Darum gehts
- Norwegen verabschiedet König Harald V. am 9. September in Oslo
- Grösster Sicherheitsaufwand: 6500 Einsatzkräfte, darunter Soldaten und Polizisten
- Internationale Royals und Staatschefs, Schweiz vertreten durch Viola Amherd
Es war ein Abschied voller Emotionen, grosser Gesten und Dankbarkeit. Für das norwegische Volk war der Tag der Beerdigung von König Harald V. (†89) am Mittwoch ein Akt tiefster Trauer. Über 35 Jahre lang gab der beliebte Monarch dem Land Stabilität, einen moralischen Kompass und Bodenständigkeit. Als sich der Trauerzug durch die Strassen Oslos bewegte, herrschte eine fast Ehrfurcht gebietende Stille. Kein Jubeln, kein Laut – Tausende Menschen säumten die Route und trauerten in vollkommenem Schweigen. Punkt 13 Uhr hielt ganz Norwegen während einer landesweiten Schweigeminute inne: Züge blieben im Bahnhof stehen, der Verkehr ruhte, und die Kirchenglocken läuteten.
Alle kamen für den Grossvater der Nation
Die Beerdigung forderte auch den Sicherheitskräften alles ab. Mit mehr als 6500 Polizisten, Soldaten und Spezialeinheiten handelte es sich um den grössten Polizeieinsatz in der Geschichte Norwegens. Rund 1000 Leibwächter schützten die hochrangigen Gäste vor Ort. Denn zum Abschied des Grossvaters der Nation kamen sie alle: Neben internationalen Hoheiten wie König Carl Gustaf (80) und Königin Silvia (82) von Schweden, König Willem-Alexander (59) und Königin Máxima (55) der Niederlande sowie Fürst Albert (68) und Fürstin Charlène (48) von Monaco oder der britische Kronprinz William reisten auch zahlreiche Staats- und Regierungschefs an. Darunter auch alt Bundesrätin Viola Amherd (64), die die Schweiz in Norwegen vertrat.
Rührende Momente und Tränen im Dom
Der Trauergottesdienst im Dom von Oslo, geleitet von Bischof Olav Fykse Tveit und Bischöfin Sunniva Gylver, war ebenso persönlich wie professionell. Den schwersten Gang trat Königin Sonja (89) an. An der Schleife ihres Trauerstrausses wählte sie die bewegenden Worte: «Danke für ein gutes Leben.» Allein trat sie vor den mit weissen Rosen geschmückten Sarg ihrer grossen Liebe und verneigte sich tief. Auch für den neuen Monarchen, König Haakon VIII. (53), war es sichtlich schwierig, die Fassung zu bewahren: Während ein Gospelchor die Kirche erfüllte, kämpfte er mit den Tränen um seinen Vater. Stets an seiner Seite, auch wenn sie gesundheitlich angeschlagen ist: Königin Mette-Marit (53). Auch Haralds Enkel Sverre Magnus (20) zeigte sich emotional. Kronprinzessin Ingrid Alexandra (22) legte ihrem kleinen Bruder zum Trost die Hand auf die Schulter.
Marius in der zweiten Reihe
Grösstes Fragezeichen im Vorfeld: Nimmt Marius Borg Høiby (29), der Sohn von Königin Mette-Marit aus einer früheren Beziehung, am grossen Tag teil? Er tat es. Und nahm im Dom in zweiter Reihe Platz, an der Trauerprozession davor fehlte er. Auch bei den anschliessenden privaten Feierlichkeiten und dem traditionellen Auftritt der Königsfamilie auf dem Palastbalkon nach der Überführung des Sargs zur Festung Akershus blieb der Stiefsohn mit der Fussfessel der Öffentlichkeit fern.
Am frühen Abend dann versammelte sich die royale Familie auf dem Schloss-Balkon, um den wartenden Menschen zu winken – ein Zeichen des Neuanfangs nach dem grossen Abschied.
Der offizielle Teil ist vorbei
Und schon sind sie wieder weg – und die Trauerfeier damit offiziell vorbei. Nun begrüssen die Royals ihre hochrangigen Gäste im Schloss und nehmen Beileidsbekundungen entgegen. Wir verabschieden uns an dieser Stelle und bedanken uns fürs Mitlesen.
Jetzt sind (fast) alle da
Kronprinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus stossen zu ihren Eltern dazu. und dann kommt Königin Sonja – und das Volk jubelt. Die verwitwete Monarchin ist zu Tränen gerührt und sieht, dass nicht nur sie ihren Ehemann über alles liebte, sondern das Volk auch. Die fünf Royals wechseln ihre Position auf dem Balkon immer wieder, damit sie allen auf dem Schlossplatz gebührend zuwinken können. Wie bereits angekündigt, fehlt Marius und auch Haakons Schwester Märtha Louise ist nicht dabei – womöglich, weil sie keine arbeitende Royal mehr ist.
