Männerfreie Zone am Berg
Diese Bergschule setzt auf reine Frauengruppen

Jahrelang fühlte sich Tanja Good in der männerdominierten Bergsportwelt wie eine Ausnahme. Heute sorgt die Unternehmerin mit «Chixxs on Board» dafür, dass Frauen die Berge in einem eigenen Umfeld erobern können.
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Tanja Good ist die Gründerin einer Outdoor-Schule.
Foto: Noemi Aeschlimann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • «Chixxs on Board» bietet Frauen exklusive Outdoor-Kurse in den Schweizer Alpen
  • Gründerin Tanja Good startete mit einem Longboardkurs für 30 Teilnehmerinnen
  • Seit zehn Jahren erfolgreich
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Nikolina PanticRedaktorin News

Sechs Personen steigen am Furkapass über Geröll und Fels hinauf. Immer wieder stützen sie sich mit Händen und Füssen ab. Die Route führt abseits der bekannten Wanderwege. So könnte ein Outdoorkurs bei «Chixxs on Board» aussehen. Eine Gruppe in den Alpen, auf den ersten Blick kein ungewöhnlicher Anblick. Aber diese Gruppe verbindet mehr als die Begeisterung für die Berge: Wer hier unterwegs ist, nimmt an einer Tour ausschliesslich für Frauen teil.

Die Idee stammt von Tanja Good (35). Sie ist die Gründerin von «Chixxs on Board», einem Outdoor-Kursanbieter für Frauen. Braucht es ein solches Angebot? Für sie ist die Antwort eindeutig. 

Eine Welt von Männern für Männer

Rückblende: Good ist gelernte Coiffeuse. Und die 35-Jährige hat eine Leidenschaft: die Berge. «Anfangs war es Freestyle, Skaten und Snowboarden. Auch Bergsport gehörte dazu», sagt sie. So beginnt Good, bei skateshop.ch zu arbeiten. Dort textet sie, setzt sich mit Produkten auseinander, betreut das Lager und merkt: «Die Industrie ist von Männern für Männer konzipiert.»

«Es gab schlichtweg kein Angebot für Frauen vor 16 Jahren. Auch niederschwellige Produkttexte waren sehr maskulin formuliert», erklärt sie weiter. Good schwelgt in der Vergangenheit und erinnert sich, dass es selten war, auf eine andere Frau im Snowpark oder beim Surfen zu stossen. Es sei cool gewesen, aber: «Es war anfangs auch negativ behaftet. Oft sah man sich als Konkurrenz.» Dieses Bild möchte sie ändern.

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Der Beginn einer Erfolgsgeschichte

Good tauscht sich mit ihren fünf Mitarbeitern aus. Diese raten ihr zu einem Blog. Sie haut in die Tasten, verfasst Interviews und Blog-Posts – der Grundstein ist gelegt. Eine Wintersaison in Amerika später kehrt die Bergsportlerin mit einer neuen Idee heim. Sie möchte Outdoorkurse für Frauen anbieten. 

«Ich bin nach Hause zurückgekehrt und organisierte den ersten Longboardkurs mit der Downhill-Skateboarderin Tamara Prader.» Maximal 30 Personen konnten sich anmelden. Good lacht, als sie erzählt, dass sie schon glücklich gewesen wäre, wenn überhaupt drei Frauen gekommen wären. «Schlussendlich standen 30 Frauen am Treffpunkt.»

Von der Fragenden zur Gefragten

Der Einstieg war alles andere als einfach: «Früher musste ich nachfragen und mich beweisen bei den Marken. Dann hast du das bekommen, was im Lager gelegen ist», erklärt die Gründerin. Heute bekommt sie Anfragen und ist seit zehn Jahren selbständig.

Was lernt man in einer reinen Frauengruppe? «Ziel ist, dass Frauen selbstbewusst in ihrer Passion wachsen können. Wenn das dominierende Geschlecht nicht präsent ist, entsteht ein anderer Raum. Dann muss man nicht ständig in einer maskulinen Rolle unterwegs sein.» Good hat es sich auch zur Hauptaufgabe gemacht, dass sich Frauen positiv miteinander vergleichen.

Worüber spricht man am Berg?

Im Bergsport ist es üblich, ein Ziel vor Augen zu haben. Sei es ein Berg oder eine schwierige Wanderroute. «Bei uns ist das Ziel, dass sie etwas lernen und mitnehmen. Wir sind nicht einfach Erlebnisschaffende.» Neben dem Erlernen neuer Fähigkeiten spreche man auch über Angstverhältnisse, Zyklus, Muttersein oder auch die Menopause.

Für Good ist die Zusammensetzung der Gruppen bei «Chixxs on Board» etwas Besonderes. «Wenn du vier Tage unterwegs bist, ist es entscheidend, dass man als Gruppe agiert», sagt sie. «Weil Frauen noch immer in der Minderheit sind, können wir nicht auf unsere weiblichen Vorteile eingehen, sondern haben das Gefühl, man muss immer besser sein.» Etwas, das Good mit einer reinen Frauengruppe ändern möchte.

Was passiert, wenn ein Mann sich in die Gruppe verirrt?

Gibt es auch Schattenseiten? «Ein Nachteil kann sein, dass manche die Vorstellung haben, dass wir gegen Männer sind», sagt sie. Ab und zu passiere es, dass sich auch ein Mann in die Frauengruppe verirrt. Diese könnten dann in Absprache mit der Gruppe und deren Zusicherung teilnehmen. 

Für die Gründerin sei das Schönste, wenn unter den Teilnehmerinnen echte Freundschaften entstehen. «Es freut mich, zu sehen, wie Whatsapp-Chats entstehen. Du meldest dich an für einen Kurs und gehst nach Hause mit neuen Freundschaften.» 

Die sechs Frauen steigen am Furkapass weiter über Geröll und Fels. Am Ende der Tour haben sie nicht nur einen Gipfel und eine Route gemeistert, sondern vielleicht auch Menschen gefunden, mit denen sie die nächste Tour planen.

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