Darum gehts
- Urinfarbe zeigt mögliche Gesundheitsprobleme wie Nieren- und Lebererkrankungen
- Blut im Urin kann Harnwegsinfekte oder selten Krebs signalisieren
- Übermässige Flüssigkeitszufuhr: mehr als drei Liter täglich kritisch
Oft sind es die unauffälligen Anzeichen, die in Bezug auf gesundheitliche Probleme aufschlussreich sein können. Die Farbe des Urins liefert wertvolle Informationen über den Zustand der Nieren, der Leber und der Harnwege. Auch tägliche Gewohnheiten wie die Trinkmenge oder der Verzehr bestimmter Lebensmittel können bei einem kurzen Check im Badezimmer kontrolliert werden.
Bei gesunden Menschen ist der Urin meist klar oder leicht trüb – die Farbe bewegt sich im Normalfall zwischen Hellgelb und Strohgelb. Einzig am Morgen ist der Urin oftmals konzentrierter und dadurch dunkler. Das liegt daran, dass wir nachts kaum Flüssigkeit zu uns nehmen. Als Folge davon führen die Nieren mehr Wasser zurück in den Körper und die Urinproduktion verlangsamt sich. Stellt man hingegen im Verlauf des Tages eine abweichende Farbe fest, kann dies verschiedene Ursachen haben. In dem Fall ist es wichtig, zu wissen, welche davon harmlos sind und welche ein Warnsignal darstellen. Die Übersicht:
- Klarer Urin: Sehr heller oder sogar farbloser Urin deutet in der Regel auf übermässige Flüssigkeitszufuhr hin. Falls du täglich mehr als drei Liter Wasser zu dir nimmst, solltest du die Menge etwas drosseln und beobachten, ob die Farbe wieder dunkler wird. In anderen Fällen kann es jedoch auf Erkrankungen wie Diabetes oder Nierenprobleme hindeuten.
- Rosa oder roter Urin: Nach dem Verzehr von Roter Bete, Rhabarber oder Brombeeren sowie nach der Einnahme von bestimmten Medikamenten ist die Verfärbung normal. Ansonsten kann Blut im Urin dahinterstecken. Das Symptom taucht häufig bei einem Harnwegsinfekt, Nierensteinen oder anderen Nierenerkrankungen, Blutgerinnungsstörungen und selten bei Harnwegskrebs auf. Bei Männern kann es ausserdem ein Anzeichen für eine Prostatavergrösserung sein.
- Dunkelgelber oder orangefarbener Urin: Hier können Karotten, Kürbis oder Süsskartoffeln ein Auslöser sein. Auch bestimmte Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin A oder B12 tragen dazu bei. In anderen Fällen deutet es auf eine Dehydrierung durch einen Flüssigkeitsmangel hin. In Kombination mit helleren Stühlen kann jedoch auch ein Leber- oder Gallenwegproblem dahinterstecken.
- Brauner oder dunkelbrauner Urin: Diese Verfärbung tritt in den meisten Fällen aufgrund eines starken Flüssigkeitsmangels auf. Ebenfalls kann der Verzehr von Roter Bete, Rhabarber oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten dazu führen. Allerdings kann es auch ein Symptom von Nieren- oder Lebererkrankungen sein. Zudem tritt die Verfärbung gelegentlich bei der Stoffwechselstörung Porphyrie auf.
- Blauer Urin: Der Grund für blauen Urin liegt meist im Verzehr von Lebensmitteln mit künstlichen Farbstoffen oder der Einnahme von bestimmten Medikamenten – darunter einige Antibiotika. Seltener ist er ein Symptom einer Infektion mit dem Bakterium Pseudomonas aeruginosa. Bei Kindern kann die Verfärbung zudem auf die Stoffwechselstörung Hyperkalzämie hindeuten.
- Grüner Urin: Lebensmittel, die grünen Urin verursachen, sind unter anderem Spargeln und Spinat. Daneben können aber auch Harnwegsinfekte die Verfärbung herbeiführen.
Grundsätzlich gilt: Einmalige Verfärbungen sind meist kein Grund zur Sorge. Anhaltende Veränderungen, die unabhängig von Essgewohnheiten auftreten, sollten hingegen abgeklärt werden. Insbesondere dann, wenn die Einnahme von Medikamenten als Ursache der Verfärbung ausgeschlossen werden kann. Kommen Begleitsymptome wie Schmerzen beim Wasserlassen dazu oder das Gefühl, dass die Blase nicht vollständig entleert werden kann, sollte man in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.
Dieser Artikel erschien zuerst auf medonet.pl. Das polnische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.