Darum gehts
- Eine Pariser Psychologin betont, dass der ständige Vergleich mit anderen unglücklich macht
- Wahre Zufriedenheit entsteht durch einen echten inneren Antrieb
- Für ein seelisches Gleichgewicht ist es wichtig, auch Frustration und Krisen als ganz normalen Teil der Realität zu akzeptieren
In westlichen Gesellschaften, in denen es längst nicht mehr ums blosse Überleben geht, ist die Suche nach Glück zu einer Art Volkssport geworden. Doch vor allem im Alltag ist das Gefühl oft erstaunlich schwer zu fassen.
Die Pariser Psychologin Valentine Hervé arbeitet mit Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern, die unter Ängsten, Depressionen, Essstörungen und Phobien leiden. Im Gespräch mit dem Magazin «Le Journal des Femmes» gibt sie drei Tipps, mit denen du einem wonnevollen Leben näherkommst.
1. Versuche, dich weniger zu vergleichen
«Dauerglückliche Menschen existieren wohl nur als Inszenierung in sozialen Netzwerken÷, sagt Hervé. Genau dort beginnt für sie das Problem: Viele vergleichen sich mit diesen schönfärberischen Fata Morganas – und fühlen sich schlecht. Auch der Druck, alles im Griff zu haben und immer gut gelaunt zu sein, führt gemäss Hervé eher zu Erschöpfung als zu Zufriedenheit. Sie rät deshalb, Glück nicht als allgemeingültigen Zustand zu verstehen. Besser sei es, für sich selbst zu überlegen, was Glück überhaupt bedeuten kann – und mit etwas Kleinem anzufangen, das auch erreichbar ist.
Plagen Sie Sorgen und Ängste oder nehmen Sie andere psychische Symptome wahr?
SWICA-Versicherte erhalten Hilfe durch psychologisches, psychotherapeutisches und psychiatrisches Fachpersonal von santé24. Um einen Beratungstermin zu vereinbaren, kontaktieren Sie uns unter Telefon:
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2. Suche dir etwas, was dich in Bewegung bringt
Glück bedeutet in Hervés Augen nicht, jedes spontane Bedürfnis sofort zu befriedigen. Auch Konsum mache nicht glücklich, sagt sie – so abgegriffen dieser Satz auch klingen mag. Erfüllung könne vielmehr dort entstehen, wo man etwas findet, das einen im Innersten antreibt und in Bewegung bringt. Etwas, das dem eigenen Dasein eine Richtung gibt. Das kann heissen, wieder mit Sport zu beginnen, ein neues Projekt zu starten oder sich auch später im Leben noch einen Kindheitstraum zu erfüllen. In Bewegung zu bleiben, sei fundamental. «Das schafft Vitalität.»
3. Akzeptieren, dass auch Unglück zum Leben gehört
Wer glücklicher werden will, müsse akzeptieren, nicht nur schöne Momente zu haben, sagt Hervé. «Ein normales Leben beinhaltet Frustrationen, Verluste und Widersprüche.» Zufriedenheit bedeute deshalb nicht, immer gut gelaunt zu sein. Vielmehr empfinde ein ausgeglichener Mensch ein allgemeines Gefühl innerer Ruhe – und sei zugleich fähig, Schwierigkeiten und Phasen der Trauer zu durchleben. Aber Hervé warnt auch: «Manche Menschen verharren in ihrer Unzufriedenheit. Sie rechnen ständig mit dem Schlimmsten. Genau das hindert sie daran, die Gegenwart zu geniessen.»