Überraschender Gartentrick
Im September ein Ei im Garten vergraben: Bringt das was?

Ein rohes Ei im Beet vergraben? Klingt zunächst ziemlich absurd. Trotzdem hält sich dieser Gartentipp seit Jahren. Die Idee: Das Ei zersetzt sich langsam im Boden und gibt dabei Nährstoffe ab. Besonders im Herbst wird der Trick gerne empfohlen.
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Der interessante Teil des Gartentricks steckt in der Eierschale. Sie besteht zu einem grossen Teil aus Calciumcarbonat und kann deshalb Calcium in den Boden einbringen.
Foto: Getty Images
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Einfach mal ein Ei vergraben und im nächsten Frühling spriesst der Garten umso grüner? Das wäre einfach. Aber gleich vorneweg gesagt: Ganz so spektakulär ist die Wirkung leider nicht. Ein einzelnes Ei macht aus schlechtem Boden keinen fruchtbaren Garten. Auch als Ersatz für Dünger oder Kompost taugt es nicht.

Was passiert mit einem vergrabenen Ei?

Wird ein rohes Ei in der Erde vergraben, beginnen Mikroorganismen nach und nach damit, Eiweiss und Eigelb abzubauen. Dabei werden verschiedene Nährstoffe freigesetzt. Das geschieht allerdings langsam. Einen schnellen Wachstumsschub solltest du deshalb nicht erwarten. Die Nährstoffmenge eines einzelnen Eis ist zudem begrenzt.

Wenn du den Trick ausprobieren möchtest, solltest du das Ei bei einer Neupflanzung ausreichend tief in die Erde setzen. Direkt unter der Oberfläche kann die Zersetzung unangenehme Gerüche verursachen und Tiere anlocken. Bei bereits eingewachsenen Pflanzen solltest du nicht einfach tief neben den Wurzeln graben. Dabei könntest du das Wurzelwerk beschädigen. Hier sind Kompost oder ein passender Dünger die bessere Wahl.

Viel sinnvoller: Eierschalen verwenden

Der interessantere Teil des Gartentricks steckt ohnehin in der Eierschale. Sie besteht zu einem grossen Teil aus Calciumcarbonat und kann deshalb Calcium in den Boden einbringen. Allerdings gibt es einen Haken: Ganze oder grob zerbrochene Schalen zersetzen sich nur sehr langsam. Wenn du sie im Garten verwenden möchtest, solltest du sie deshalb möglichst fein zermahlen oder zerdrücken.

Die getrockneten und zerkleinerten Schalen kannst du anschliessend in den Kompost geben oder in die Erde einarbeiten. Wunder solltest du auch hier nicht erwarten. Das Calcium wird nicht sofort für die Pflanzen verfügbar.

Eierschalen auch gut gegen Schnecken?

Ein weiterer bekannter Gartentipp lautet, zerbrochene Eierschalen ringförmig um Salat, Erdbeeren oder Kohl zu verteilen. Die scharfen Kanten sollen Schnecken fernhalten. Als zuverlässiger Schneckenschutz gilt diese Methode allerdings nicht. Besonders nach Regen oder dem Giessen lässt die Wirkung nach. Bei einem starken Schneckenproblem solltest du dich deshalb nicht allein auf Eierschalen verlassen.

Bei Tomaten hilft die Eierschale nicht automatisch

Auch bei der sogenannten Blütenendfäule von Tomaten wird häufig zu Eierschalen geraten. Dabei entstehen am unteren Ende der Früchte dunkle, eingesunkene Stellen.

Zwar steht die Erscheinung mit der Calciumversorgung der Pflanze in Zusammenhang. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass im Boden zu wenig Calcium vorhanden ist. Auch unregelmässiges Giessen kann eine wichtige Rolle spielen.

Die Pflanze kann vorhandenes Calcium unter ungünstigen Bedingungen nicht ausreichend aufnehmen und transportieren. Deshalb solltest du bei betroffenen Tomaten zunächst auf eine gleichmässige Wasserversorgung achten, statt einfach Eierschalen in die Erde zu geben.

Das Ei ist kein Wundermittel

Du kannst ein rohes Ei im Garten vergraben, wenn du den alten Trick ausprobieren möchtest. Einen spektakulären Effekt solltest du allerdings nicht erwarten. Deutlich sinnvoller ist es, Eierschalen zu sammeln, zu trocknen und möglichst fein zu zerkleinern. Noch wichtiger für gesunde Pflanzen sind guter Kompost, ein passender Dünger, nährstoffreicher Boden und eine gleichmässige Wasserversorgung.

Das Ei im Beet ist also eher ein interessantes Gartenexperiment als ein Geheimrezept für üppiges Wachstum.

Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.

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