Darum gehts
- Geschätzte 10 Prozent des österreichischen Weins wird versektet
- Besuch im Betrieb von Fred Loimers in Langenlois im Kamptal
- 13 Jahre lang reifte sein erster Sekt auf der Hefe
Fred Loimers Betrieb steht in Langenlois, Hauptort im Kamptal. 3600 Hektare Reben werden im Umland des Städtchens bewirtschaftet. Loimer hat – nach einem kurzen Zwischenspiel in den 1990er-Jahren – die Schaumweinbereitung 2011 mit neuem Elan an die Hand genommen.
Nicht nur freiwillig: Er hatte zu viele Zweigelt-Trauben im Keller, für die er als Rotwein keine Verwendung sah, und so versektete er einen Teil. Davon sind noch ein paar Flaschen übrig, als Mischung der Jahrgänge 2011/2012 und mit einem Anteil Pinot Noir. 13 Jahre lang lagert der Wein nun also schon auf der Hefe …
Dégorgement à la volée
Bei unserem Besuch holte Fred Loimer eine Flasche seines Erstlings aus dem Keller und degorgierte ihn vor laufender Kamera à la volée. Dabei wird der Kronkorken entfernt, sodass als Erstes das Hefedepot aus dem Flaschenhals in ein Wasserbecken spritzt. Blitzschnell, mithilfe des Daumens, wird verhindert, dass der Sekt verloren geht.
Im Glas zeigt sich ein bemerkenswert frisch wirkender Schaumwein mit zarter Kohlensäure und reifem, vielfältigem Geschmack. Wenn alles nach Loimers Plan läuft, wird diese Rarität diesen Sommer im Berliner Restaurant Freundschaft ausgeschenkt werden.
Die Qualitätspyramide von Sekt Austria
Für den österreichischen Schaumwein wurde eine Qualitätspyramide geschaffen. Die breite Basis bildet die Kategorie Sekt Austria, sie ist durch die Herkunft einheimischer Trauben definiert und durch die Möglichkeit, beide bekannten Versektungsmethoden anzuwenden. Eine Tankgärung muss mindestens 6 Monate dauern, eine Flaschengärung mindestens 9 Monate.
Was als Reserve auf den Markt kommt, das stammt aus einem Bundesland, ist handgeerntet und die Versektung auf der Hefe dauerte mindestens 18 Monate.
Eine Grosse Reserve entsteht aus Trauben einer Gemeinde, und 36 Monate Flaschengärung sind das Minimum. Sekt ist auch in Österreich ein Wachstumsmarkt. Man schätzt, dass heute bereits rund zehn Prozent der gesamten einheimischen Ernte versektet wird.