Darum gehts
- Die Integration ehemaliger CS-Kunden ist bis Ende März weitgehend abgeschlossen
- Neue Regelung: Es gibt keine Freistellung mehr für überzählige Banker bei der UBS
- Wer künftig nicht mehr gebraucht wird, muss weiterhin 80 Prozent arbeiten
Bei der UBS ist die Stimmung im Keller. Das Lachen sei aus den Gängen verschwunden, sagt ein Insider zu Blick. Das erstaunt nicht, denn Ende März dürfte der Grossteil der ehemaligen CS-Kundinnen und -Kunden in der Schweiz ins UBS-System überführt sein.
Damit beginnt das grosse Zittern, denn jetzt können die CS-Systeme abgestellt werden. Viele Mitarbeitende werden dann nicht mehr gebraucht. Wer keine Zukunft bei der Grossbank hat, der dürfte es spätestens im Frühling wissen. Bislang soll die UBS in der Schweiz 1500 Angestellte entlassen haben, wie die «Handelszeitung» kürzlich vorgerechnet hat. Insgesamt rechnet die UBS nach wie vor mit insgesamt 3000 Entlassungen in der Schweiz.
Wer das – zweifelhafte – Glück hatte, zur ersten Entlassungstranche zu gehören, profitierte von einer Sonderregelung: Die allermeisten Betroffenen wurden freigestellt. Das heisst sie erhielten – oder erhalten immer noch – den vollen Lohn, müssen aber nicht mehr für die UBS arbeiten. Sie können sich während acht bis zwölf Monaten einzig auf die Suche nach einem neuen Job konzentrieren.
Freistellung nur wegen Abbau von Doppelspurigkeiten
Das hat sich nun geändert, wie Blick von unabhängigen Quellen weiss. Wer nach dem Ende der CS-Integration erfährt, dass er oder sie nicht mehr gebraucht wird, muss weiterhin 80 Prozent für die Bank arbeiten. Die Jobsuche wird zur Nebenbeschäftigung am Feierabend.
Damit kehre die Bank zur alten Regelung zurück, wie sie in der UBS vor der CS-Übernahme gegolten habe, heisst es aus der Bank. In den ersten Phasen der Integration gab es viele Doppelspurigkeiten, weshalb die damals Betroffenen von der mehr oder weniger sofortigen Freistellung profitieren konnten. Doch damit ist nun Schluss.
Was die Mitarbeitenden stört und verunsichert: Über diese Änderung wurden sie dem Vernehmen nach noch gar nicht offiziell informiert. Es sind Gerüchte, die in den Gängen und beim Kaffee die Runde machen.
Weniger interne Jobs
Darüber wollte Blick auch mit dem Bankenpersonalverband sprechen. Leider blieb die Anfrage auf allen Kanälen unbeantwortet.
Der Sozialplan der UBS ist sehr komfortabel, Vergleichbares gibt es bei anderen Finanzinstituten nicht, geschweige denn in anderen Branchen. Doch dies ist für viele UBS-Banker, deren Job bedroht ist, ein schwacher Trost, denn ihre Chancen, innerhalb der UBS eine neue Aufgabe zu finden, sind schlechter als bei früher Entlassenen.
So gebe es innerhalb der Bank inzwischen viel weniger Jobmöglichkeiten, berichten Insider. Zudem stehen auch andere Finanzinstitute bezüglich Stellen auf der Sparbremse. Mit dem Ergebnis, dass die Zahl der arbeitslosen Banker in den letzten Monaten deutlich angestiegen ist.