Désirée Nick wirft Frauen «Karrieregeilheit» vor
«Hätten sich doch gegen Gottschalks Avancen wehren können»

Désirée Nick spricht offen darüber, wie wenig sie von der Kritik an Thomas Gottschalk hält. Ihrer Meinung nach hätten die Frauen, die er in seinen Sendungen mit seinem Verhalten belästigte, ihren Teil dazu beigetragen.
Kommentieren
1/6
Désirée Nick spricht über ihre Meinung zu den Vorwürfen gegen Thomas Gottschalk.
Foto: imago stock&people

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Désirée Nick spricht in Interview über Karriere und Sexismus in Branche
  • Sie kritisiert Frauen, die Sexismus-Vorwürfe gegen Thomas Gottschalk erheben
  • Nick bezeichnet betroffene Frauen als «karrieregeil» ohne auf Machtgefälle einzugehen
Sophie_Ofer_Redaktorin People Desk_Blick _ Ringier AG_3.jpg
Sophie OferRedaktorin People

Zum 70. Geburtstag gibt die deutsche Kabarettistin Désirée Nick der Münchner «Abendzeitung» ein Interview, in dem sie Bilanz zu ihrer Karriere zieht. Sie spricht über ihr Leben als «einziger Opfergang», zahlreiche Freiheiten und Sicherheiten habe sie ihrem Beruf hintenan gestellt.

Dass sie Frau ist, spielte in ihrer Branche eine Rolle. «Es gibt in diesem Metier sehr viele Frauenhasser, das darf man nicht vergessen, und ich habe feinste Antennen.» Gleichzeitig nutzt sie die Gelegenheit, gegen andere Frauen zu wettern, die öffentlich über Sexismus in der Branche klagen.

Nick bezieht deutlich Stellung, als es darum geht, dass sich Thomas Gottschalk (76) bei «Wetten, dass ..?» jahrelang übergriffig gegenüber Frauen verhalten haben soll. Die betroffenen Frauen hätten sich wehren können, meint Nick: «Die Ladys hätten natürlich damals die Chance gehabt, zu sagen: ‹Bitte nicht.›»

«Doch bitte nicht oberhalb des Knies»

«Wenn man das so aufdröselt, frage ich mich: Warum hat damals nicht eine Lady gesagt: ‹Moment mal, Herr Gottschalk, aber doch bitte nicht oberhalb des Knies. Sie werden doch wohl meine Körperlichkeit respektieren. Ich mache das bei Ihnen ja auch nicht.›»

Nick erklärt das Schweigen der Frauen stattdessen so: «Also muss man sich schon fragen: Warum haben Sie es zugelassen und sich seinen Avancen unterworfen? Weil sie karrieregeil waren, um jeden Preis!»

Sie selbst geriet 2023 mit Gottschalk in einen öffentlichen Streit, als dieser sich abfällig zu ihrem «Playboy»-Fotoshooting äusserte. «Désirée Nick nackt zu sehen, hast du einen schweren Schock?», spottete Gottschalk damals in einem Podcast mit Mike Krüger (74). Nicks Konter: «Ich bin bereit, ein fünftes Mal auf das ‹Wetten, dass ..?›-Sofa zu kommen und dort blankzuziehen – nur wenn Thomas Gottschalk mitmacht, natürlich. Dann soll das Volk vergleichen.»

«Muss die Sachen im Kontext bewerten»

Nick selbst habe noch nie übergriffiges Verhalten erfahren. «Ich kann von mir keine so grauenvollen Sachen behaupten, dass ich missbraucht oder geschlagen worden bin oder Ähnliches. Häusliche Gewalt kenne ich auch nicht. Für die Betroffenen tut es mir sehr leid – das sollte man auch nicht oberflächlich einordnen.»

Den Dokufilm «Was haben wir gelacht» (2026), in dem berühmte Frauen der deutschen Entertainment-Branche Gottschalk für sein Verhalten gegenüber Frauen kritisieren, habe Nick bislang nicht gesehen. «Ich weiss, dass man die Sachen immer im Kontext bewerten muss», sagt sie dazu.

Auf ihre Ansichten zum «modernen Feminismus» angesprochen, erklärt Nick: «Wir sind in meiner Familie Alleinerziehende in der vierten Generation, unfreiwillig. Das war nie das Ziel, es kam aber so.» Ihre Grossmutter sei schon «Feministin» gewesen, «als es das Wort noch gar nicht gab». Man solle also «den Ball flach halten», wenn man sie auf das Thema anspreche. «Was vom Feminismus und dem Film zu halten ist, sieht man an der Tatsache, dass ich kein Teil davon war.»

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen