Darum gehts
- Roche erhält EU-Zulassung für neuen Alzheimer-Bluttest
- Der Test misst Eiweiss, ersetzt teure Hirnscans und Lumbalpunktionen
- In der Schweiz leben 161'000 Menschen mit Demenz, neuer Fall alle 15 Minuten
In der Schweiz leben heute 161'000 Menschen mit Demenzerkrankungen. Alle 15 Minuten kommt laut der Organisation Alzheimer Schweiz ein neuer Fall dazu. Die Forschung sucht seit Jahren nach einer Heilung für Alzheimer – bisher ohne Erfolg.
Eine Diagnose vor dem grossen Vergessen ist für Patienten die einzige Hoffnung, um den Verlauf der Krankheit durch Therapien zu verlangsamen. Dabei gelang dem Pharmamulti Roche jetzt ein Riesensprung.
Test beschleunigt das Verfahren
Gemeinsam mit dem Pharmaunternehmen Eli Lilly entwickelte der Schweizer Konzern einen neuen Bluttest. Wie der Nachrichtensender Euronews berichtet, erhielt der Bluttest nun die Zulassung für den Vertrieb in Europa. Die CE-Kennzeichnung berechtigt den Hersteller auch zum Verkauf in der Schweiz.
Doch was macht den «Elecsys pTau217» so besonders? Er beschleunigt das Verfahren massiv und bietet eine Alternative zu den bisher gängigen Methoden. Statt teurer Hirnscans oder schmerzhafter Stiche in den Rücken – für die Untersuchung von Nervenwasser – genügt ein Piks in den Arm. Das Beste an dem Roche-Test: Ist der Befund negativ, ist das Thema vom Tisch.
Die Menge eines Eiweisses ist der Schlüssel
Mit dem Test wird die Menge des pTau217-Eiweisses im Blut gemessen. Dieses steht in Zusammenhang mit Alzheimer-typischen Ablagerungen im Gehirn. Bei einem positiven Befund müssen jedoch noch weitere Abklärungen gemacht werden, bevor die Diagnose definitiv feststeht.
In der Alzheimerforschung gibt es noch viele weitere Ansätze, wie die Krankheit möglichst früh erkannt werden kann. Blick zeigt Studien aus den letzten Jahren.
Urintest liefert Hinweise noch vor Symptomen
Eine im «Journal of Internal Medicine» veröffentlichte Studie lieferte 2025 einen wichtigen Hinweis für die Früherkennung von Alzheimer. Laut der Studie können simple Urinteststreifen bei der Diagnose helfen. Erneut ist die Menge eines Eiweisses der Indikator. Das Fazit der Studie: Ein erhöhter Albuminwert ist mit einem signifikant erhöhten Risiko für Demenz verbunden.
Der 60-Sekunden-Test
2024 stellte ein ungarisches Forschungsteam einen auf KI-basierten Sprachtest vor, der innerhalb von nur 60 Sekunden Anzeichen für Demenz erkennen soll. Der sogenannte Speech-Gap-Test beurteilt den Redefluss der Patienten – unter anderem die Sprechgeschwindigkeit oder die Anzahl der Sprechpausen. Die Ergebnisse der Analyse reichen zwar nicht für eine Diagnose, aber der Test liefert wichtige Hinweise, die den Ärzten das Verfahren vereinfachen.
Augen geben Hinweise auf Demenz
2025 wurde eine Studie eines britischen Forschungsteams in einer Fachzeitschrift der Alzheimer's Association veröffentlicht. Die Grundidee der Forscher: Erkrankungen des Gehirns zeigen sich auf der Netzhaut des Patienten. Um die These zu belegen, analysierten sie mithilfe von KI über 110'000 Netzhautbilder. Es stellte sich heraus, dass bestimmte Merkmale in den Augen tatsächlich mit einer schlechten Denkleistung in Verbindung stehen.