Eine Kerze anzünden, das Licht dimmen und den Raum mit einem angenehmen Duft erfüllen: Für viele gehört das zu einem gemütlichen Abend. Doch was entspannend wirken soll, kann bei manchen Menschen Kopfschmerzen auslösen oder eine Migräneattacke verstärken.
Der Grund ist nicht die Kerze allein. Entscheidend kann ihr Duft sein. Menschen mit Migräne reagieren häufig empfindlicher auf Gerüche. Die American Migraine Foundation nennt starke Gerüche als möglichen Trigger für Migräneattacken.
Für manche ist ein Duft schon zu viel
Während ein bestimmter Geruch für die einen angenehm ist, kann er für andere kaum auszuhalten sein. Besonders Menschen mit Migräne kennen dieses Problem. Neben Gerüchen können während einer Attacke auch Licht und Geräusche plötzlich viel intensiver wahrgenommen werden
Dabei ist nicht immer eindeutig, ob ein Geruch eine Migräneattacke tatsächlich auslöst oder ob die erhöhte Geruchsempfindlichkeit bereits zu den frühen Anzeichen einer Attacke gehört. Beides ist möglich. Genau deshalb lässt sich auch nicht sagen, dass Duftkerzen grundsätzlich Kopfschmerzen verursachen. Für empfindliche Menschen können sie aber ein Auslöser sein.
Besonders intensive Düfte können problematisch sein
Nicht nur Duftkerzen kommen als Trigger infrage. Auch Parfüm, Raumdüfte, Duftsprays oder stark riechende Reinigungsmittel können für Menschen mit Migräne unangenehm sein. Die American Migraine Foundation führt starke Gerüche wie Parfüm, Kerzen und Lufterfrischer ausdrücklich als mögliche Migräne-Trigger auf.
Welche Gerüche Beschwerden auslösen, ist allerdings individuell. Deshalb gibt es auch keine allgemeine Liste mit «guten» und «schlechten» Düften. Was eine Person problemlos verträgt, kann bei einer Anderen Kopfschmerzen auslösen.
Was hilft, wenn die Kerze zum Auslöser wird?
Der einfachste Schritt ist, auf den eigenen Körper zu achten. Treten Kopfschmerzen wiederholt nach dem Anzünden einer bestimmten Duftkerze auf, lohnt es sich, den Zusammenhang zu beobachten und die Kerze eine Zeit lang wegzulassen.
Auch regelmässiges Lüften kann sinnvoll sein. Eine gute Belüftung reduziert die Konzentration von Gerüchen und anderen Stoffen in der Raumluft. Für eine möglichst gute Innenraumluft empfehlen Fachstellen generell, mögliche Schadstoffquellen zu reduzieren und regelmässig zu lüften. Wer nicht auf Kerzenlicht verzichten möchte, kann ausserdem auf unparfümierte Kerzen oder elektrische Modelle ausweichen. So bleibt die gemütliche Atmosphäre erhalten, ohne dass ein intensiver Duft im Raum entsteht.
Nicht jede Kopfschmerzattacke kommt von der Kerze
Bei wiederkehrenden Kopfschmerzen sollte man allerdings nicht automatisch die Duftkerze verantwortlich machen. Schlafmangel, Stress, Flüssigkeitsmangel, bestimmte Lebensmittel, hormonelle Veränderungen und zahlreiche andere Faktoren können ebenfalls eine Rolle spielen. Auch sind Kopfschmerzen nicht automatisch Migräne. Eine Migräne kann neben den Schmerzen unter anderem mit Übelkeit sowie einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen einhergehen.
Wer regelmässig starke oder neue Kopfschmerzen bekommt, sollte deshalb ärztlich abklären lassen, was dahintersteckt. Denn bei manchen Menschen ist weniger Duft tatsächlich mehr.
Dieser Artikel erschien erstmals auf Onet.pl.