Darum gehts
- Viele Reisebegeisterte möchten internationalen Sehenswürdigkeiten besuchen
- Die Schweiz bietet spektakuläre Naturwunder ähnlich bekannter internationaler Landschaften
- Fünf Beispiele, die verblüffend ähnlich sind
Viele von uns führen eine Reiseliste mit Orten, die wir irgendwann einmal besuchen möchten. Schliesslich lockt die grosse weite Welt mit spektakulären Naturwundern – von den tiefen Schluchten des Grand Canyon mit ihren rostroten Farben bis zu den endlosen Dünen der Sahara inklusive Fata Morgana.
All diese Orte zeichnen sich durch ihre einzigartige Natur aus. Doch was viele nicht wissen: Es benötigt keinen Langstreckenflug, um aussergewöhnliche Naturphänomene zu bestaunen. Einige dieser Szenerien gibt es überraschenderweise auch in der Schweiz.
Die nordamerikanischen Badlands sind ganz nah
Die amerikanischen Badlands gelten als eine der bekanntesten Landschaftsformen der USA – insbesondere im Bundesstaat South Dakota. Gemäss dem Geowissenschaften-Lexikon handelt es sich dabei um Erosionslandschaften in Gebirgsregionen. Da Badlands kaum ebene Flächen aufweisen, sind sie für die landwirtschaftliche Nutzung ungeeignet.
Doch auch hierzulande gibt es solche Landschaften. Sie befinden sich im Wallis und sind als Erdpyramiden von Euseigne bekannt. Die bizarren Formationen wirken zugleich befremdlich und faszinierend: Inmitten des saftigen Grüns ragen die Felssäulen in die Höhe. Entstanden sind sie vor rund 80'000 bis 100'000 Jahren durch den Rückzug der Gletscher.
Zwar fehlt ihnen die markante Farbvielfalt der amerikanischen Badlands, doch ihre ungewöhnlichen Formen beeindrucken dennoch. Auf den Spitzen der Pyramiden thronen mächtige Steinblöcke, die die darunterliegenden Pfeiler vor Erosion schützen.
Ein Hauch Amazonas in der Schweiz
Wer von dichter Wildnis und unberührter Natur träumt, muss dafür nicht zwingend nach Südamerika reisen. Auch Europa war einst von ausgedehnten Urwäldern bedeckt, wie der WWF schreibt. Als Urwald gelten Naturräume, die sich über lange Zeit ohne menschliche Eingriffe entwickeln konnten. Solche ursprünglichen Wälder sind heute nahezu verschwunden – doch vereinzelt gibt es noch Gebiete, in denen sich die Natur weitgehend frei entfalten kann.
Ein eindrückliches Beispiel dafür liegt mitten in der Schweiz: der Bödmerenwald im Kanton Schwyz. Das abgelegene Waldgebiet gilt als einer der ursprünglichsten Wälder des Landes und wird oft als Urwald der Schweiz bezeichnet.
Zwischen mächtigen Fichten mit säulenartigen Kronen, knorrigen Bergföhren und moosbedecktem Totholz fühlt sich ein Spaziergang schnell wie eine kleine Expedition an. Dichte Farnfelder, feuchte Waldluft und das wilde Durcheinander der Natur verleihen dem Bödmerenwald stellenweise eine beinahe tropische Atmosphäre – ungewöhnlich für eine Landschaft mitten in den Schweizer Alpen.
Der wilde Grand Canyon des Bündnerlands
Selbst wer nie dort war, dürfte den Grand Canyon kennen. Die berühmte Schlucht im US-Bundesstaat Arizona ist vor allem für ihre spektakulären Felsformationen bekannt, durch die sich der Colorado River schlängelt. Wer sich nach wilden Landschaften sehnt, die an die wohl bekannteste Schlucht der Welt erinnern, wird auch im Bündnerland fündig.
Die Rheinschlucht entstand vor rund 9500 Jahren und wird oft als Swiss Grand Canyon bezeichnet. Das leuchtend hellblaue Wasser und die markanten, schroffen Felsformationen lassen sich bei River-Rafting-Touren oder auf Wanderungen erkunden.
Weisse Felswände, wildes türkisblaues Wasser und märchenhafter Wald schaffen eine Szenerie wie auf einer Postkarte. Kleiner Tipp: Aus der Vogelperspektive sieht die Rheinschlucht dem Grand Canyon besonders ähnlich.
Die Freiburger Dolomiten
Spätestens im Altweibersommer tauchen die Dolomiten bei vielen im Instagram-Feed auf. Die italienische Gebirgsgruppe zieht mit ihren markanten Kalksteinformationen jährlich Millionen von Besucherinnen und Besuchern an, wie die Internationale Union für Naturschutz berichtet. Wer dem Massentourismus entgehen möchte, sollte einen Blick auf die Gastlosen werfen.
Oberhalb von Jaun FR ragen die markanten Kalkzacken in die Höhe, die stark an die berühmten italienischen Dolomiten erinnern. Die zerklüfteten Felswände wirken rau und imposant. Im warmen Licht der Abendsonne erscheinen die schroffen Formationen jedoch plötzlich überraschend sanft.
Wenn Patagonien um die Ecke liegt
Eine äusserst abwechslungsreiche Landschaft erwartet Naturliebhabende in Patagonien. Zwischen Chile und Argentinien erstrecken sich beeindruckende Fjorde und gewaltige, knarzende Gletscher. Die Szenerie verändert sich beinahe im Minutentakt.
Während man für Patagonien eine weite Reise auf sich nehmen muss, liegt Engelberg mit einem verblüffend ähnlichen Panorama deutlich näher. Ob beim Anblick der schneebedeckten Berge oder am wilden Stäuberwasserfall – hier zeigt sich die Natur von ihrer spektakulären Seite.