Darum gehts
- Luftqualität in der Schweiz hat sich verschlechtert
- Liestal und Chiasso haben schlechteste Luft in der Schweiz
- Nur 14 Prozent der Städte weltweit erfüllen WHO-Richtlinien für saubere Luft
Tief durchatmen, oder lieber doch nicht. Denn die Luftqualität in der Schweiz ist auf keinem guten Weg. Laut dem aktuellen «World Air Quality Report» des Schweizer Unternehmens IQAir mit Sitz in Steinach SG überschreitet die Schweiz den Richtwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Feinstaub fast um das Doppelte.
Die sogenannte PM2,5-Konzentration stieg im vergangenen Jahr von 7,3 auf 9,7 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m³) – das entspricht einem Anstieg von über 30 Prozent seit 2024. «20 Minuten» berichtete zuerst über den Report.
Schlechteste Luft in Liestal und Chiasso
Grund für die Verschlechterung sind grenzüberschreitender Waldbrandrauch aus Nordamerika sowie Saharastaub aus Afrika. Damit fällt die Schweiz auf Rang 98 von 143 untersuchten Ländern zurück – schlechter als Russland, Marokko oder Deutschland.
Liestal BL und Chiasso TI weisen laut Bericht mit 13,5 µg/m³ für das Jahr 2025 die schlechteste Luft unter den Schweizer Städten auf. Am besten schneidet Gambarogno TI mit 4,7 µg/m³ ab.
Wo die Luft am saubersten ist
Nur 13 von weltweit 143 Ländern liegen unter dem WHO-Grenzwert von 5 µg/m³, darunter vor allem Inselstaaten und nur drei europäische Länder: Island, Andorra und Estland. Französisch-Polynesien hat die sauberste Luft weltweit, während Loni in Indien mit 112,5 µg/m³ die weltweit höchste Feinstaubkonzentration aufweist.
Alle 25 Städte mit der höchsten Luftverschmutzung weltweit befanden sich in Indien, Pakistan und China – und drei der vier am stärksten betroffenen liegen in Indien.
Nur 14 Prozent der Städte weltweit halten die WHO-Richtlinien überhaupt ein. Rauch durch Waldbrände und der Klimawandel tragen erheblich zur Verschärfung der globalen Luftverschmutzung bei.