Unbequem, aber wahr
Diese brutalen Karrierewahrheiten bringen dich weiter

Der Schweizer Arbeitsmarkt wird härter. Wer auf Anerkennung hofft, verliert. Der Karriereexperte Scott Caputo zeigt, wie man vorwärtskommt.
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Je nach Studie liebäugeln bis zu 70 Prozent aller Arbeitnehmenden mit einer Kündigung.
Foto: Getty Images/Image Source

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Hoffnung, dass andere die eigenen Erfolge wahrnehmen und würdigen, werde sich nicht erfüllen
  • Nur wer sich dieser Realität bewusst sei, komme im Berufsleben weiter.
  • Zu diesem Zweck hat Caputo «neun brutale Karrierewahrheiten» identifiziert und für jede einen Lösungsweg skizziert
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Tina Fischer
Handelszeitung

Bist du zufrieden mit deinem Job? Mit deinem Gehalt, der Verantwortung und deinen Angestellten? Oder schaust du dich nach einer neuen Stelle um? Dann bist du nicht allein: Je nach Studie liebäugeln bis zu 70 Prozent aller Arbeitnehmenden mit einer Kündigung.

Und wer diesen Schritt tatsächlich macht, könnte laut Studien nicht nur mit einem rund 30 Prozent höheren Gehalt rechnen, sondern dürfte auch neue Fähigkeiten lernen. Trotzdem wagen nur rund 15 Prozent den Wechsel, denn für viele ist er mit zu vielen Unsicherheiten verbunden.

So ist etwa unklar, ob die neue Stelle den aktuellen Standard halten kann – sei das in Bezug auf die Verantwortung, den Lohn oder die Flexibilität. Auch angesichts der geopolitischen Unsicherheiten warten aktuell viele ab. Zudem hat der Arbeitsmarkt angezogen: Das Staatssekretariat für Wirtschaft verzeichnet leicht steigende Arbeitslosenquoten, und der Swiss Job Tracker der ETH, der die Anzahl online ausgeschriebener Stellenausschreibungen misst, sinkt. In dieser Gemengelage harren viele in ihrer Position aus. Und hoffen, dass ihre Treue, ihre Leistungen und Erfolge wahrgenommen und belohnt werden.

Eine Illusion, wie der amerikanische Karriereexperte Scott Caputo befindet. «Der Markt interessiert sich nicht für Ihre Absichten, Ihr Potenzial oder Ihre Ausreden», schreibt der mehrfache Start-up-Gründer und Sparringspartner für Führungskräfte auf LinkedIn. «Der Markt belohnt Ausführung, Ergebnisse und Wert – nichts anderes.»

Die Hoffnung, dass andere die eigenen Erfolge wahrnehmen und würdigen, werde sich nicht erfüllen. Nur wer sich dieser Realität bewusst sei, komme im Berufsleben weiter. Zu diesem Zweck hat Caputo «neun brutale Karrierewahrheiten» identifiziert und für jede einen Lösungsweg skizziert:

1. Niemand verfolgt deine Erfolge

Wahrheit: Erfolge werden in dem Moment vergessen, in dem du sie erzielt hast. Grund: Gerade Führungskräfte sind oft mit Aufgaben überlastet und schaffen es nur selten, alle Leistungen ihrer Leute zu verfolgen. Lösung: Führe ein persönliches Erfolgsjournal, und bringe deine Leistungen aktiv in Gesprächen ein. Kommuniziere deine Erfolge regelmässig.

2. Dein Potenzial hat keinen Wert

Wahrheit: Was du theoretisch leisten kannst, bringt dir in der realen Welt keine Anerkennung. Nur umgesetztes Potenzial hat Wert. Grund: Firmen bewerten und belohnen greifbare Ergebnisse, nicht ungenutzte Fähigkeiten oder Versprechen. Am Ende überzeugen Taten, Fakten und Zahlen. Lösung: Wandel Projekte oder Initiativen in messbare Einheiten um. So verfolgst du den Fortschritt und kannst Beweise für deine Leistungen liefern.

3. Loyalität wird bestraft

Wahrheit: Wer zu lange in derselben Firma verweilt, ist unterbezahlt. Unternehmen entlohnen Neuankömmlinge besser. Grund: Firmen setzen auf die emotionale Bindung langjähriger Mitarbeitender. Neuen Talenten machen sie bessere Angebote. Lösung: Evaluiere regelmässig deinen eigenen Wert am Arbeitsmarkt. Sprich deine Gehaltsentwicklung offen an, und nutze externe Angebote als Verhandlungsbasis.

4. Dein Einsatz interessiert nicht

Wahrheit: Harte Arbeit beeindruckt niemanden, der wirklich zählt. Nur greifbare Ergebnisse schaffen Karrierekapital. Grund: In der Wirtschaft zählen letztlich nur messbare Beiträge, die den Unternehmenserfolg beeinflussen – nicht Überstunden oder der subjektive Einsatz. Lösung: Konzentrier dich auf ergebnisorientiertes Arbeiten statt auf Präsenzzeit. Identifizier die wertschöpfenden Tätigkeiten, und priorisiere diese.

5. Deine Fähigkeiten veralten

Wahrheit: Die Halbwertszeit von beruflichen Fähigkeiten verkürzt sich jährlich. Grund: Technologische Entwicklungen und Marktveränderungen beschleunigen sich kontinuierlich. Lösung: Reservier dir Zeit für die Weiterbildung. Informier dich über Branchentrends, und konzentrier dich auf Skills, die in Zukunft wichtig sein werden.

6. Dein Netzwerk ist deine Grenze

Wahrheit: Individuelle Leistung überwindet Beziehungsdefizite nicht. Wer dich kennt, ist wichtiger als das, was du weisst. Grund: Empfehlungen und Kontakte öffnen Türen, die in Bewerbungsprozessen oft verschlossen bleiben. Lösung: Erfasse deine zehn wichtigsten Bezugspersonen, und baue authentische Beziehungen auf.

7. Dein Unbehagen ist der richtige Weg

Wahrheit: Wer beruflich stets den leichten Weg wählt, landet in der Stagnation. Grund: Unser Gehirn und unsere Fähigkeiten entwickeln sich nur durch Herausforderungen, auch durch frei gewählte. Lösung: Wähle bewusst Aufgaben, die dich aus der Komfortzone holen – und überschreite die Grenze dieser Zone regelmässig.

8. Niemand schafft Chancen für dich

Wahrheit: Wer darauf wartet, entdeckt zu werden, bleibt verborgen. Wer nach Erlaubnis fragt, ist mittelmässig. Grund: In der schnelllebigen Arbeitswelt haben Vorgesetzte selten Zeit, individuelles Potenzial zu erkennen und zu fördern. Lösung: Identifiziere deine Chancen selbst, und ergreife Initiativen. Präsentier Lösungen, statt auf Anweisungen zu warten.

9. Nur du kennst deine Geschichte

Wahrheit: Niemand kennt deine Geschichte oder deinen Wert. Du musst ihn deshalb klar formulieren. Grund: Menschen sind mit ihren eigenen Prioritäten beschäftigt und interpretieren Leistungen ohne klare Kommunikation oft falsch. Lösung: Entwickele eine prägnante, überzeugende Darstellung deiner beruflichen Geschichte und deines Wertes. Kommuniziere sie regelmässig.

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