Darum gehts
- Schweiz: Arbeitslosigkeit steigt, Jobsuche schwieriger, globaler Druck prägt Arbeitswelt
- Zahl der Bewerbungen pro Stelle gestiegen, ältere Arbeitslose besonders betroffen
- Tröpfchenweiser Jobabbau 2026 verstärkt Jobangst und schadet Arbeitsmoral
Vom einstigen Fachkräftemangel ist derzeit in der Schweiz nur noch wenig zu spüren. Die Arbeitslosigkeit steigt. Die Jobsuche wird immer schwieriger. Tempo und Druck in der Arbeitswelt nehmen zu. Arbeitgeber müssen sich in einem globalen Umfeld voller Unsicherheiten behaupten.
Diese Entwicklungen verändern das Klima am Arbeitsplatz – und schlagen sich in den aktuellen Arbeitstrends nieder. Das Portal jobs.ch hat die globalen Trends eingefangen. Die Job-Plattform Glassdoor hat die wichtigsten Strömungen fürs laufende Jahr in den USA unter die Lupe genommen. Viele davon sind auch in der Schweiz erkennbar. Blick liefert eine Übersicht.
Die Zahl der Bewerbungen pro Arbeitsstelle ist deutlich gestiegen – auch in der Schweiz. Das führt dazu, dass Arbeitgeber häufig die Qual der Wahl haben. Für Jobsuchende heisst dies im Umkehrschluss, dass sie weniger wählerisch sein können. Man muss nehmen, was man kriegt. Gerade ältere Arbeitslose brauchen zunehmend mehr Zeit, bis sie eine neue Stelle finden.
Arbeitnehmer kritisieren zunehmend die mangelhafte Kommunikation ihrer Chefs. Die Führungskräfte stehen unter Spardruck. Der technologische Wandel und die künstliche Intelligenz sollen Einsparungen bringen. Mitarbeiter müssen sich deshalb rasch anpassen, sich neue Fähigkeiten aneignen. Gerade der Einsatz von künstlicher Intelligenz bereitet Angestellten Sorgen. Sie fühlen sich darin von ihren Vorgesetzten oft ungehört und übergangen.
Immer wieder tauchen in den Medien Meldungen von grossen Entlassungsrunden auf – auch in der Schweiz machten zahlreiche Massenentlassungen Schlagzeilen. Im aktuellen Jahr soll der Jobabbau verstärkt tröpfchenweise voranschreiten, prognostiziert Glassdoor für die USA. Wenn Mitarbeiter deshalb um ihren Job fürchten, könne schlimmstenfalls die Arbeitsmoral und Unternehmenskultur Schaden nehmen. Die Abkühlung auf dem Arbeitsmarkt lässt auch in Schweizer Belegschaften die Jobangst steigen.
Homeoffice hat sich etabliert. Wer jedoch seinen Arbeitsplatz gefährdet sieht, dürfte sich häufiger im Büro blicken lassen. Gemäss Glassdoor spielt die Präsenz auch zunehmend bei der Bewertung der Karrierechancen eine Rolle. In der Schweiz ist der Anteil der inserierten Jobs mit der Möglichkeit zu Homeoffice stabil. Angestellte wägen jedoch stärker ab, wie viel Flexibilität sie sich herausnehmen und wie viel Präsenz sie im Büro zeigen.
Die Arbeitswelt dreht sich immer schneller: Für Mitarbeiter werden Weiterbildungen und der Aufbau von neuen Kompetenzen immer wichtiger – besonders im Umgang mit KI. Weil KI vermehrt Aufgaben übernimmt, wächst aus Sicht der Angestellten aber auch die Bedeutung sogenannter Soft-Skills. Man muss gut zuhören können, sich vernetzen, sich selbst hinterfragen und empathisch sein.