Darum gehts
- Vergessen hilft dem Gehirn, bessere und schnellere Entscheidungen zu treffen
- Forschende sehen Vergesslichkeit als Zeichen hoher Intelligenz und Anpassungsfähigkeit
- Ein Warnzeichen: Wenn man Fähigkeiten verliert, die man immer gut konnte
Wieso fällt mir der Name dieses einen Films nicht ein? Habe ich die Herdplatte wirklich abgestellt? Und warum liegt der Hausschlüssel nicht an seinem gewohnten Platz? Solche Situationen lassen uns manchmal am eigenen Verstand zweifeln. Meist interpretieren wir das alltägliche Vergessen als «Betriebsfehler» in unseren grauen Zellen.
Doch in der Neurobiologie ist man sich einig: Unser Gehirn könnte gar nicht effizient arbeiten, wenn es nicht ständig aussortiert und Wichtiges von Unwichtigem trennt.
Besser Entscheidungen treffen
«Ohne Vergessen wären wir nicht in der Lage, der schieren Menge an Informationen Herr zu werden, der wir Tag für Tag ausgesetzt sind und die sich im Laufe der Zeit in unserem Gedächtnis ansammeln», sagt Magdalena Abel, deutsche Professorin für Kognitive Psychologie, gegenüber dem «Geo»-Magazin. Wichtige Infos speichere das Gehirn griffbereit ab. Unwichtige Dinge würden hingegen weiter hinten im Gedächtnis landen.
Laut den kanadischen Neurowissenschaftlern Paul Frankland und Blake Richards von der University of Toronto ist diese Gabe, sich immer wieder von Nebensächlichem zu lösen, sogar ein Zeichen von hoher Intelligenz. Wer sich nicht mit unnötigen Details belaste, könne bessere und schnellere Entscheidungen treffen, sagen die Forscher. In einer Welt, die sich ständig ändere, sei ein zu detailliertes Gedächtnis eher ein Klotz am Bein.
Warnzeichen für Demenz
Dass wir den Schlüssel verlegen oder uns an bestimmten Tagen zerstreuter fühlen als an anderen, liegt oft auch an der persönlichen Verfassung. Stress, Schlafmangel oder mentale Belastungen führen dazu, dass die Konzentration abnimmt und die Vergesslichkeit zunimmt.
Ein gesünderes Leben beginnt im Kopf. Das belegen diverse Studien. Genau hier setzt der Longevity-Navigator an. Über zehn Wochen hinweg erhältst du wöchentlich Impulse und Hintergründe, wie du mit dem richtigen Mindset dein Wohlbefinden stärkst. Dazu gibt es praktische Alltagstipps, die nachhaltige Veränderungen ermöglichen – unterstützt vom Healthy Longevity Center der Universität Zürich.
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Nicht zu verharmlosen sind jedoch Fälle, in denen Vergessen ein Warnzeichen für Demenz ist. Humanbiologin Barbara Plagg sagte in einem Interview zu Blick, dass man aufhorchen sollte, wenn man plötzlich Fähigkeiten verliert, die man eigentlich immer gut konnte. «Wenn ich etwa meine Steuererklärung nicht allein machen kann, ist das nicht bedenklich – denn ich konnte das noch nie. Aber wenn ein Steuerberater dabei plötzlich Schwierigkeiten hat, ist das ein deutliches Warnzeichen.»