«Der Spatz von Avignon»
Chanson-Legende Mireille Mathieu feiert ihren 80. Geburtstag

Mireille Mathieu feiert ihren 80. Geburtstag. Ihr Weg führte aus ärmsten Verhältnissen auf die grössten Bühnen der Welt. Nun steht die Musiklegende vor dem Abschied.
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Hinter Mireille Mathieu liegt eine einzigartige Karriere.
Foto: imago/Tinkeres

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Mireille Mathieu wird heute 80 und bleibt eine Musik-Ikone
  • Sie verkaufte 190 Millionen Tonträger und veröffentlichte 75 Studioalben
  • Abschiedstournee «Goodbye My Love Goodbye» endet im Herbst 2026 in Deutschland

Dunkle Augen unter stark ausgeprägten Brauen, signalrote Lippen, der schwarze Pagenkopf: Mireille Mathieu präsentiert sich seit gut 60 Jahren nahezu unverändert. Die gleiche Frisur, das gleiche Make-up, die gleiche Gestik. Und dazu die gleiche Stimme. Kraftvoll und glockenklar.

Für Fans unfassbar, dass sie am 22. Juli ihren 80. Geburtstag feiert. Für ihr Publikum bewegt sich Mireille Mathieu nämlich seit über einem halben Jahrhundert auf dem gefühlten Level von um die 30 – als wäre die Zeit an ihr vorbeigegangen.

Eine französische Musiklegende

190 Millionen Tonträger hat sie seit ihrem Karrierestart 1965 verkauft, 75 Studioalben veröffentlicht. Sie begeisterte ihr Publikum mit unzähligen Konzertauftritten und Tourneen, sang auf Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Katalanisch, Okzitanisch, Russisch, Finnisch, Japanisch und Chinesisch. Mathieu wurde mit Schallplatten in Gold und Platin überschüttet. Heute ist Mireille Mathieu ein nationales Kulturerbe Frankreichs.

Dennoch scheiden sich an ihr die Geister. Wer ist Mireille Mathieu? Eine Chansonsängerin, die mit den Tiefen und Untiefen des französischen Gemüts zu spielen vermag? Oder doch nur eine wahnsinnig erfolgreiche Schlagersängerin? Ihrer Karriere haben diese Uneinigkeiten nicht geschadet.

Kindheit in bitterer Armut

Mireille Mathieu wuchs in ärmlichsten Verhältnissen in ihrer südfranzösischen Heimatstadt Avignon auf, als älteste Tochter eines Steinmetzes. Die Familie lebte mit ihren 14 Kindern in einer Wellblechhütte, ohne Bad, ohne Heizung. Mireille musste sich um die 13 jüngeren Geschwister kümmern. Als sie 14 war, steckten sie die Eltern ohne Schulabschluss in eine Papierfabrik. Sie musste dazu verdienen und faltete Briefumschläge. Dabei sang sie gerne den Hit «La vie en rose» von Chanson-Star Édith Giovanna «Piaf» Gassion. 

Ihr Vater erkannte Mathieus Talent früh und ermutigte sie, an einem Nachwuchswettbewerb in Avignon teilzunehmen. Nach erfolglosen Versuchen in den Jahren 1962 und 1963 gelang ihr 1964 im Alter von 18 Jahren mit «La vie en rose» der Sieg. Der «Spatz von Avignon» war geboren. Ein Jahr später gewann Mathieu in der Fernsehsendung «Télé-Dimanche», einer frühen Castingshow, erneut mit einem Lied von Édith Piaf. Kurz darauf durfte sie im Vorprogramm von Sacha Distel im berühmten Pariser «Olympia» auftreten. Das war im Dezember 1965 - mehr als zwei Jahre nach Piafs Tod.

Da stand eine 19-jährige Wiedergeburt auf der Bühne, die nicht nur sang wie die Piaf, sondern auch ähnlich aussah. Am nächsten Tag schrieb ein Kritiker im «Figaro»: «Sie ist das lebende Gespenst der Piaf.» Alles Weitere ist Musikgeschichte. Sie wurde ein Star der 60er, 70er und 80er-Jahre, hatte Auftritte mit Dean Martin, ABBA und Plácido Domingo. 

Die Bühne als grosse Liebesbeziehung

Die grosse Liebe zu blieb für Mathieu aus. «Es waren durchaus Männer in meinem Leben. Aber ich habe keine grosse Liebe erlebt», sagte die Sängerin einmal. Wirklich glücklich fühle sie sich vor allem auf der Bühne: «Dort fühle ich mich frei. Das ist wie eine Liebesbeziehung zum Publikum – ich gebe alles von Herzen, und es kommt sofort etwas zurück. Das ist etwas, was ich im normalen Leben leider nicht erlebe.»

Von der Bühne verabschiedet sich Mathieu mit einer grossen Abschiedstournee. Unter dem Titel «Goodbye My Love Goodbye» setzt sie ihre Tour im Herbst 2026 in Deutschland fort. Man kann sich kaum vorstellen, dass danach gar nichts mehr kommt.

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