Deckel für ambulante Behandlungen
Ärzte laufen Sturm – chillt mal

Pro Tag sollen Ärzte künftig maximal noch zwölf Stunden für ambulante Leistungen verrechnen können. Sie wehren sich mit aller Macht dagegen.
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Für ambulante Leistung soll künftig ein Tarifdeckel gelten.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ärztinnen und Ärzte sollen künftig höchstens gut 1400 Franken pro Tag für ambulante Leistungen erhalten
  • Regelung erlaubt nur 12 Stunden Arbeit täglich, Notfälle ausgenommen
  • Ärzteschaft wehrt sich, befürchtet weiter zunehmenden Fachkräftemangel
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Andreas SchmidInlandredaktor

Pro Tag sollen Ärztinnen und Ärzte höchstens noch rund 1400 Franken für ambulante Leistungen vergütet erhalten. Dieser Betrag entspricht den Taxpunkten für zwölf Stunden Arbeit, die sie künftig maximal über die Grundversicherung verrechnen können.

Der Ärzteverband FMH, der nationale Spitalverband und jener der Krankenversicherer schlagen dem Bundesrat diese Lösung vor, was in der Ärzteschaft zu einem Aufschrei führt. Trotz Hausärztemangel sollten diese nicht mehr länger als zwölf Stunden pro Tag arbeiten. Wenn Patientinnen und Patienten nach erreichtem Höchsteinsatz kämen, könnten sie nicht mehr behandelt werden.

Auch wenn Notfälle oder ambulante Operationen nicht unter die Regelung fallen, zeigen sich Ärztinnen und Ärzte entrüstet. Weil ihr Arbeitsalltag längst anders aussieht und viele nicht nach zwölf Stunden die Praxis schliessen können. 

Von daher ist der Ärger verständlich. Doch den Betroffenen müsste es entgegenkommen, dass ein Vergütungsdeckel definiert wird. Dieser hilft nicht nur, schwarze Schafe mit Abrechnungen für 25-Stunden-Tage zu stoppen, sondern zwingt die Verantwortlichen auch, freundlichere Arbeitsmodelle zu schaffen, mehr Studienplätze für angehende Ärztinnen und Ärzte zur Verfügung zu stellen und den Fachkräftemangel wirksam anzugehen. 

Dass es in Praxen «normal» ist, mehr als zwölf Stunden pro Tag zu arbeiten, ist ungesund. Wenn die Ärztinnen und Ärzte mehr Freizeit erhalten, kann ihnen das nur guttun und erholend wirken. Also, chillt mal. Die Politik ist gefordert, endlich Rezepte gegen den – so noch zunehmenden – Fachkräftemangel zu finden. 

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