Vom Höhepunkt zum Abstieg
Das bedeutet bei Wein «über den Zenit»

Wein durchläuft nach der Abfüllung eine natürliche Entwicklung, die ihn erst zur Reife und später über seinen Höhepunkt hinausführt.
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Wein entwickelt sich, wird reif und überschreitet irgendwann seinen Zenit.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Wein über dem Zenit: Aromatische Hochphase überschritten
  • Erkennbar an dumpfen Noten, unpassender Säure und bräunlicher Farbe
  • Leichter Rosé verliert schnell, grosser Barolo kann Jahrzehnte reifen
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Nicolas GreinacherRedaktor Wein

Von Wein über dem Zenit spricht man dann, wenn er seine aromatische und geschmackliche Hochphase überschritten hat. Jeder Tropfen durchläuft nach der Abfüllung eine sauerstoffbedingte Entwicklung: Anfangs frisch, später komplexer, doch irgendwann beginnt der Abbau. Dann schwinden die Aromen und der Wein wirkt zunehmend unausgewogen.

Erkennbar ist das vor allem an Duft und Geschmack. Statt klarer Frucht treten dumpfe Noten auf, die an gekochtes Obst oder sogar Essig erinnern können. Die Säure wirkt deplatziert, die Struktur flach und häufig zeigt die Farbe bräunliche Töne. Alterungsaromen gehören zwar zur Reife, doch irgendwann kippt das Gleichgewicht und der Genuss geht verloren.

Volles Potenzial erwischen

Wie schnell der Zenit erreicht ist, hängt auch von Sorte, Herkunft und Ausbau ab. Ein leichter Rosé verliert meist schon nach kurzer Zeit, während ein erstklassiger Barolo Jahrzehnte reifen kann. Ebenso entscheidend sind die Lagerbedingungen: Licht, Wärme und Temperaturschwankungen beschleunigen die Alterung und verkürzen die Lebensdauer des Weins.

Für Geniesser bedeutet das, beim Öffnen den richtigen Zeitpunkt zu finden. Fachliteratur, Verkostungsnotizen und Empfehlungen von Fachpersonen helfen bei der Orientierung, doch jeder Wein entwickelt sich individuell. Zu spät entkorkt, wirkt er flach und emotionslos. Zur rechten Zeit entfaltet er aber sein volles Potenzial und belohnt einen mit der gewünschten Qualität.

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