Darum gehts
- Die Anfälligkeit für schwere Erkrankungen durch Übergewicht hängt vom Alter ab
- Die Forscher analysierten die Daten von mehr als 620'000 Menschen
- Übergewicht in jungen Jahren kann den Organen nachhaltig schaden
Übergewicht gilt schon lange als enormes Gesundheitsrisiko. Es kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs, Depressionen oder chronische Nierenerkrankungen begünstigen. Zudem schwächt es das Immunsystem und kann zu Gelenkschäden und hormonellen Störungen führen. In der Schweiz sind 43 Prozent der Bevölkerung übergewichtig oder adipös.
Doch entscheidend ist offenbar nicht nur, wie viel man wiegt, sondern wann man zunimmt. Wer bereits im jungen Erwachsenenalter unter Übergewicht oder Adipositas leidet, ist anfälliger für schwere Erkrankungen und hat ein erhöhtes Sterberisiko. Das zeigt eine grosse Untersuchung der Universität Lund in Schweden, die im April 2026 in der Fachzeitschrift «eClinicalMedicine» veröffentlicht wurde.
Sterberisiko um 70 Prozent erhöht
Um den Zusammenhang zwischen dem Gewicht und dem Sterberisiko analysieren zu können, werteten die Forscher die Daten von mehr als 620'000 Menschen aus Schweden aus. Diese wurden über viele Jahre hinweg begleitet. Im Durchschnitt nahmen die Teilnehmer etwa 0,4 Kilogramm pro Jahr zu. Bei einem Body-Mass-Index von 30 oder höher spricht man von Adipositas oder krankmachendem Übergewicht.
Die Ergebnisse zeigen, dass Übergewicht zwischen 17 und 29 Jahren besonders kritisch ist. Das Risiko für einen frühen Tod war in dieser Altersgruppe um rund 70 Prozent höher als bei Personen, die bis 60 kein starkes Übergewicht entwickelten. Die Menschen starben vor allem an den Folgen eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls sowie an bestimmten Krebsarten oder Stoffwechselerkrankungen.
Organe und Gefässe unter Dauerstress
Die Forschenden führten die Ergebnisse auf die jahrzehntelange Belastung zurück. Wenn man bereits vor dem 30. Lebensjahr mit Übergewicht kämpft, werden die Organe und Gefässe nachhaltig geschädigt, was das Risiko für chronische Erkrankungen erhöht.
Bei den Frauen machten die Wissenschaftler eine interessante Beobachtung: Das Krebsrisiko blieb gleich – unabhängig davon, wann und wie lange die Teilnehmerinnen übergewichtig waren. Das könnte darauf hindeuten, dass neben der Dauer des Übergewichts auch biologische Faktoren wie hormonelle Veränderungen eine Rolle spielen.
Ein gesünderes Leben beginnt im Kopf. Das belegen diverse Studien. Genau hier setzt der Longevity-Navigator an. Über zehn Wochen hinweg erhältst du wöchentlich Impulse und Hintergründe, wie du mit dem richtigen Mindset dein Wohlbefinden stärkst. Dazu gibt es praktische Alltagstipps, die nachhaltige Veränderungen ermöglichen – unterstützt vom Healthy Longevity Center der Universität Zürich.
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Die Forscherinnen und Forscher betonen, dass es noch weitere Studien braucht, um mehr Einflussfaktoren zu berücksichtigen und auch Veränderungen von Bauchfett und Muskelmasse genauer zu messen. Aber die Untersuchung zeigt, wie wichtig es ist, Übergewicht möglichst früh zu verhindern.