Darum gehts
- Deutsche Auswanderin verlässt Mallorca u.a. wegen «wachsenden Deutschlandfeindlichkeit» auf der Insel
- Dietz wurde am Pool mit «Ihr scheiss Deutschen» beschimpft
- Villa in Colonia de Sant Pere für 1,5 Millionen Euro zum Verkauf
Bereits als Teenie hat sich die Deutsche Anke Dietz in die Baleareninsel Mallorca verliebt und ist 2019 kurzerhand dorthin ausgewandert, wo sie später auch vom Kamerateam von «Goodbye Deutschland» besucht wurde. Nun sagt die selbständige Immobilienmaklerin erneut Goodbye – sie wird die Insel verlassen. Dies aufgrund der «wachsenden Deutschlandfeindlichkeit», wie sie gegenüber der «Mallorca Zeitung» erklärt. So erzählt Dietz, sie sei am Gemeinschaftspool von einer spanischen Nachbarin gar beschimpft worden: «Ihr scheiss Deutschen, geht nach Hause.»
Gegenüber Blick stellt Dietz klar, dass diese plötzliche Unfreundlichkeit «das i-Tüpfelchen» gewesen sei, welches sie zum geplanten Inselabschied bewegt habe. «Es gibt verschiedene Lebensphasen und wir möchten wieder etwas mehr haben. Wir möchten wieder ins Auto steigen und nach Frankreich oder Österreich fahren können, ohne auf eine Fähre oder ein Flugzeug angewiesen zu sein. Auch möchten wir wieder innerhalb von zehn Minuten in der Stadt sein. Hier haben wir eine Stunde bis nach Palma».
Von den «Tourists go home»-Graffitis auf der Insel fühlt sie sich zwar nicht angesprochen, da sie keine Touristin ist, doch spürt sie die Blicke der Einheimischen in den Supermärkten. «Wir haben gemerkt, dass wir hier nicht erwünscht sind. Auch wenn man Spanisch spricht, Steuern zahlt und integriert ist». Vor sieben Jahren sei das noch ganz anders gewesen.
Beide Villen zum Verkauf ausgeschrieben
Sie hat durchaus ein gewisses Verständnis für die Mallorquiner. Auch ihr hätte es mittlerweile zu viele Menschen, zudem sei die Insel durch die ganzen Touristen auch deutlich dreckiger geworden. Doch ganz möchte sie die Einheimischen nicht aus der Verantwortung lassen, dazu kennt sie zu viele Fälle von Mallorquinern, die mit ihrem Verhalten der auf der Insel herrschenden Wohnungsnot beitragen. «Ich kenne ein Ehepaar, das schon seit 20 Jahren in der Mietwohnung wohnt, alle Renovationen selbst durchgeführt hat. Nun wurde ihnen die 850-Euro-Wohnung gekündigt, weil der Besitzer sie für 2000 Euro vermieten kann», erzählt Dietz. Auch die zahlreich ausgeschriebenen Airbnb-Wohnungen der Einheimischen würden die Wohnungsnot negativ beeinflussen.
Gemeinsam mit ihrem Ehemann Tom Ströhle, dem sie 2023 auf der Insel das Jawort gab, zieht es sie nun zurück aufs Festland. Genauer gesagt in die Nähe von Marbella. Eine Rückkehr nach Deutschland stand für die beiden nie zur Diskussion, wie Dietz zu Blick sagt. Wann ihr neuer Lebensabschnitt in Andalusien beginnt, ist noch nicht ganz klar. Geht es nach der Maklerin, am liebsten noch in diesem Jahr. Doch daraus wird wohl nichts, da es erst noch zwei Häuser zum Verkaufen gibt. Dazu gehört ihre Villa in Colonia de Sant Pere, die derzeit für 1,499 Millionen Euro zum Verkauf steht, wie aus dem Immobilieninserat hervorgeht.
Zum anderen will sie erst noch ihren Luxus-Finca-Neubau an den Mann respektive die Frau bringen. Für 3,5 Millionen Euro gibt es vier Schlafzimmer, 305 Quadratmeter Wohnfläche, einen Pool und Meerblick. Bis die beiden Häuser verkauft sind, dürfte es gemäss Dietz allerdings noch einige Zeit gehen. Dies, weil die Angebote die Nachfrage mittlerweile bei weitem übersteigen würden.
Über den geplanten Wegzug von der Insel, die Dietz weiterhin als «wunderschön» bezeichnet, wird es auch eine «Goodbye Deutschland!»-Folge geben. Wann diese ausgestrahlt wird, ist allerdings noch nicht bekannt.