Schweizer Gesundheitsstudie zeigt
Wir unterschätzen unsere grössten Killer

Gesundheitsdaten sind heute allgegenwärtig. Trotzdem unterschätzen viele Menschen ihr persönliches Krankheitsrisiko. Da sich Krebs, Diabetes und andere schwere Erkrankungen oft jahrelang unbemerkt entwickeln, können die richtigen Fragen beim Arzt entscheidend sein.
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Eine CT-Untersuchung kann helfen, gesundheitliche Risiken wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen rechtzeitig zu entschärfen.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Sanitas-Studie zeigt, dass Schweizerinnen und Schweizer Mühe haben, langfristig gesunde Gewohnheiten zu etablieren
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs verursachten 2024 fast 40'000 Todesfälle
  • In der Schweiz leben 500'000 Menschen mit Diabetes, und viele unbewusst mit Prädiabetes
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Jana GigerRedaktorin Service

Weisst du, wie viele Schritte du heute gemacht hast? Trackst du deinen Herzrhythmus oder misst du deine Schlafqualität? Gesundheits-Apps und Smartwatches machen es möglich, mit wenigen Klicks sämtliche Werte des eigenen Körpers zu kennen. Allerdings ist es nicht so einfach, daraus einen echten Nutzen zu ziehen. Der «Sanitas Health Forecast 2026» geht deshalb der Frage nach, was es heutzutage bedeutet, vorbereitet zu sein für die Zukunft.

Anstatt alles zu kontrollieren, gilt es, mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln. Die Studie mit über 2500 Befragten in der Schweiz zeigt: Es fällt vielen schwer, langfristig gesunde Gewohnheiten zu etablieren, wenn es um Ernährung, Bewegung, Schlaf oder Stressmanagement geht. Das kann laut Experten fatal sein. Denn viele Erkrankungen entstehen oft Jahrzehnte, bevor die ersten Symptome auftreten.

Die grosse Gesundheitsstudie der Schweiz

Die siebte «Sanitas Health Forecast»-Studie mit dem Titel «Gewappnet für die Zukunft» wirft einen Blick auf das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung. Sie geht der Frage nach, was es heute bedeutet, gesundheitlich vorbereitet zu sein und wie man seine Gesundheitsplanung kompetent mitgestaltet. Ausserdem zeigt sie auf, warum wir unsere Krankheitsrisiken neu denken müssen. Im Fokus stehen die vier grossen chronischen Leiden: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Demenz und Diabetes.

Über 2500 Personen wurden für die jährliche Studie befragt. Auf rund 400 Seiten geben Fachleute und renommierte Journalistinnen und Journalisten einen aktuellen Einblick in das Präventionsverhalten und die gesundheitliche Eigenverantwortung der Schweizer Bevölkerung.

Sanitas Health Forecast

Die siebte «Sanitas Health Forecast»-Studie mit dem Titel «Gewappnet für die Zukunft» wirft einen Blick auf das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung. Sie geht der Frage nach, was es heute bedeutet, gesundheitlich vorbereitet zu sein und wie man seine Gesundheitsplanung kompetent mitgestaltet. Ausserdem zeigt sie auf, warum wir unsere Krankheitsrisiken neu denken müssen. Im Fokus stehen die vier grossen chronischen Leiden: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Demenz und Diabetes.

Über 2500 Personen wurden für die jährliche Studie befragt. Auf rund 400 Seiten geben Fachleute und renommierte Journalistinnen und Journalisten einen aktuellen Einblick in das Präventionsverhalten und die gesundheitliche Eigenverantwortung der Schweizer Bevölkerung.

Die vier grossen Krankheitsrisiken

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Demenz und Diabetes sind die grössten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Im Jahr 2024 starben hierzulande etwa 20’000 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 18’000 Menschen an Krebs. Trotzdem sieht sich bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen mehr als ein Drittel der Bevölkerung als wenig gefährdet. 

Risikofaktoren wie Rauchen, erhöhte LDL-Cholesterinwerte oder Bluthochdruck schädigen die Gefässe schleichend. Prävention sollte deshalb schon früh beginnen. Ähnliches gilt auch für viele Tumorkrankheiten. Statistisch gesehen erkrankt etwa jede zweite Person im Laufe ihres Lebens an Krebs. Bis zum Alter von 70 Jahren ist bereits jeder Vierte in der Schweiz betroffen.

