Die stille Kündigung
6 Zeichen dafür, dass deine Karriere nur noch mit einer Kündigung vorankommt

So können Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen feststellen, dass ihr Weiterkommen im Job von ihrer aktuellen Arbeitgeberin oder dem Chef nicht unterstützt wird.
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Stille Kündigung tut weh: wenn das Weiterkommen beim aktuellen Arbeitgeber verunmöglicht wird.
Foto: Getty Images/Westend61

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Fast die Hälfte der Linkedin-Nutzer erlebte «stille Entlassung» am Arbeitsplatz
  • Fehlende Förderung und unerreichbare Ziele sind gängige Methoden beim «stillen Feuern»
  • Linkedin-Umfrage, August 2025: 50 % der Befragten berichten von «stiller Entlassung»
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Harry Büsser
Handelszeitung

Es wird oft über die stille Kündigung gesprochen, aber zu wenig über die stille Entlassung, denn die tut wirklich weh. Wer jemals das Gefühl hatte, dass die Chefin oder der Chef einem keine andere Wahl lässt, als den Job zu kündigen, um die eigene Karriere voranzutreiben, wurde «still gefeuert».

Gemäss einer Umfrage vergangenen August im Businessnetzwerk Linkedin gilt als stilles Feuern, wenn einer Person jahrelang keine Gehaltserhöhung oder Beförderung gewährt wird, ihre Verantwortlichkeiten auf Aufgaben verlagert werden, die relativ wenig Erfahrung erfordern, oder ihr absichtlich Entwicklungs- und Führungsmöglichkeiten entzogen werden.

Eine Umfrage bei Linkedin zeigt: Fast die Hälfte der Befragten hat bereits miterlebt, wie Kollegen oder Kolleginnen still entlassen wurden.

Still gefeuert und innerlich gekündigt

Eine stille Entlassung führt meist zu einer inneren Kündigung. Das heisst, dass Mitarbeitende in ihrer Position nur noch das Nötigste an Arbeit leisten, während sie nach ihrem nächsten Karriereschritt suchen. Die innere Kündigung eines Mitarbeiters kann also ursächlich vom Unternehmen beziehungsweise von dessen Vertretern über eine stille Kündigung ausgelöst werden. Die stille Kündigung kann manchmal politisch motiviert sein, etwa wenn eine Vorgesetzte eine Favoritin unter den Mitarbeiterinnen hat. In solchen Fällen kann die Nummer zwei zugunsten der Nummer eins «still» aus dem Unternehmen gedrängt werden.

Wenn man langsam aus einem Job oder aus einer Rolle herausgedrängt wird, kann das mit subtilen Signalen beginnen, die darauf hindeuten, dass die eigene berufliche Entwicklung nicht unterstützt wird und man sich besser nach einem neuen Arbeitgeber umsehen sollte. Nachfolgend einige Beispiele dafür:

1. Die Erwartungen an deine Arbeit oder an dein Arbeitspensum ändern sich, ohne dass du viel dazu sagen kannst oder ernst genommen wirst, wenn du dich dazu äusserst.

Das zeigt, dass die Unternehmensvertreterinnen sich wahrscheinlich darauf verlassen, dass du sowieso bleibst und dir das gefallen lässt. Zudem gehen die Chefs und Chefinnen davon aus, dass sie für den Job eine andere Person finden würden, falls du kündigst.

2. Du bemerkst, dass dein Chef oder deine Chefin öfter Beiträge von Teammitgliedern lobt, aber nie deine.

Das kann dir in Sitzungen auffallen, sei es virtuell oder vor Ort. Oder es kann im Zusammenhang mit geschäftsrelevanten Beiträgen in Businessnetzwerken erfolgen: Wenn Führungspersonen deines Unternehmens dort die Beiträge von anderen Mitarbeitenden öfter mit einem «gefällt mir» kommentieren, deine Beiträge aber nie, ist das ein Warnsignal.

3. Dein Chef oder deine Chefin geht Gesprächen mit dir aus dem Weg.

Vorgesetzte können Termine verpassen, weil sie beschäftigt sind. Aber sie könnten sich auch gedacht haben, dass ein Gespräch unangenehm werden könnte. Es könnte zudem sein, dass die Führungskraft nicht an dich glaubt, dich nicht unterstützen mag.

Es ist schlussendlich egal, ob deine Vorgesetzten nicht an dich glauben oder ob es die Kultur deines Arbeitgebers ist, dass Führungskräfte die Mitarbeitenden nicht unterstützen: Das ist kein Umfeld, in dem du wachsen und gedeihen kannst.

4. Dein Chef oder deine Chefin vertraut bevorzugte Projekte nicht dir an, sondern anderen Teammitgliedern.

Das gilt noch stärker, wenn deine Vorgesetzten deine Lieblingsprojekte plötzlich anderen Mitarbeitenden übergeben wollen. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass dein Chef oder deine Chefin dir nicht vertraut. Deshalb gibt die Führungskraft ein Projekt lieber einer anderen Person, von der sie überzeugt ist, dass diese die Arbeit gut machen wird.

5. Dir wird ein unangemessener Plan zur Verbesserung deiner Leistung auferlegt.

Manchmal sind Leistungsverbesserungspläne eine echte Chance für Mitarbeitende, sich zu entwickeln. Wenn du jedoch kompetent bist und der Verbesserungsplan nur auf persönlichem, nicht messbarem Feedback beruht, könnte das eine stille Entlassung sein.

Das gilt vor allem, wenn die Verbesserungsziele unerreichbar sind oder es sehr unwahrscheinlich ist, dass sie im erwarteten Zeitrahmen erfüllt werden können.

6. Deine Kollegen und Kolleginnen erhalten Gehaltserhöhungen und Beförderungen – du nicht.

Das wiegt besonders schwer, wenn du gleichzeitig erfolgreich in deinem Job bist. Wenn du etwa Preise für deine Arbeit gewinnst, die ausserhalb des Unternehmens gelobt werden, aber intern keine Wirkung darauf haben, wie deine Vorgesetzten dein Weiterkommen fördern.

Wenn einer oder mehrere dieser Punkte bei dir zutreffen, dann kann es ratsam sein, das Gespräch mit deinen Führungspersonen zu suchen und allenfalls die Suche nach einem neuen Arbeitgeber in Betracht zu ziehen.

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