Sorge vor Ausbreitung per Flugzeug
Wie gehen Schweizer Airlines mit dem Hantavirus um?

Das Hantavirus könnte sich möglicherweise auch über Flugreisen ausbreiten. Nach mehreren Infektionen und Verdachtsfällen stellt sich die Frage, wie Airlines und Flughäfen mit dem Virus umgehen. Blick hat nachgefragt.
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Auch über den Flughafen Zürich erfolgte die Einreise einer mit dem Hantavirus infizierten Person, die sich aktuell im Universitätsspital in Isolation befindet.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Hantavirus: Flugbegleiterin von KLM zeigt Symptome, 82 Passagiere gefährdet
  • Schweizer Mann testet positiv, Rückkehr von Kreuzfahrt, Isolation im USZ
  • 23 Passagiere verliessen Schiff auf St. Helena, Virus weltweit verbreitbar

Die Sorge vor einer möglichen Ausbreitung des Hantavirus über internationale Flugreisen nimmt zu. Wenige Tage nach dem Ausbruch des Virus auf Kreuzfahrtschiff MV Hondius wurde bekannt, dass zwei Niederländer infolge der Infektion verstorben sind, Sie hatten sich nach Verlassen des Schiffs in ein Flugzeug gesetzt. 

30 Passagiere verliessen das Seuchenschiff nach Auftreten der ersten Fälle in St. Helena. Auch sie könnten das Virus per Flugzeug in ihre Heimatländer getragen haben. Allein auf dem Airlink-Flug 4Z132, der am 25. April von St. Helena nach Südafrika geflogen ist, befanden sich insgesamt 82 Passagiere.

Auch in der Schweiz wurde ein Mann positiv auf das Hantavirus getestet. Er hatte sich ebenfalls auf der MV Hondius aufgehalten. Der Schweizer war zusammen mit seiner Ehefrau Ende April von einer Reise in Südamerika zurückgekehrt. Er befindet sich momentan im Universitätsspital Zürich.

Welche Massnahmen ergreifen nun also Airlines und Flughäfen? Blick hat nachgefragt.

Das sagen Schweizer Flughäfen

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«Der Flughafen Zürich verfügt über einen etablierten Notfallplan für infektiologische Ereignisse», erklärt eine Sprecherin auf Nachfrage. «Die involvierten Berufsgruppen und Organisationen sind geschult und jederzeit einsatzbereit. Bei Verdachtsfällen erfolgen die üblichen medizinischen und infektiologischen Abklärungen in Zusammenarbeit mit dem grenzärztlichen Dienst.»

Und am Euroairport Basel? Derzeit würden keine Massnahmen ergriffen, heisst es auf Nachfrage. «Wir beobachten die Situation rund um das Hantavirus allerdings aufmerksam und halten uns an die Auflagen und Sicherheitsvorschriften der Behörden.» Der Flughafen verweist auch eine Mitteilung des Bundesamts für Gesundheit, wonach für die Schweizer Bevölkerung derzeit keine Gefahr bestehe. «Sollte es nötig sein, Schutzmassnahmen umzusetzen, werden wir diese umgehend ergreifen.»

Das sagt Edelweiss

Die Fluggesellschaften äussern sich gegenüber Blick ähnlich. «Hantavirus-Infektionen sind bislang im Kontext des Flugbetriebs der Airlines von Lufthansa Group nicht aufgetreten», erklärt ein Sprecher von Edelweiss. «Auf Basis unserer aktuellen Lagebeurteilung – und in Übereinstimmung mit den Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des European Centre for Disease Prevention and Control – sehen wir aufgrund des räumlich begrenzten Ausbruchs an Bord eines Kreuzfahrtschiffes derzeit kein erhöhtes Risiko für unsere Fluggäste und Mitarbeitenden.»

Jedoch verfügen Swiss und Edelweiss laut dem Sprecher über «einen etablierten Prozess im Rahmen ihrer Notfallvorsorge, der speziell für hochansteckende, schwere Erkrankungen entwickelt wurde». Ergänzend betreibe die Lufthansa Group «ein konzerninternes Monitoring der globalen Infektions- und Seuchenlagen». Risiken würden kontinuierlich bewertet, die Resultate fliessen direkt in operative Entscheidungen ein.

Das sagt Chair Airlines

«Bislang gab es bei Chair Airlines keine konkreten Fälle oder Verdachtsfälle im Zusammenhang mit Hantavirus», erklärt ein Sprecher von Chair Airlines auf Nachfrage. «Grundsätzlich bestehen bei Chair Airlines etablierte Prozesse und Verfahren für den Umgang mit potenziellen infektiösen Erkrankungen an Bord.» Die Fluggesellschaft stützt sich laut dem Sprecher auf allgemeine internationale Vorgaben und Standards der Luftfahrt sowie auf Empfehlungen der zuständigen Behörden.

«Aktuell bestehen bei Chair Airlines keine spezifischen zusätzlichen Massnahmen im Zusammenhang mit Hantavirus.» Man beobachte die Entwicklung der Situation sowie allfällige behördliche Empfehlungen jedoch laufend.

Wie gefährlich ist eine Ansteckung im Flugzeug?

Ob das Hantavirus tatsächlich während eines Flugs übertragen werden kann, ist derzeit noch unklar. Experten betonen jedoch, dass eine enge und längere Exposition in geschlossenen Räumen das Risiko grundsätzlich erhöhen könne. Die WHO untersucht deshalb insbesondere Kontakte während der Flüge sowie Bewegungsprofile der Passagiere.

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