Wandersaison löst Glut-Hitze ab
Die heftigen Hitzetage sind vorbei und darüber freut sich nicht nur die Natur selbst, sondern auch jene, die sich gerne in ihr aufhalten – Wanderbegeisterte zum Beispiel. Da das Wetter teilweise noch relativ unbeständig ist und sich auch die Meteorologinnen und Meteorologen noch nicht ganz einig sind, welchem Modell man vertrauen soll, sollte man den Ausflug aber gut planen, statt einfach draufloszumarschieren.
Nachdem es am Freitag ordentlich abkühlt, steigen die Temperaturen am Samstag wieder etwas an, und zwar je nach Region auf zwischen 22 und 24 Grad. Heftige Gewitter sind wohl nicht zu erwarten. Es kann aber zu vereinzelten Schauern kommen.
Wer am Samstag wandern gehen will, könnte zum Beispiel ins Napfgebiet zwischen Luzern und Bern. Hier geht’s nicht ultrahoch hinaus, dafür ist das Panorama allemal sehenswert und die Gegend bietet auch Touren, die für Ungeübte zu bewältigen sind.
Wer gleich das ganze Wochenende nutzen möchte, könnte am Samstag im Napfgebiet beziehungsweise im Emmental übernachten und am Sonntag nochmals eine Wanderung anhängen.
Wer auch den Sonntag für eine Wanderung zur Verfügung hat, sollte klar auf diesen setzen. Das Wetter bleibt beständiger und es wird noch einmal rund ein Grad wärmer. Im Toggenburg gibt es zahlreiche Optionen für einen Wandersonntag.
Es muss ja nicht gleich die Churfirsten-Gratwanderung sein. Der Weg von Wildhaus nach Gamplüt tut es auch. Über Weiden und vorbei an lichten Wäldern geht es bis zur Hochebene Gamplüt am Fuss des Wildhauser Schafbergs. Wer sich noch zum Aussichtspunkt Alp Fros hinaufkämpft, wird mit einem Blick ins Rheintal belohnt.
Wer nicht ins Tal zurücklaufen will, kann die Wanderung abkürzen und für den Rückweg die erste solarbetriebene Gondelbahn der Welt ausprobieren.
Einen Wanderausflug sollte man auch seiner körperlichen Konstitution anpassen. Wer gerade erst das Wandern für sich entdeckt, ist wohl mit einem Wandertag in Lenk oder Adelboden gut bedient.
Von Lenk aus bringt dich ein Bus mit Extrastopp zum Iffigfall. Von hier aus marschierst du los und solltest nach rund drei Stunden bei den Simmenfällen ankommen. Zu bestaunen gibt es auf diesem Trip unter anderem den Iffigfall, laut Schweiz Tourismus einen der schönsten Wasserfälle im Berner Oberland, mit über 100 Metern Fallhöhe.
Absolute Wandermuffel, die bis Ende Jahr noch ein paar gute Vorsätze abarbeiten wollen, fahren ins Emmental und nehmen dort die Wanderung Luthern – Hochänzi – Luthern Bad unter die Füsse. Hier gibt es sogar eine kindergerechte Variante über etwas mehr als fünf Kilometer, bei der man die Welt der Mutterkühe kennenlernt.
Bestes Wochenende für die Berge
Die Schweiz schwitzt – jedenfalls bis zum Donnerstag. Während man dann aufgrund der Gewitter kurz durchatmen kann, wird es rechtzeitig zum Wochenende wieder heiss.
«Es ist ein ruhiges Wochenende vom Wetter her», sagt Michael Eichmann von Meteo News. Wer raus möchte, sollte sich laut Meteorologen besonders einen Tag anschauen: «Der Samstag ist von morgens bis abends wolkenlos. Im Mittelland wird man vergebens nach Wolken suchen.»
Auch mit Blick aufs Thermometer wird es angenehm: «Temperaturmässig sind es auf 2000 Metern am Wochenende zwischen 17 und 18 Grad. Da kann man gut im Shirt unterwegs sein», sagt Eichmann. Die Nullgradgrenze liegt zwischen 4000 und 4200 Höhenmeter.
Vorsicht am Sonntag
Den strahlend blauen Himmel kann man am Samstag geniessen, aber: «Am Sonntag besteht eine Gewitterneigung von Südwesten her», so der Meteorologe. Das Gewitter zieht vom Wallis über das Berner Oberland bis hin zur Zentralschweiz.
Diese Wanderregionen empfiehlt die Blick-Redaktion:
- Wer die Kälte sucht, sollte hoch hinaus. Zeit, um den Glacier 3000 zu besuchen. Der Ort gleicht einem Spielplatz auf rund 3000 Höhenmetern und bietet Wanderwege mit prächtigem Ausblick.
- Eisig kalt ist es auch beim Aletschgletscher, der sowieso ein Augenschmaus ist. Hier steht auch die grösste SAC-Hütte der Schweiz.
Bestes Schwimm-Wetter
Wer lieber am Wasser verweilt, hat dieses Wochenende Glück. «Am Samstag liegen die Höchstwerte bei 31 oder 33 Grad und Sonntag bei 33 bis 34», sagt Eichmann. «Heiss ist es sowieso.»
Wer baden möchte, hat freie Wahl. «Von den grösseren Seen ist die Temperatur zwischen 25 und 28 Grad», sagt Eichmann. Wer es eher kühler mag, sollte einen Bergsee aufsuchen: «Die keinen Seen in den Bergen sind eher kühler.»
Diese Badeorte empfiehlt die Blick-Redaktion:
- Mit einer erfrischenden Wassertemperatur von rund 20 Grad ist die Riale di Pincascia Lavertezzo im Tessin ideal für diejenigen, die dem Zürcher Streetparade-Trubel fernbleiben möchten.
- Wer weder auf Wandern noch auf Baden verzichten möchte, sollte dem Hinterburgseeli auf der Axalp im Berner Oberland einen Besuch abstatten. Die Wanderung dauert rund eineinhalb Stunden und führt an über 100 Holzschnitzereien vorbei.
Achtung: Sprung ins Wasser kann gefährlich werden
Auch dieses Wochenende ist beim Baden Vorsicht geboten. «Die Wasserstände sind deutlich unter der Norm», erklärt der Meteorologe. Vor dem Sprung ins Wasser sollte man sich vergewissern, dass dieses auch tief genug ist.