Datenanalyse wird wichtiger
Diese Fähigkeiten brauchst du für einen Job im Marketing

Noch vor Kurzem war Marketing das gelobte Land für kreative Köpfe. Doch heutzutage sind die Anforderungen deutlich komplexer. «Im Marketing dreht sich alles um Zahlen», betont eine Personalvermittlerin.
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Kreativteam: Marketing gilt als Job, bei dem man «coole Dinge» machen und gut verdienen kann.
Foto: imago/Westend61

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Marketing verlangt heute Zahlenfokus und Analyse statt nur Kreativität
  • Seit 2022 starker Anstieg in datengetriebenen Marketingrollen beobachtet
  • Jobwechsel bringt oft 20 Prozent Gehaltserhöhung, aber keine Spitzensteigerungen
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Jahrelang galt Marketing als Traumfeld für kreative Köpfe – eine Branche, in der man «coole Dinge» machen und gut verdienen kann. Heute ist es ein Sektor, in dem künstlerische Vision mit soliden analytischen Fähigkeiten einhergehen muss. Bewerber werden anhand ihres analytischen Denkens und ihrer logischen Argumentationsfähigkeit beurteilt.

Vor allem überrascht Neueinsteiger in den Arbeitsmarkt, dass es im modernen Marketing mehr um Zahlen und konkrete Geschäftsziele geht. Eine romantische Vorstellung von kreativer Arbeit kollidiert mit den starren Anforderungen der Konzerne.

«Im Marketing dreht sich alles um Zahlen. Es sind die konkreten Ziele, die wir für das Unternehmen erreichen müssen. Heute sprechen wir über die entscheidende Bedeutung des analytischen Teils: Datenanalyse, Trendanalyse, Erkenntnisanalyse sowie die Analyse der Konsumentenmarktsituation und des gesamten Umfelds», betont Justyna Malinowska, Arbeitsmarktexpertin bei Michael Page.

Es hat sich herausgestellt, dass Analytiker heutzutage die am schwersten zu findende Ressource auf dem Markt sind. «Wenn ich einen Punkt hervorheben müsste, dann wäre es die Herausforderung in diesem Bereich», so die Expertin. Arbeitgeber suchen nach Mitarbeitern, die Berichte analysieren, Schlussfolgerungen ziehen und diese in konkrete Massnahmen umsetzen können. Kreativität muss mit strategischem Denken und Geschäftssinn einhergehen.

Wettbewerb ist hart und Anforderungen der Arbeitgeber steigen

Es mangelt nicht an Menschen, die im Marketing arbeiten möchten. Personalvermittler bestätigen, dass zahlreiche Bewerbungen auf Stellenanzeigen eingehen. Gleichzeitig ähnelt die Marktsituation nicht mehr der von vor einigen Jahren, als Arbeitnehmer einen klaren Vorteil hatten. Nach einer dynamischen Wachstumsphase, die etwa 2022 begann, hat sich das Verhältnis zwischen Stellenangeboten und Bewerbern stabilisiert.

«Seit 2022 haben wir einen deutlichen Anstieg der Rekrutierungsprozesse beobachtet – im Markenmanagement, Handelsmarketing, Shopper-Marketing und Insight-Marketing, alles Bereiche, die mit Datenanalyse zu tun haben. Dies war eine Zeit intensiver Entwicklung», erinnert sich Malinowska.

Diese Kompetenzen sind heute unerlässlich

Unabhängig vom Erfahrungsstand suchen Arbeitgeber heutzutage Fachkräfte mit bestimmten Fähigkeiten:

  • Strategie- und Projektmanagement – die Fähigkeit, Aktivitäten zu planen und zu koordinieren
  • Datenanalyse – Schlussfolgerungen aus Zahlen ziehen und diese in konkrete Marketingmassnahmen umsetzen
  • Funktionsübergreifende Kooperation – Zusammenarbeit mit internen Stakeholdern und externen Partnern
  • Kenntnisse über KI-Tools und -Technologien sind heutzutage unerlässlich, auch wenn sich Organisationen in unterschiedlichen Implementierungsphasen befinden
  • Englischkenntnisse – ein Muss in internationalen Organisationen
  • Flexibilität und Anpassungsfähigkeit – die Fähigkeit, sich schnell an Veränderungen anzupassen
  • Neugierde auf die Welt – Wissbegierde, stets über Markt- und Verbrauchertrends informiert sein.

