Darum gehts
- Psychologin warnt vor problematischen Aussagen von Grosseltern, die Kinder belasten können
- Beispiele: Regeln abwerten, Schuldgefühle erzeugen, Geheimnisse vor Eltern fordern
- Experten raten zu Gesprächen, notfalls Kontakt begrenzen zum Kinderschutz
Grosseltern verwöhnen ihre Enkel, verbringen Zeit mit ihnen und stehen oft als wichtige Vertrauenspersonen zur Seite. Doch nicht jedes Verhalten ist harmlos. Manche Aussagen können Kinder in schwierige Loyalitätskonflikte bringen und die Autorität der Eltern untergraben.
Die Psychologin Cindy Felio weist auf drei typische Sätze hin, die problematisch sein können. Entscheidend sei allerdings immer der Kontext. Ein unbedachter Kommentar mache noch keine toxische Beziehung. Kritisch werde es, wenn solche Aussagen regelmässig vorkommen.
So siehst du unsere wichtigsten News, Hintergründe und Geschichten häufiger direkt in deinen Suchergebnissen.
So siehst du unsere wichtigsten News, Hintergründe und Geschichten häufiger direkt in deinen Suchergebnissen.
Wann Grosseltern zur Belastung werden
Laut Felio sind Grosseltern nicht automatisch problematisch, nur weil sie Regeln der Eltern hinterfragen oder andere Ansichten haben. Schwierig wird es dann, wenn sie gesetzte Grenzen als persönlichen Angriff verstehen und sich bewusst gegen die Eltern stellen.
Für Kinder entsteht dadurch oft ein Konflikt: Wem sollen sie glauben? Wem sollen sie treu sein?
«Bei mir darfst du das – deine Eltern sind zu streng»
Dieser Satz gilt als eines der häufigsten Warnsignale. Werden die Regeln der Eltern vor dem Kind abgewertet, kann das deren Autorität schwächen. Gleichzeitig gerät das Kind zwischen die Fronten und fühlt sich gezwungen, Partei zu ergreifen.
«Wenn du mich nicht besuchst, bin ich ganz traurig»
Auf den ersten Blick klingt dieser Satz harmlos. Doch laut der Psychologin wird damit dem Kind die Verantwortung für die Gefühle eines Erwachsenen übertragen.
Natürlich dürfen Grosseltern sagen, dass sie sich über Besuche freuen. Problematisch wird es jedoch, wenn Schuldgefühle erzeugt werden.
«Sag das nicht Mama oder Papa – das bleibt unser Geheimnis»
Für Fachleute ist dies die kritischste Aussage. Kinder lernen dadurch, Dinge vor ihren Eltern zu verheimlichen. Gleichzeitig werden sie erneut in einen Loyalitätskonflikt gebracht. Eltern sollten jedoch die wichtigsten Bezugspersonen und Beschützer ihrer Kinder bleiben.
Nach Einschätzung der Psychologin steckt hinter solchen Aussagen oft die Angst, an Bedeutung innerhalb der Familie zu verlieren.
Was Eltern tun können
Wer solche Verhaltensweisen beobachtet, sollte das Gespräch suchen – zuerst mit dem Partner oder der Partnerin und anschliessend mit den Grosseltern.
Wichtig ist laut Experten, das Kind nicht in diese Auseinandersetzungen hineinzuziehen. Ändert sich die Situation trotz Gesprächen nicht, kann es in einzelnen Fällen sinnvoll sein, den Kontakt einzuschränken, um das Kind zu schützen.
Dieser Artikel erschien erstmals auf Onet Kobieta, die Frauen- und Lifestyle-Rubrik des polnischen Nachrichtenportals Onet, welches zu Ringier Medien gehört.