Wein im Restaurant
Wann ist ein Trinkgeld übertrieben?

Kaum ist die Rechnung auf dem Tisch, stellt sich die heikle Frage: Welches Trinkgeld ist zu viel? Was dem einen grosszügig erscheint, wirkt auf den anderen schnell überrissen.
Publiziert: 13:54 Uhr
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Wer im Restaurant aufmerksam bedient wird, zeigt seine Anerkennung traditionell mit einem Trinkgeld.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

  • Trinkgeld in der Schweiz: Zwischen Dankbarkeit und angemessener Höhe
  • Übermässiges Trinkgeld kann Erwartungshaltungen und Schwierigkeiten für Gäste schaffen
  • In der Schweiz ist Trinkgeld seit 1974 eigentlich im Preis inbegriffen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Nicolas GreinacherRedaktor Wein

In Gastrobetrieben gehört es zum guten Ton, aufmerksamen Service mit einem Trinkgeld zu belohnen. Doch wie viel ist angemessen und ab wann wirkt Grosszügigkeit übertrieben? Während in der Schweiz und in Deutschland rund 10 Prozent als grobe Orientierung gelten können, zeigen sich Gäste aus anderen Ländern oft spendabler.

Wer in New York schon einmal ein Glas Wein bestellt hat, kennt die fast schon verpflichtenden 20 Prozent. Dabei wird leicht vergessen, dass in der Schweiz seit 1974 der Service im Preis inbegriffen ist. Trinkgeld ist hierzulande also freiwillig, was die Unsicherheit für viele Gäste zusätzlich verstärkt.

Authentisches Trinkgeld mit Augenmass

Trinkgeld ist mehr als eine Rechenaufgabe. Wer sich bei einer Weinempfehlung gut beraten fühlt, wer merkt, dass der Kellner die passende Flasche nicht nur bringt, sondern auch ihre Geschichte erzählt, gibt gerne etwas mehr. 

Übermässiges Trinkgeld kann auch Nachteile haben. Für das Personal entsteht leicht eine Erwartungshaltung: Wer einmal ungewöhnlich viel erhält, empfindet ein normales Trinkgeld schnell als Enttäuschung. Auch Gäste geraten in eine schwierige Lage, wenn sie bei weiteren Besuchen das gleiche Niveau halten müssen. 

Die richtige Balance liegt zwischen Dankbarkeit und Bodenhaftung. Ein massvolles Trinkgeld zeigt Respekt und Freude über den Service, ohne ihn künstlich zu überhöhen. Auch hier gilt, dass weniger nicht lieblos ist und mehr nicht automatisch besser.

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