Darum gehts
- Studie zeigt, dass Sport treiben am Morgen gesünder ist als abends
- Analyse von 14'500 Fitbit-Daten belegt Effekt unabhängig vom Trainingsumfang
- Zwischen sieben und acht Uhr sinkt Risiko für Krankheiten bis 35 Prozent
Jahrelang schien Bewegung das Wichtigste zu sein. Wissenschaftler gehen nun einen Schritt weiter: Nicht nur die Häufigkeit ist entscheidend, sondern auch der Zeitpunkt ist wichtig. Die Analyse von Daten Tausender Personen zeigt einen deutlichen Vorteil von morgendlichem Training gegenüber abendlichem.
Die auf der Jahrestagung des American College of Cardiology vorgestellte Studie umfasste 14'500 Teilnehmer des «All of Us»-Programms. Anstelle von Selbstauskünften analysierten die Forscher tatsächliche Daten von Fitbit-Armbändern, die Aktivität und Herzfrequenz minutengenau aufzeichneten.
Ein überraschendes Ergebnis
Jede Aktivität, die mindestens 15 Minuten dauerte, wurde berücksichtigt – von zügigen Spaziergängen bis hin zu gründlicher Hausarbeit. So entstand eines der objektivsten Bilder von täglicher Bewegung und ihren Auswirkungen auf die Gesundheit. Das Ergebnis? Menschen, die morgens Sport trieben, waren deutlich gesünder als diejenigen, die abends trainierten.
Der beste Zeitpunkt zum Trainieren
Den grössten gesundheitlichen Nutzen erzielte man durch körperliche Aktivität zwischen sieben und acht Uhr morgens. Zu dieser Zeit reagiert der Körper am besten auf körperliche Betätigung. Die Unterschiede waren signifikant:
- 35 Prozent geringeres Risiko für Fettleibigkeit
- 31 Prozent geringeres Risiko für koronare Herzkrankheit
- 30 Prozent geringeres Risiko für Typ-2-Diabetes
- 18 Prozent weniger Fälle von Bluthochdruck
- 21 Prozent niedrigerer Anteil des «schlechten» LDL-Cholesterins, das zur Bildung von Ablagerungen in den Gefässen beiträgt
Wichtig ist, dass dieser Effekt unabhängig vom gesamten Trainingsumfang bestehen blieb. Bei zwei Personen, die die gleiche Menge an Kalorien verbrannten, war diejenige, die morgens Sport trieb, statistisch gesehen gesünder.
Gründe für positive Effekte sind der Wissenschaft noch unbekannt
Obwohl der Zusammenhang klar ist, betonen Forscher, dass es noch nicht möglich ist, eine direkte Ursache zu bestimmen. Es ist möglich, dass morgendliches Training besser mit dem zirkadianen Rhythmus des Körpers übereinstimmt. Dieser ist auch als innere Uhr des Körpers bekannt.
Der Stoffwechsel arbeitet morgens effizienter, was die Fettverbrennung fördert und den Blutzuckerspiegel reguliert. Auch Gewohnheiten spielen eine Rolle. Wer morgens aktiv ist, ernährt sich tendenziell gesünder, nascht abends seltener und schläft besser. Experten betonen jedoch, dass vor allem eines wichtig ist: Regelmässigkeit. Selbst wenn nur abends Zeit für Sport vorhanden ist, lohnt sich die Bewegung.
Dieser Artikel erschien zuerst auf fakt.pl. Das polnische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.