Führung verliert Reiz
Junge wollen keine Führungsrollen mehr übernehmen

Zu viel Stress, zu wenig Belohnung: Jüngere schrecken gemäss Studien vor einer Führungskarriere zurück. Das sind die Gründe.
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Junge Leute wollen lieber nicht zu viel Verantwortung übernehmen.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • 52% der jungen Erwerbstätigen lehnen Führungspositionen laut Studie ab
  • Stress und geringere Belohnung schrecken vor Verantwortung im Management ab
  • Neue Modelle wie Co-Management und Teilzeit-Führung fördern Work-Life-Balance
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Der Traum von der steilen Karriereleiter, vom eigenen Büro und der leitenden Position scheint in der modernen Arbeitswelt ausgedient zu haben. Immer weniger Beschäftigte streben eine Rolle mit Führungsverantwortung an. Zu gross der Druck, der Stress und die Verantwortung. Das passt nicht mehr in den Zeitgeist einer ausgeglichenen Work-Life-Balance, viele bleiben lieber ihrem Gärtchen treu.

Insbesondere die junge Generation scheut die Bürde der Führung. Eine Studie des britischen Personalvermittlungsunternehmens Robert Walters untermauert diesen Wandel: 52 Prozent der jungen Erwerbstätigen lehnen die Idee ab, Chefin oder Chef zu werden. 16 Prozent sind gar entschlossen, jede Führungsfunktion abzulehnen, da sie zu viel Stress und zu wenig Belohnung bedeutet. Die Arbeitswelt hat für dieses Phänomen bereits einen Anglizismus gefunden: «Conscious Unbossing» – ein bewusster Schritt weg vom Streben nach Führung.

Die unattraktive Sandwichposition mittleres Management

Dieser Trend wird massgeblich davon getrieben, dass die Arbeit für viele nicht mehr der alleinige Lebensinhalt ist. Das individualisierte Leben rückt in den Vordergrund, und der Stellenwert der Arbeit hat sich fundamental gewandelt. Ein Grund liegt auch im Druck, dem insbesondere das untere und mittlere Management ausgesetzt sind. Diese Ebenen fungieren oft als Puffer zwischen der operativen Belegschaft und der oberen Führungsebene. Sie müssen Anweisungen von oben abfedern und gleichzeitig den Erwartungen und dem Druck ihrer eigenen Angestellten gerecht werden. Diese Sandwichposition ist für viele unattraktiv, weshalb sie den Schritt in eine erste Führungsposition von Beginn weg scheuen.

Intrinsische Motivation

Doch sinkt damit die Qualität der Führungspersonen, die trotzdem in eine Position nachrücken? Experten widersprechen dieser Annahme vehement und sehen sogar das Gegenteil im Trend. Sie argumentieren, dass sich heute eine Person bewusst für eine Führungsposition entscheidet, weil sie diese Rolle möchte – und nicht, weil sie ihr lediglich angeboten wird. Dieser bewusste Wunsch nach Führung führt zu einer intrinsischen Motivation, die sich positiv auf die Qualität auswirken kann. Experten betonen, dass das Problem eher im Mangel an Entwicklungsmöglichkeiten liegt, um Führungskräften ein schrittweises Hineinwachsen in ihre Rolle zu ermöglichen.

Modelle ermöglichen Verantwortungsverteilung

Angesichts dieser Herausforderungen sind neue Modelle gefragt, um die Führung wieder attraktiver zu gestalten. Zwei vielversprechende Ansätze, die bereits in Unternehmen Einzug halten, sind das Co-Management und Führungspositionen in Teilzeit. Diese Modelle ermöglichen eine Verteilung der Verantwortung und eine bessere Work-Life-Balance. Sie bieten trotz Führungsverantwortung Flexibilität und können gerade für die junge Generation, die Wert auf eine individualisierte Lebensgestaltung legt, attraktiv sein.

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