Darum gehts
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die führende Todesursache
- Ärztin Snežana Bašić empfiehlt unverarbeitete Lebensmittel und Cholesterin-Kontrollen
- Grossmutter von Ärztin wurde 104, Grossvater 107 – durch einfache, natürliche Ernährung
Weltweit sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache. Glücklicherweise gibt es aber viele Massnahmen zur Vorbeugung. Gesunde Ernährung, regelmässige Bewegung und regelmässige Kontrollen bestimmter Blutwerte spielen dabei eine entscheidende Rolle. Diesbezüglich klärte die angesehene Kardiologin und Internistin Snežana Bašić in der serbischen TV-Sendung «Blic Zdravlje» ihre Zuschauer auf.
Überall hört man von dem Einfluss einer gesunden Ernährung – unzählige Experten geben die unterschiedlichsten Ratschläge. In diesem Meer von Informationen verfolgt die Kardiologin einen leicht verständlichen Ansatz.
Sie bevorzugt Rohkost
«Meiner Meinung nach haben wir in der heutigen Zeit unseren gesunden Menschenverstand völlig verloren. Wir rennen beliebten, scheinbar gesunden Lebensmitteln hinterher, die unseren Grosseltern noch gar nicht zur Verfügung standen. Dennoch wurden viele Menschen in meiner Familie sehr alt – und das auch, ohne ständig industriellen Granatapfelsaft oder Kurkuma zu kaufen», so Bašić in der Sendung.
Sie selbst würde keine industriell gepressten Granatäpfel oder beispielsweise passierte Tomaten kaufen. Es sei nicht viel Arbeit, die Lebensmittel selbst zuzubereiten, und die Faulheit könnte sich irgendwann rächen. Man wisse nicht einmal, ob die Früchte vor der Verarbeitung noch frisch waren, dazu hätte man hineinschauen müssen. Zudem erklärte die Ärztin, sollte man Obst lieber roh statt ausgepresst geniessen.
Dies wegen der Ballaststoffe. «Wenn wir eine Orange schälen, rümpfen Kinder oft die Nase über die weissen Streifen.» Eigentlich sollte man diese jedoch nicht entfernen, da sich dort laut Expertin die meisten Ballaststoffe sammeln. Diese sind gut für Darm und Verdauungstrakt und senken zudem den Cholesterinspiegel.
Fett ist wichtig für das Gehirn
In Bezug auf Cholesterinwerte hat die Ärztin eine differenzierte Meinung. Sie empfiehlt eine jährliche Blutuntersuchung. «Der Lipidstatus sollte unbedingt kontrolliert werden, selbst bei den Jüngsten, denn viele konsumieren schon als Babys Nahrung mit Konservierungsstoffen oder essen seit der Kindheit regelmässig Fast Food.» Sie setze dabei besonderes Augenmerk auf die Lipoproteinwerte. Diese sind laut der Expertin gute Indikatoren, um die tatsächliche, gesundheitliche Situation der Patienten zu beurteilen.
Der Gesamtcholesterinwert hingegen werde definitiv überbewertet. «Dieser ist nur ein oberer Grenzwert», meint Bašić. Wenn es um die Ernährung geht, die für die Werte ausschlaggebend ist, ruft sie dazu auf, dass man seinen Verstand einschaltet, aber auch nicht jedem Gesundheitstrend hinterherrennt. Grundsätzlich sei Fett für den Aufbau von Hirnmasse und den Erhalt der Gehirnfunktion absolut notwendig.
Allerdings sollte man sorgfältig sein, welche Fettquellen man sich aussucht. Bei der Ärztin überhaupt nicht beliebt: griechischer Joghurt. Nicht im Original — aber in bestimmten industriell hergestellten Nachahmungen finden sich Zusatzstoffe wie Palmöl oder Stärke. Bašić warnt vor solchen vermeintlich gesunden Produkten, da diese nicht gut für die Verdauung sind.
Honig ist eine natürliche Quelle für Neopterin
Auch schüttelt sie den Kopf, wenn jemand aufgrund des hohen Zuckergehalts vor natürlichem Honig warnt. Dieser enthalte Neopterin, den besten Immunregulator der Welt, der von der Pharmaindustrie bisher nicht synthetisch hergestellt werden kann. Wenn es um gesunde Ernährung geht, lohnt sich laut Ärztin ein Blick in die Vergangenheit. «Erinnere dich, was deine Vorfahren assen und wie sie lebten, dann mach es auch so.»
Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.