«400 Bewerbungen, nur Absagen»
So erleben unsere Leser die Jobsuche

Immer mehr Menschen in der Schweiz kämpfen mit der Suche nach einer neuen Anstellung. Betroffene Leser berichten von langen Bewerbungsphasen, wiederholten Absagen und existenziellen Ängsten.
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Die RAV zählten im Dezember 5740 Stellensuchende mehr als im Vormonat, insgesamt 231’624 Personen.
Foto: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Darum gehts

  • Mehr Kündigungen durch Stellenabbau
  • Leser berichten von eigenen Erfahrungen
  • Blick Umfrage: 20 Prozent finden derzeit keine neue Stelle
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Sarah RiberzaniRedaktorin Community

Die Zahl der Stellensuchenden ist im Dezember deutlich gestiegen. Das zeigt auch das Arbeitsmarkt-Barometer 2026: Kündigungen aufgrund von Personalabbau haben im Vergleich zum Vorjahr zugenommen und sind mit 41 Prozent weiterhin der häufigste Kündigungsgrund.

Besonders schwierig ist der Berufseinstieg für junge, gut ausgebildete Erwachsene. Im Durchschnitt suchen sie 3,2 Monate nach einer Stelle. Am längsten beansprucht sind allerdings Arbeitnehmende über 50: Ihre Jobsuche dauert im Schnitt 7,3 Monate. Zudem sind Personen über 50 seit Jahren überdurchschnittlich oft von Kündigungen betroffen. 

Wie betroffen ist die Leserschaft?

Eine Blick-Umfrage mit über 3000 Teilnehmenden zeigt, wie die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt von unserer Leserschaft wahrgenommen wird: 18 Prozent geben an, bereits eine Kündigung erhalten zu haben, 20 Prozent finden derzeit keine neue Stelle. Die Mehrheit von 63 Prozent sieht sich aktuell nicht unmittelbar betroffen.

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Persönliche Erfahrungen mit der Jobsuche

Wie herausfordernd die Jobsuche sein kann, erläutert der 45-jährige Leser Paul Hürlimann: «Ich habe mit 20 Jahren Arbeitserfahrung, zwei Mastern, nach einer Sparrunde beim Bund das wesentlich zäh erfahren: sieben Monate, bis ich eine neue Stelle hatte. 300 bis 500 Bewerbungen pro Stelle. Ich schaffte es in sieben Monaten bei acht Bewerbungen zu Gesprächen; viele andere warten Monate, ohne ins Gespräch zu kommen. Ich habe nun auch einen tieferen Lohn!»

Ähnlich berichtet Leser Thomas Müller: «Ich arbeitete lange im kaufmännischen Bereich, wurde aber wegen wirtschaftlichen Gründen gekündigt. Die Suche nach einem neuen Job zog sich bei mir über acht Monate hin. Deshalb kann ich jungen Leuten nur raten, lieber ein Handwerk zu lernen oder einen Pflegeberuf zu ergreifen. Dort gibt es nach wie vor gute Zukunftschancen!» 

«Über 400 Bewerbungen, nur Absagen»

Verena Appenzeller schildert die Situation eines Bekannten, der nach 16 Jahren als Firmeninhaber den Arbeitgeber wechselte und später ebenfalls aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt wurde: «Über 400 Bewerbungen, nur Absagen, gerade mal drei Vorstellungsgespräche. Nun ist er ausgesteuert – so sieht die Realität aus!» 

Auch Eric Cerf erlebt die Situation hautnah: «Kenne zwei Leute, die zuerst zwei Jahre beim RAV stempelten. Heute ausgesteuert, dümpeln sie leider der Rentnerarmut entgegen. Beide müssen auswandern. Der eine will in einem Jahr nach Portugal auswandern. Die andere zügelt zu ihrem Schatz bald nach Panama. Gibt mir echt zu denken, wohin die wirtschaftliche Reise der Schweiz wohl gehen mag? Immer mehr ins Abseits? Ja!» 

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