UBS-Chef Sergio Ermotti zum Stand der CS-Integration
«Wir haben erwartet, mehr Kunden zu verlieren»

Gutes Ergebnis aber schlechte Karten an der Börse. Nach den Jahreszahlen verliert die UBS-Aktie deutlich an Wert. Obwohl die UBS bei der Integration gut vorankommt.
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UBS-Chef Sergio Ermotti erwartet, bald die Früchte der CS-Integration ernten zu können.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • UBS erzielt 2025 einen Gewinn von 7,8 Milliarden Dollar
  • Investoren unzufrieden, Aktienkurs fällt trotz starken Quartalszahlen um über 5 Prozent
  • 85 Prozent der ehemaligen CS-Konten erfolgreich auf UBS-Plattformen integriert
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Christian KolbeRedaktor Wirtschaft

Das dürfte UBS-Boss Sergio Ermotti (65) kaum geschmeckt haben. Da arbeitet die Bank im letzten Quartal viel besser, als es die Analysten erwartet haben. Und verdient 2025 so viel Geld wie vor der Übernahme der Credit Suisse. Konkret: 2025 erzielte die letzte verbleibende Schweizer Grossbank einen Gewinn von 7,8 Milliarden Dollar, was einer Steigerung von gut 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. 

Trotzdem sind die Investoren ungnädig, verkaufen die Aktien und bescheren der UBS am Tag der Jahreszahlen einen Kursverlust von zeitweise über 5 Prozent. Über die Gründe kann nur gerätselt werden: Liegt es daran, dass es im US-Geschäft noch nicht ganz so läuft, wie sich das die UBS vorgestellt hat? Oder an den Zuflüssen von Neugeldern, die etwas schwächer als im Vorjahr ausgefallen sind? Oder am ewigen Lamento des UBS-Bosses, dass er gerne mehr Geld an die Aktionäre in Form von Aktienrückkäufen ausschütten möchte, dies aber aufgrund der noch unklaren Kapitalregulierung nicht möglich sei?

Integration auf Kurs

Zum Vergleich: Vor der Übernahme der CS hat die UBS für 5,6 Milliarden Dollar eigene Aktien zurückgekauft, in diesem Jahr sollen es 3 Milliarden werden – gleich viel wie im letzten Jahr. Dazu erhalten die Aktionäre eine deutlich höhere Dividende als im Vorjahr. 

Noch immer spielt die Bank das Sicherheitsbedürfnis der Schweiz gegen die Erwartungshaltung der Aktionäre aus. Der parlamentarische Prozess zu den neuen Kapitalanforderungen für die letzte Grossbank braucht seine Zeit, daran kann auch die UBS nicht rütteln. Auch wenn die Chancen nach wie vor gut stehen, dass der Entscheid am Ende zugunsten der UBS ausfallen wird. 

Klar ist: Bei der Integration der CS kommt die Bank gut voran. 85 Prozent der ehemaligen Schweizer CS-Konten laufen bereits auf den UBS-Plattformen – ohne nennenswerte Probleme für die Kunden. «Wir machten grosse Fortschritte bei einer der komplexesten Integrationen der Bankengeschichte, während die regulatorische Unsicherheit in der Schweiz andauert», bringt Ermotti das Dilemma der Bank auf den Punkt.

Beim Abbau sind alle gleich

Immerhin: Die meisten Kunden halten der UBS die Stange, wie Ermotti auf eine Frage von Blick antwortet: «Wir haben erwartet, mehr Kunden zu verlieren.» Dass einige Kunden sauer seien, weil sie nicht mehr die Spezialkonditionen wie bei der CS bekämen, könne er verstehen. «Aber es ist im Interesse der UBS, möglichst resiliente Geschäfte zu machen.» Bald schon könne die Bank die Früchte der vollen Integration ernten, ist Ermotti zuversichtlich. 

Das heisst allerdings auch, dass die grosse Entlassungswelle in der Schweiz noch bevorsteht. Diese soll nun ab der zweiten Jahreshälfte anrollen. Davon seien aber nicht nur ehemalige CS-Mitarbeitende betroffen, wie Ermotti versichert. So wie es im Moment aussehe, sei die Last des Abbaus gleichmässig verteilt. «Der Prozess ist schmerzhaft, aber wir versuchen, alle Leute fair zu behandeln.» Es gehe um die Leistung und nicht darum, aus welcher Bank jemand komme. 

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