Da sind sie – mit wenigen Minuten Verspätung
König Haakon und seine Ehefrau sind auf dem Balkon des Schlosses in Oslo. Das Volk jubelt. Obwohl vor wenigen Stunden sein Vater beerdigt wurde, versuchen die Royals tapfer zu lächeln. Ob die Familie hinter den Kulissen eben noch weinte und sich deshalb verspätete? Möglich wäre es und verdenken könnte es ihnen wohl niemand. Aber das ist natürlich nur reine Spekulation.
Jetzt ist es gleich soweit
Die letzten Royal-Fans. hetzen zum Schloss. Gleich tritt die Königsfamilie auf den Balkon.
Die Royal-Fans rennen zum Balkon
Als die Absperrung aufgehoben wird, damit die Zuschauerinnen und Zuschauer sich auf dem Schlossplatz versammeln können, hat man eher das Gefühl, dass auf dem Balkon gleich ein Konzert steigt. Die Menschen rennen über den Platz, um einen Platz in der vordersten Reihe zu ergattern. Ob gross oder klein, Fans jeder Altersgruppe wollen der Königsfamilie ganz nah sein.
Das Volk pilgert zum Palast
Wir melden uns zurück und pilgern, ebenso wie das Volk, zum Palast in Oslo – allerdings virtuell. Die Königsfamilie ist soeben eingetroffen, auf dem Weg zum Schloss konnte man einen Blick ins Auto erhaschen. König Haakon und Königin Mette-Marit hielten Händchen, um sich gegenseitig Kraft zu geben. Es dauert nicht mehr lange, bis die Royals den Norwegerinnen und Norwegern vom Balkon aus zuwinken.
Private Feierlichkeiten gehen weiter
Es folgt noch eine Flugshow, bevor die Familie in der Schlosskirche noch einmal privat Abschied vom König nimmt. Um 16.45 Uhr tritt die königliche Familie auf den Balkon des Palastes. König Haakon VIII., Königin Mette-Marit, Kronprinzessin Ingrid Alexandra, Königin Sonja und Prinz Sverre Magnus werden die Menschen begrüssen. Marius Borg Høiby ist nicht dabei. Wir hingegen schon, bis später.
Der Sarg geht auf seine letzte Reise
Der Gottesdienst ist zu Ende. Nun folgt die Prozession und die eigentliche Beisetzung von König Harald Vl. auf der geschichtsträchtigen Festung Akershus. Da wird er in die Schlosskirche gebracht.
Mette-Marit erhebt sich in der Kirche und singt
Es fällt beiden schwer. Wie schwer, zeigen die Bilder der Trauerzeremonie um Norwegens König Harald V. Stehend singen die Trauergäste. Dabei erhebt sich auch die gesundheitlich sehr angeschlagene Königin Mette-Marit. Ihr Mann, König Haakon VIII. nimmt alle Kraft zusammen, um die Fassung zu wahren, was ihm anzusehen ist.
Ingrid Alexandra tröstet ihren Bruder
Vereint in Trauer. Während König Haralds V. Enkel Sverre Magnus kaum die Tränen zurückhalten kann, legt ihm seine Schwester Ingrid Alexandra tröstend ihre Hand auf die Schulter, untermalt mit einem hoffnungsvollen Lächeln. Eine schöne Geste der nächsten Königin Norwegens.
Die Tränen des Königs
Ein Gospelchor singt und erfüllt die ganze Kirche mit Emotionen. Auch König Haakon zeigt Gefühl und weint um seinen verstorbenen Vater, König Harald V.
Die letzte Verabschiedung des beliebten Königs Harald V. (†89) ist für das norwegische Volk ein Akt tiefster Trauer und Verbundenheit. «Alle weinen um den Tod unseres Felsen in der Brandung», schildert eine royale Quelle gegenüber Blick. Für die Polizei wird es zu einem Einsatz der Superlative. Denn wenn sich der Trauerzug am Mittwoch durch die Strassen von Oslo bewegt, stehen auch mehr als 6500 Polizisten und Soldaten, Spezialeinheiten und Sicherheitskräfte im Einsatz. Oslo rüstet sich für den grössten Polizeieinsatz in der Geschichte Norwegens.
Seit Tagen wird die Hauptstadt auf den historischen Abschied vorbereitet. Sicherheitskräfte patrouillieren in den Strassen, Zufahrten werden kontrolliert, Bereiche rund um den Palast und die Strecke des Trauerzugs abgeriegelt. Knapp 3000 Polizisten sind aus dem ganzen Land zusammengezogen worden, dazu rund 3500 Angehörige der norwegischen Streitkräfte.