Glööckler gibt Tipps für den perfekten Auftritt
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«Dann reden alle über einen»:Glööckler gibt Tipps für den perfekten Auftritt

«Meine private Seite kennen wenige»
«Ich kreierte mich neu, um zu überleben»

Harald Glööckler offenbart in Basel seine künstlerische Seite. Der extravagante Designer spricht über Inspiration, Kritik und wie er seine private und öffentliche Persönlichkeit trennt. Seine Ausstellung läuft bis Sonntag in der Basler Innenstadt.
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Harald Glööckler mit seinem Hund Ikarus beim Interviewtermin mit Blick. In Basel stellt er bis Sonntag seine Kunst aus.
Foto: Thomas Meier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Harald Glööckler präsentiert bis Sonntag seine Kunstausstellung in Basel
  • Er verkauft eigene Bilder und trennt private von öffentlicher Persönlichkeit
  • In Basel erlebte er Fan-Ansturm

Grosse Sonnenbrille, rote Lippen, den Hund in der Tasche: Harald Glööckler (61) empfängt Blick gewohnt opulent. Hände schütteln will er nicht, stattdessen gibt es einen Fauststoss auf den Mega-Klunker, den Glööckler als Ring trägt. Im «House of Wine» von DJ Antoine (50) rührt er die Werbetrommel für seine Basler Kunstausstellung, die noch bis Sonntag in der Innenstadt läuft.

Blick: Es gibt Musiker, die sagen, die beste Musik entsteht, wenn man traurig ist. Ist das bei Ihrer Kunst auch so?
Harald Glööckler: Das wäre ja furchtbar. Ich bin der Meinung, man muss das mit positiver Energie angehen. Ich esse beispielsweise nichts, wenn ich höre, dass in der Küche Streit herrscht. Ich will keine Früchte des Zorns essen. Stellen Sie sich vor, ich male während depressiver Phasen Bilder, und dann hängen die Leute meine Depressionen zu Hause auf. Das braucht kein Mensch. 

Sammeln Sie selber Kunst?
Das Verrückte ist: Ich wurde schon von wichtigen Leuten bei Geschäftsterminen angesprochen, woher ich diese fantastische Sammlung habe und was das alles für Maler seien. Meine Antwort: Die Bilder habe ich alle selber gemalt. So habe ich schon Werke verkauft. Ich habe so viele eigene Kunst, dass ich keine fremde sammle.

Wie gehen Sie mit Kritik an Ihrer Kunst um?
Der tollste Spruch ist immer: «Das hätte ich auch machen können!» Darauf antworte ich: «Ja dann, warum hast du es nicht gemacht? Dann mach es. Und schau, ob das Bild einer kauft.» 

Ist die Figur Harald Glööckler auch eine Kunst-Performance?
Wir sind alle nicht nur eine Person und haben viele Ichs. Und natürlich separiere ich den privaten Harald vom öffentlichen Harald Glööckler. Aber die beiden Persönlichkeiten auseinanderzuhalten, wird immer schwieriger, weil Harald Glööckler immer mehr alles überstrahlt. Und: Meine private Seite kennen nur ganz wenige Leute. Wer meint, man habe meine private Seite in einer Doku gesehen, den muss ich leider enttäuschen. 

Trotzdem wird Ihnen eine hohe Authentizität zugeschrieben.
Das war bei Marlene Dietrich nicht anders. Sie hat auch von Marlene und der Dietrich gesprochen und war mit beiden Facetten authentisch. Auch ich spiele nie was vor und bin beides. Das entstand in meiner Kindheit: Es gab mich als Jungen, der in diesen schrecklichen Umständen gross wurde und gesagt hat, ich muss alle Frauen zu Prinzessinnen machen und kreiere mich neu, um zu überleben. Seither habe ich beide Seiten: die zurückgezogene und die öffentliche.

Harald Glööckler spricht offen über sein schwieriges Verhältnis zu seinen Eltern. Sein Vater, ein Alkoholiker, war gewaltsam gegenüber seiner Mutter. Als Harald 13 war, starb sie bei einem Treppensturz. «Ich hatte nie Eltern, die für mich da waren», beschrieb er die Situation zuletzt im Podcast «M wie Marlene» von Moderatorin Marlene Lufen (55). Heute leidet er unter Depressionen. 

