde anschliessend zwischen Layla (45), Magdalena (38), Simon (36) und Anna-Juditha (25) aufgeteilt.
Reinhold Messner wirft seinen Kindern vor, ihn nach der Erbverteilung «entsorgt» und ihn aus ihrem Leben ausgeschlossen zu haben. Nach Messners Darstellung seien seine Erben nur auf sein Vermögen aus gewesen. Jetzt, wo sie es hätten, würden sie nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen.
Sohn Simon widerspricht und sagt in einem Interview mit der «Augsburger Allgemeinen», sein Vater würde jeden Kontaktversuch über einen Anwalt abblocken. «Er wünscht keinen Kontakt mehr zu mir, was mich sehr schmerzt.»