Darum gehts
- Demenz-Risiko beginnt bereits bei jungen Erwachsenen, laut Studie im Fachjournal
- Hauptgefahren: Rauchen, Inaktivität, Depressionen bei Jungen, Bluthochdruck bei Älteren
- 150'000 Daten zeigen ungesünderen Lebensstil bei Männern und sozial Schwachen
Wer jung ungesund lebt, zahlt im Alter die Quittung im Kopf!
Bisher gingen Forscher davon aus, Demenz sei ein Problem ab 40 oder 60 Jahren. Doch die Auswertung der Daten von 150'000 Menschen im Fachjournal «Alzheimer’s & Dementia» rüttelt auf. Der sogenannte Libra-Index, der das Demenz-Risiko misst, schlägt schon bei jungen Erwachsenen an. Wer hier schlecht abschneidet, zeigt bereits messbare Lücken bei der Merkfähigkeit. Darüber berichtete zuerst das «Deutsche Gesundheitsportal».
«Art der Risikofaktoren verändert sich»
Die Gefahren ändern sich mit dem Alter. Bei den Jungen sind es vor allem Rauchen, Bewegungsmangel und Depressionen. Bei den Älteren schlagen dann Bluthochdruck und hohes Cholesterin zu. «Es wird deutlich, dass sich die Art der Risikofaktoren für Demenz über die Lebensspanne verändert. Die Risikoreduktion sollte nicht erst mit 40 oder 60 Jahren beginnen, sondern schon im jungen Erwachsenenalter ansetzen», wird Studienleiterin Steffi Riedel-Heller im «Gesundheitsportal» zitiert.
Die Studie zeigt auch ein fieses Gefälle: Männer leben im Schnitt ungesünder als Frauen. Am härtesten trifft es aber Frauen mit wenig Geld und tiefer Bildung. Ohne gezielte Aufklärung und Unterstützung hat diese Gruppe kaum eine Chance auf ein fittes Gehirn im Alter.
Alle 15 Minuten erkrankt in der Schweiz jemand
Mit den Ergebnissen der Studie muss die Demenzforschung sich neu orientieren und nicht nur die Älteren im Fokus haben. Der gesamte Lebenslauf ist entscheidend und muss untersucht werden, wenn es um Demenz und besonders um Früherkennung geht.
Alle 15 Minuten erkrankt in der Schweiz jemand an Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz. Aktuell sind 161'100 Menschen betroffen, davon 66 Prozent Frauen. Bis 2050 könnte die Zahl laut Alzheimer Schweiz auf 285'700 steigen.
Für Fragen und Beratung hat die Organisation das Alzheimer-Telefon eingerichtet. Hier findest du weitere Infos dazu.