«Viele Menschen leben heute so, dass Krebs früher im Leben entsteht», sagt der Molekularbiologe Mathias Heikenwälder vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg gegenüber dem «Sanitas Health Forecast». Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel und chronische Entzündungen würden eine viel grössere Rolle spielen, als man lange angenommen habe. 

Zuckerkrank, ohne es zu wissen?

Genau diese Lebensstilfaktoren befeuern im Alter auch Krankheiten wie Demenz. In der Schweiz sind derzeit über 160’000 Menschen betroffen, und jährlich kommen fast 35’000 Neuerkrankungen hinzu. Trotz dieser alarmierenden Zahlen fühlt sich gemäss der Befragung nur eine absolute Minderheit gefährdet.

Besonders markant ist auch die Fehleinschätzung bei Diabetes: Fast die Hälfte der Befragten hält das persönliche Risiko für unterdurchschnittlich. Fakt ist, dass in Industrienationen bis zu 40 Prozent der Menschen daran erkranken. In der Schweiz leben rund 500’000 Menschen mit Diabetes – und viele mit Prädiabetes, ohne es zu wissen.

Die Sanitas-Studie zeigt, dass das Wissen und die eigene Einstellung zur Gesundheit die Risikowahrnehmung massiv beeinflussen. Menschen mit einer passiven Haltung zur eigenen Gesundheit bewerten ihr Risiko, krank zu werden, deutlich höher als gesundheitlich interessierte Personen. Wer sich aktiv um Faktoren wie Ernährung oder Bewegung kümmert, fühlt sich häufiger in der Lage, die eigene Gesundheit positiv beeinflussen zu können.

So stellst du die richtigen Fragen

Die aktive Haltung kann man auch ins Arztgespräch einfliessen lassen. Normalerweise erzählt man in der Sprechstunde von seinen Symptomen und wartet dann auf eine Empfehlung oder ein Rezept. Doch gerade bei der Prävention der grossen chronischen Krankheiten gibt es selten nur eine einzige richtige Antwort. Wer vorbereitet in die Sprechstunde geht, kann laut dem «Sanitas Health Forecast» bessere Entscheidungen treffen. Diese Fragen kannst du der Ärztin oder dem Arzt stellen:

  1. Wenn Sie von Auffälligkeiten meiner Familie hören: Was fällt Ihnen als Erstes auf? Welche dieser Informationen sind aus medizinischer Sicht wirklich relevant – und welche eher nicht? Sehen Sie eher genetische Risiken oder gemeinsame Lebensgewohnheiten?
  2. Wie verändert meine Familiengeschichte mein persönliches Risiko im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung? Gibt es Hinweise, bei denen Sie sagen würden: Hier sollten wir genauer hinschauen?
  3. Sollte ich bestimmte Vorsorgeuntersuchungen früher beginnen als üblich? Welche Kontrollen machen in meinem Fall schon jetzt Sinn – auch ohne Symptome? Gibt es Werte oder Marker, die wir regelmässig beobachten sollten?
  4. Worauf sollte ich im Alltag besonders achten? Was hat für mich den grössten Einfluss – Ernährung, Bewegung, Gewicht, Schlaf? Gibt es Dinge, die für mich wichtiger sind als für andere?
  5. Welche Symptome sollte ich besonders ernst nehmen? Gibt es Frühzeichen, bei denen ich nicht abwarten sollte? Was wäre ein Grund, sofort zu handeln?
  6. Welche Basisuntersuchungen machen Sinn, wenn man kaum etwas über die Familiengesundheit weiss? Gibt es Risiken, die man ohne Familienwissen leicht übersieht?
  7. Hat meine Familiengeschichte auch Bedeutung für meine Kinder? Gibt es Dinge, die ich früh weitergeben oder beobachten sollte? Was kann ich heute tun, um Risiken nicht weiterzugeben?
  8. Was sind die wichtigsten Punkte, auf die ich achten sollte? Was würden Sie an meiner Stelle konkret tun?
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