Darum gehts
- In Grossbritannien startet am Montag die Preventron-Studie zur Demenzprävention
- 1600 gesunde Personen erhalten Roches Medikament Trontinemab, noch nicht zugelassen
- Über 160'000 Menschen in der Schweiz litten 2025 an Demenz mit 35'000 Neuerkrankungen
In Grossbritannien startet ab Montag die sogenannte Preventron-Studie. Ziel davon ist es, Demenz nicht nur zu behandeln, sondern bereits vor Auftreten zu verhindern.
Gesunden Personen wird dabei das Alzheimer-Medikament Trontinemab vom Schweizer Pharmakonzern Roche präventiv verabreicht. Das Medikament ist bisher noch nicht zugelassen. Neu ist auch, dass es Menschen ohne Demenz-Erkrankung gegeben wird.
«Wird es wirken oder nicht?»
Der leitende Forscher, Professor Ramin Nilforooshan, sieht in der Studie einen «grundlegenden Wandel». Gleichzeitig betont er aber gegenüber dem «Telegraph», dass die Studie kein Wundermittel sei: «Wir müssen abwarten und sehen: Wird es wirken oder nicht?»
Rund 1600 gesunde Personen im Alter zwischen 55 und 80 Jahren werden auf der ganzen Welt für die wissenschaftliche Studie rekrutiert. Voraussichtlich soll das Experiment vier bis sechs Jahre dauern.
Den Teilnehmenden wird dabei zufällig Trontinemab oder ein Placebo-Medikament, das heisst ohne Wirkstoff, verabreicht. So soll herausgefunden werden, ob das Medikament Gedächtnis- und Denkstörungen verhindern oder verzögern kann.
Dass ein Medikament von Roche verwendet wird, ist kein Zufall. Schweizer Pharmaunternehmen gehören zu den innovativsten Playern weltweit im Bereich der Alzheimer-Forschung. Roches ewiger Konkurrent Novartis bietet mit dem Arzneimittel Exelon ebenfalls ein Medikament zur Behandlung von Alzheimer an.
Interesse trotz Nebenwirkungen
Laut Bundesamt für Gesundheit litten in der Schweiz letztes Jahr mehr als 160'000 Menschen an Demenz – ein Oberbegriff, der auch Alzheimer als Krankheit umfasst. Dabei kommen jährlich rund 35'000 Neuerkrankungen dazu.
Studienleiter Nilforooshan sagt, dass es unterschiedliche Gründe gibt, warum sich Personen freiwillig für die Studie melden. Denn Medikamente bringen immer auch Nebenwirkungen mit sich.
Der Professor glaubt, dass vor allem Leute mit an Alzheimer erkrankten Vätern oder Müttern Interesse haben dürften. «Vielleicht wollen sie vermeiden, dass ihnen das Gleiche widerfährt wie ihren Eltern.»