Darum gehts
- Frauenfeindlicher Spruch im Weinkeller kostete Wiener Wirtschaftsführer das Amt
- Österreicherinnen mischen beim Wein schon längst vorne mit
- Ganz rund läuft es in der österreichischen Weinwirtschaft gerade nicht
«Heast, ich will nicht mit einer Frau, da kann ich nicht in den Weinkeller runtergehen, was ist des?»
Rucks Sexismen haben ihn mittlerweile das Amt gekostet: Nach 13 Tagen Wiener Politwirren trat der 62-Jährige Ende Juli von allen Ämtern zurück, nachdem ihn die ÖVP aus der Partei ausgeschlossen hatte.
Immer mehr Frauen im Geschäft
Auch als Weinliebhaber hat er sich deklassiert. So sollte ihm etwa bekannt sein, dass im Jahr 2000 die Gruppe «Elf Frauen und ihre Weine» gegründet wurde. Sie repräsentiert renommierte Betriebe wie den Geyerhof in Furth bei Göttweig, Heidi Schröck und Söhne in Rust und das Weingut Silvia Heinrich in Deutschkreutz.
Bei der Gründung war die Zahl der Winzerinnen in Österreich noch überschaubar. Bis heute hat sich die Situation stark gewandelt – immer mehr junge Winzerinnen machen von sich reden. Dass dies geschieht, war von Beginn weg das Ziel der Gruppe: junge Frauen zu inspirieren, ihren eigenen Weg in der Weinwelt zu gehen.
Kritische Lage an vielen Fronten
Ob jung oder alt, ob Mann oder Frau: Winzerinnen und Winzer befinden sich aktuell in Österreich in einer ungemütlichen Situation.
Die klimatischen Bedingungen haben sich verschärft, die anhaltende Trockenheit und Hitze machen vielerorts selbst den Reben zu schaffen, die anhaltend hohen Temperaturen befördern den ohnehin immer geringeren Weinkonsum nicht, und die amerikanische Rebzikade zerstört grossflächig Weingärten.
Viruserkrankung und Krisendestillation
Zur Eindämmung der Goldgelben Vergilbung werden auf Bundesländerebene durch Verordnungen in gefährdeten Zonen obligatorische Bekämpfungsmassnahmen wie Weingartenrodung und Insektizideinsatz vorgeschrieben. Winzer und Winzerinnen, die sich nicht daran halten, riskieren Geldstrafen.
Und: Nach Frankreich und Deutschland will auch Österreich 10 Millionen Liter Rotwein – vor allem aus dem Burgenland – in Form einer EU-geförderten Krisendestillation entsorgen lassen. Das Präsidium des österreichischen Weinbauverbands gab dazu eine klare Empfehlung ab.