Tiktok-Alpinisten
Handy ersetzt Planung – Bergretter schlagen Alarm

Immer mehr junge und unerfahrene Menschen geraten wegen Social Media in den Bergen in Gefahr. Rund um die Zugspitze häufen sich Rettungseinsätze für sogenannte Tiktok-Alpinisten. Auch im Berner Oberland zeigt sich, wie soziale Medien das Verhalten am Berg verändern.
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Auf der Stopselzieher-Route zur Zugspitze müssen jedes Jahr zahlreiche überforderte Alpinisten gerettet werden.
Foto: Bergrettung Ehrwald

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Zahlreiche Rettungseinsätze für unerfahrene Tiktok-Alpinisten rund um die Zugspitze
  • Bergwacht rettete 2026 in österreichischem Wandergebiet bereits rund 30 Personen aus Notlagen
  • 90 Prozent der Bergbesucher sind Gelegenheitswanderer, oft schlecht vorbereitet
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Gina Grace ZurbrüggRedaktorin News

Rund um die Zugspitze in Österreich häufen sich derzeit Rettungseinsätze sogenannter Tiktok-Alpinisten. Laut der österreichischen Bergwacht mussten in Ehrwald allein in dieser Saison bereits rund 30 Personen aus Notlagen gerettet werden. Zuerst berichtete die «Kronen Zeitung» darüber. Viele der Betroffenen seien jung, unerfahren und würden ihre Fähigkeiten überschätzen. Inspiriert von «schönen Videos» auf Social Media würden sie schlecht vorbereitet zu Bergtouren aufbrechen, Sperrungen missachten und alpine Gefahren massiv unterschätzen.

Sie betrachten die Berge als Spielplatz

Die Bergrettung Ehrwald kritisiert diese Entwicklung scharf. Rettungschef Robin Lutnig erklärte gegenüber der «Kronen Zeitung», viele junge Menschen würden Touren aus sozialen Medien nachahmen und die Berge «wie einen Spielplatz» betrachten. Auch seine Stellvertreterin Regina Poberschnigg schilderte, dass viele stundenlang durch Schnee laufen würden, ohne an den Rückweg oder die letzte Talfahrt der Bahn zu denken. Häufig fehle am Ende die Kraft für den Abstieg, wodurch die Betroffenen in der Dunkelheit in Panik geraten würden.

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«Das Handy vermittelt ein falsches Sicherheitsgefühl»

Ähnliche Beobachtungen macht auch Hüttenwart Jürg Martig von der Blüemlisalphütte im Berner Oberland. Die Hütte liegt rund sechs Stunden vom berühmten Oeschinensee entfernt, der durch soziale Medien stark an Popularität gewonnen hat. Der erfahrene Bergführer arbeitet seit vielen Jahren als Hüttenwart und erlebt den Besucheransturm hautnah mit. «Es kommen immer mehr Leute. Ausser vor 20 bis 30 Jahren war Bergsteigen noch beliebter als heute, im Gegensatz zum Wandern», sagt Martig zu Blick. Besonders junge Menschen würden heute vermehrt in die Berge strömen.

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Gleichzeitig beobachtet er einen veränderten Umgang mit alpinen Risiken. Viele Gäste würden sich zu stark auf Technik verlassen. «Das Handy vermittelt ein falsches Sicherheitsgefühl», erklärt Martig. Immer häufiger kämen Wanderinnen und Wanderer schlecht vorbereitet zur Hütte. «Wanderschuhe sind schon fast ein Wunschdenken», führt er aus.

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Rega muss wegen Überforderung ausrücken

Früher kamen vor allem Profis in die Berge. Heute sind 90 Prozent der Gäste Gelegenheitswanderer. Das hat Folgen, denn sobald das Wetter umschlägt oder der erste Schnee fällt, bricht das Chaos aus.

In der Region Kandersteg häufen sich die Rettungseinsätze. Im letzten Jahr musste die Rega mehrfach ausrücken – nicht wegen Unfällen, sondern wegen totaler Überforderung. «Viele Touristen wissen schlicht nicht, was 1500 Höhenmeter bedeuten», so Martig weiter. «Sie unterschätzen die Kraft, die Zeit und die Natur.»

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