Darum gehts
- Doku «Was haben wir gelacht» ab 16. Juli in deutschen Kinos
- Esther Schweins kritisiert Gottschalks sexistisches Verhalten aus «Wetten, dass ..?» 1996
- Doku zeigt Erfahrungen von Frauen, darunter Maren Kroymann und Hella von Sinnen
In der neuen Doku «Was haben wir gelacht», die ab heute, 16. Juli, im Kino läuft, sprechen berühmte Frauen der deutschen Entertainment-Branche über ihre Erfahrungen, die sie in den 1990er- und 2000er-Jahren gemacht haben. Dabei geht es vor allem um Sexismus und Objektifizierung der Frau und er wirft einen kritischen Blick auf die Geschlechterrollen dieser Zeit.
Auch Schauspielerin Esther Schweins (56) kommt zu Wort und erinnert sich an einen Auftritt bei Thomas Gottschalk (76) in seiner Sendung «Wetten, dass ..?». Thomas Gottschalk stand in den vergangenen Jahren immer wieder in der Kritik, sei es wegen seines früheren Verhaltens gegenüber weiblichen Gästen oder wegen aktuellerer Geschichten – in denen sich sein Verhalten kaum von seinem damaligen unterschied.
Schon bei der Begrüssung fühlt Esther Schweins sich unwohl
Besonders eine Szene aus dem Jahr 1996 sorgt aktuell für Diskussionen. Schauspielerin Esther Schweins schildert in der Dokumentation, wie unwohl sie sich damals fühlte. In der Doku erinnert sich Schweins, bekannt aus «RTL Samstag Nacht», an einen Auftritt bei Gottschalks Sendung. Ein Archivclip zeigt, wie der Moderator sie an die Hand nimmt, sie zur Couch führt und ihr dabei körperlich nahekommt. Ein weiterer Gast begrüsst Schweins und nimmt sie dabei innig in den Arm und streicht ihr über den Rücken.
Als Esther Schweins sich auf dem Sofa zwischen Udo Jürgens (1934–2014) und den Backstreet Boys platziert, fordert Gottschalk die Boyband auf, etwas zu rutschen, damit er neben Esther Schweins sitzen könne. «Ich bin der Besitzer», sagt er und ergänzt: «Leider nicht von ihr!» Anschliessend liest er ihr sexualisierte Kommentare vor. Sie sei eine Komödiantin mit «massenkompatiblem Sex-Appeal», heisst es etwa oder auch «Inbegriff televisionärer Erotik». Zudem soll ein Kritiker geschrieben haben: «Ich habe so nett über Sie geschrieben, darf ich mal richtig gucken?»
Gewisse Fans verteidigen sie, andere stellen sich gegen sie
Esther Schweins kann bei diesen Worten heute nur noch den Kopf schütteln. «Ich habe heute das Herzklopfen, das ich damals in dieser Situation hatte», sagt die 56-Jährige rückblickend, als ihr die Szene vorgespielt wird. Sie beschreibt, wie sie sich «in die Enge getrieben» fühlte und damals keine Worte fand, «dass es mir nicht gut ging auf dem Sofa».
In den Kommentaren unter dem geteilten Beitrag entbrennt eine hitzige Diskussion. Während einige das Verhalten von Gottschalk als «abstossend» oder «übergriffig» bezeichnen und es wichtig finden, dass das Thema angesprochen wird, verteidigen andere den Entertainer und behaupten: «Damals hat das niemanden gestört.»
Die Dokumentation beleuchtet neben Gottschalk weitere bekannte TV-Persönlichkeiten wie Harald Schmidt (68) und Stefan Raab (59). Frauen wie Maren Kroymann (76), Bettina Böttinger (70), Gaby Köster (64) und Hella von Sinnen (67) berichten darin über ihre Erfahrungen in einer Zeit, in der weiblicher Humor oft als «Quotenkiller» galt. «Es war eine Ära, in der Frauen im Fernsehen vor allem Beiwerk waren», heisst es in der Filmbeschreibung.