Sie teilen sehr intime Dinge mit der Welt. Aber doch nicht alles?
Es ist auch wichtig, sich einen sicheren Platz zu erhalten und nicht alles nach aussen zu tragen. Man sollte auch nicht jeden Menschen an sich heranlassen, so macht man sich verletzlich. Ich habe eine Freundin, die 82 ist und wieder von einem Freund enttäuscht wurde. Sie sagt nun: «Ab sofort ist alles nur noch körperlich!» Sie verliebt sich jetzt nicht mehr.

Persönlich: Harald Glööckler

Harald Glööckler erreichte mit dem Label «Pompöös» und Teleshopping grosse Bekanntheit. Er entwarf Kleider, Kronleuchter, Boxspringbetten, Tapeten und ist als Maler und Bildhauer aktiv. Auch ist er regelmässig im deutschen TV zu sehen: 2010 und 2011 als Jurymitglied bei «Let's Dance», 2022 im Dschungelcamp, 2025 bei «Promi Big Brother». 2023 gab er nach 35 Jahren Beziehung und acht Jahren eingetragener Partnerschaft die Trennung von Dieter Schroth bekannt. Heute ist Glööckler single.

Harald Glööckler war zwei Staffeln festes Jurymitglied in der RTL-Tanzshow «Let's Dance».
Marco Prosch/Getty Images

Harald Glööckler erreichte mit dem Label «Pompöös» und Teleshopping grosse Bekanntheit. Er entwarf Kleider, Kronleuchter, Boxspringbetten, Tapeten und ist als Maler und Bildhauer aktiv. Auch ist er regelmässig im deutschen TV zu sehen: 2010 und 2011 als Jurymitglied bei «Let's Dance», 2022 im Dschungelcamp, 2025 bei «Promi Big Brother». 2023 gab er nach 35 Jahren Beziehung und acht Jahren eingetragener Partnerschaft die Trennung von Dieter Schroth bekannt. Heute ist Glööckler single.

Was halten Sie von dieser Taktik?
Es ist gut, nicht so viel an sich heranzulassen. Das muss ausgewählt passieren. Eine Person, die wir treffen, dringt immer in unsere Aura ein und hinterlässt etwas. Ich persönlich versuche jeden Abend vor dem Schlafengehen, meine Energien zurückzuholen, die mir über den Tag geraubt wurden. Und ich gebe jene zurück, die nicht zu mir gehören. Aussenstehende können ihren Mist behalten, den brauche ich nicht. 

Wie viele Leute lassen Sie an sich ran?
Das kommt darauf an. Bei meinem letzten Besuch in Basel war ich in einer belebten Gasse mit vielen Restaurants. Ein Freund von mir, der Bodyguard ist, hat gesagt, dass in der Schweiz sogar Tina Turner unbekümmert einen Kaffee trinken konnte in der Öffentlichkeit. Bei mir standen schon nach fünf Minuten 200 Leute herum. Sogar Autos haben angehalten, Menschen stiegen aus und wollten Fotos. Da habe ich es nicht genau in der Hand, wie viele Leute ich an mich heranlasse.

Mögen Sie diesen Trubel?
Viele glauben es nicht, doch ich bin eher ein scheuer Mensch. Wenn ich einen offiziellen Termin habe, ziehe ich den professionell durch. Einen Tag später, wenn ich für mich bin, muss mich aber keiner stören und ein Foto wollen. Dann will ich meine Ruhe. Ich denke, damit fahre ich ganz gut. Die Prominenten, die sich überall zeigen und alles mitmachen, werden irgendwann uninteressant.

Nach dem Motto «Willst du gelten, mach dich selten»?
Genau. Das muss man erst mal schaffen, über 40 Jahre interessant zu bleiben. Jetzt kommen plötzlich die jungen Menschen zu mir und sagen: «Sie sind eine Legende, mein Vorbild, eine Ikone.» Und die sind schwierig zu faszinieren, kennen mich aber durch Tiktok und meine Showauftritte. Ich glaube, ich habe ein paar Dinge richtig gemacht. 

Wovon träumen Sie noch?
Alle Träume, die ich habe, erfülle ich mir. Aber ich träume natürlich von einer besseren Welt und dass wir in der Gesellschaft ein bisschen menschlicher werden. Manchmal scheint es mir, als wäre ein Grossteil der Menschen zu Zombies geworden. Völlig gefühllos. Tiere würden sich das gegenseitig nie antun, was wir Menschen einander zufügen.

Die Ausstellung ist bis Sonntagabend, 20 Uhr, im Showroom der Basel Fashion Week an der Theaterstrasse 20 zu sehen. Im August und September wird der Modemacher seine neuste Kollektion auch im Rahmen der Basel Fashion Week zeigen. 

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