Unabhängig vom Erfahrungsstand suchen Arbeitgeber heutzutage Fachkräfte mit bestimmten Fähigkeiten:

  • Strategie- und Projektmanagement – die Fähigkeit, Aktivitäten zu planen und zu koordinieren
  • Datenanalyse – Schlussfolgerungen aus Zahlen ziehen und diese in konkrete Marketingmassnahmen umsetzen
  • Funktionsübergreifende Kooperation – Zusammenarbeit mit internen Stakeholdern und externen Partnern
  • Kenntnisse über KI-Tools und -Technologien sind heutzutage unerlässlich, auch wenn sich Organisationen in unterschiedlichen Implementierungsphasen befinden
  • Englischkenntnisse – ein Muss in internationalen Organisationen
  • Flexibilität und Anpassungsfähigkeit – die Fähigkeit, sich schnell an Veränderungen anzupassen
  • Neugierde auf die Welt – Wissbegierde, stets über Markt- und Verbrauchertrends informiert sein.

Auch heute noch gibt es viele Neueinstellungen, aber der Wettbewerb unter den Bewerbern ist deutlich grösser als während des Booms nach der Pandemie. «Das Erlernen und der Erwerb neuer Kompetenzen sind heutzutage von entscheidender Bedeutung, egal ob es sich um Marketing, Personalwesen, Finanzen oder andere Bereiche handelt», betont die Fachfrau.

Neue Generation ist sehr flexibel

Auch die Eintrittsbarrieren sind völlig anders. Die Generation Z, die in den Arbeitsmarkt eintritt, sind Digital Natives, für die der Aufbau einer persönlichen Marke in den sozialen Medien so selbstverständlich ist wie das Atmen. «Heute hat jeder von uns unzählige Möglichkeiten, seine Kreativität auszudrücken. Wir haben unzählige Werkzeuge dafür, und diese entwickeln sich ständig weiter», bemerkt Malinowska.

Das bedeutet einen schnelleren Karriereweg. Junge Menschen warten nicht auf ihren Abschluss, um ins Berufsleben einzusteigen. «Sie beginnen ihre Karriere viel früher. Masterabsolventen haben oft schon zwei oder drei Praktika absolviert und bereits früh im Studium wertvolle Erfahrungen gesammelt», erklärt die Personalvermittlerin. Studierende der Generation Z zeichnen sich ausserdem dadurch aus, dass sie nicht an einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Branche gebunden sind. Sie sind flexibel und bereit, häufig den Arbeitsplatz zu wechseln.

Gehälter stagnieren

In den letzten Jahren sind die Gehaltsvorstellungen deutlich gestiegen. Bewerber, die den Job wechseln, können mit 20 bis 30 Prozent mehr Gehalt als früher rechnen. Dies ist eine natürliche Reaktion auf die Inflation und die steigenden Lebenshaltungskosten.

Heute hat sich die Lage beruhigt. «Die Gehälter sind relativ stabil, ohne die sprunghaften Anstiege von vor ein oder zwei Jahren», so die Personalvermittlerin. Eine Gehaltserhöhung von 20 Prozent bei einem Jobwechsel sei weiterhin üblich, doch die Zeiten spektakulärer Steigerungen seien vorbei.

Die Expertin warnt ausserdem davor, sich ausschliesslich auf das Gehalt zu konzentrieren. «Man muss immer das Gesamtpaket betrachten. Boni und Zusatzleistungen können einen erheblichen Teil der Vergütung ausmachen», betont sie.

Künstliche Intelligenz und die Zukunft der kreativen Arbeit

Die technologische Revolution durch Künstliche Intelligenz betrifft vor allem den Content-Bereich. «Einfache Texte, Grafiken, erste Konzepte – all das lässt sich heute in wenigen Minuten erstellen. Es ist daher entscheidend, seine Fähigkeiten ständig weiterzuentwickeln und auf dem neuesten Stand zu bleiben», betont Malinowska. Ist das das Ende kreativer Arbeit? Nicht unbedingt.

Die Personalvermittlerin betont, dass Kenntnisse von KI-Tools noch keine zwingende Eintrittsbarriere darstellen. «Wir dürfen nicht vergessen, dass Unternehmen bei der Implementierung und Nutzung von KI ganz unterschiedliche Entwicklungsstände aufweisen», sagt sie. Lernbereitschaft sei entscheidend, um mit den Veränderungen Schritt zu halten. Die Branche erfordere heute mehr als nur Kreativität. Im Marketing müsse man technologisch auf dem neuesten Stand bleiben, Zahlen und Konsumenten verstehen und gleichzeitig frische Ideen entwickeln und sich an Veränderungen anpassen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Business Insider Polska. Die Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag. 

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