Chardonnay und Completer
Graubünden wird weisser

Graubünden und Pinot noir, das gilt als sicherer Wert. Vermehrt setzen sich aber Weissweine in Szene. Quantität und Qualität, beides nimmt rasant zu. In der repräsentativen Sammlung Mémoire des Vins Suisses sind die Weissen in der Überzahl.
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Im Churer Rheintal wird immer mehr Weisswein gekeltert.
Foto: HO via Stephan Thomas, Byline Fotograf / In

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ein Drittel der Bündner Weinernte entfällt auf Weisswein
  • Bald ist Chardonnay die meistangebaute Rebsorte
  • Vermehrt produziert wird auch die Rarität Completer
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Stefan KellerRedaktor Wein

In Graubünden wird auf 450 Hektar Weinbau betrieben, davon befinden sich 28 Hektaren in Südbünden, im Misox und im Puschlav. Pinot noir dominiert mit 281 Hektaren nach wie vor, der Anbau ist jedoch rückläufig, weisse Sorten hingegen legen zu: In Nordbünden machte die Weissweinproduktion 2025 bereits ein Drittel aus.

In den vergangenen 25 Jahren hat sich die Anbaufläche weisser Sorten fast verdoppelt. Damit sind die Bündner Winzerinnen und Winzer im aktuellen Weinmarkt gut positioniert, denn dieser verlangt nach Schaum- und Weisswein und weniger nach Rotem.

Grosser Zuwachs für Chardonnay

Die Nummer eins unter den weissen Rebsorten ist bald Chardonnay. Zu Beginn des Jahrtausends standen erst 8 Hektaren im Ertrag, heute sind 28 Hektaren. Riesling-Silvaner wird auf 32 Hektar angebaut und Pinot blanc und Sauvignon blanc auf je 15 Hektar. Auf die Bündner Spezialität Completer entfielen im Jahr 2000 1,7 Hektar, heute ist die Fläche auf 10 Hektar angewachsen.

Von der Panne zum Premium-Wein

Der Ursprung des Chardonnay-Erfolgs in Graubünden geht auf ein Missgeschick zurück. Der Malanser Ochsenwirt und Weinbauer Thomas Donatsch wollte in den 1970er-Jahren einen Versuch mit Weissburgunder starten, geliefert wurde fälschlicherweise Chardonnay-Reben; beide Sorten war damals im Graubündner Rebbaukataster nicht vorgesehen, eine Auspflanzung folglich illegal. Das änderte sich rasch, als man sah, wie gut sich auch weisse Burgundersorten in der Bündner Herrschaft adaptieren.

Weiss überflügelt Rot

In der Sammlung der Mémoire des Vins Suisses – sie versammelt rund 60 Weine aus allen Landesteilen, die als Referenzen für den einheimischen Weinbau gelten – stammen sieben Gewächse aus Graubünden: zwei Pinot noir, ein Schaumwein und vier Weissweine. Die Weissweinkultur repräsentieren Fläscher Chardonnay von Christian Hermann, Pinot gris vom Weingut Wegelin in Malans, Completer vom Weingut Hermann in Fläsch und Completer Malanserrebe der Domaine Donatsch in Malans. Dies macht deutlich, wohin sich das Potenzial in Graubünden verschoben hat.

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