Aglianico
Das musst du über den «Barolo des Südens» wissen

Aglianico gehört zum Süden Weinitaliens wie der Vesuv zu Neapel. In den Regionen Kampanien und Basilikata spielt die rote Sorte eine wichtige Rolle, weil sie vulkanische Böden liebt.
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Elena Fucci leitete vor zwanzig Jahren die Renaissance der Aglianico-Weine vom Monte Vulture ein. Capanno Vulturino heisst diese traditionelle und sehr arbeitsintensive Erziehungsform der Aglianico-Reben.
Foto: zVg

Darum gehts

  • In Süditalien stehen rund 10'000 Hektar Aglianico-Reben
  • Hervorragende Weine liefert sie in der Region Basilikata am Monte Vulture
  • Seit den 2000ern erlebt das kleinste Weinbaugebiet Süditaliens eine Renaissance
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Ursula GeigerRedaktorin Wein

Primitivo und Nero d'Avola sind Rebsorten, die einem beim Stichwort Süditalien sofort in den Sinn kommen. Doch Aglianico kennen die wenigsten. Dabei gilt die Sorte als Garant für elegante und langlebige Rotweine und wird darum «Barolo des Südens» genannt.

Rund 10'000 Hektar Aglianico-Reben stehen in Italien. Weil die Rebe vulkanische Böden liebt, konzentrieren sich die Anbaugebiete auf Kampanien mit Neapel, Vesuv und den Phlegräischen Feldern sowie weiter im Landesinneren in der Basilikata.

Monte Vulture

Die Basilikata ist mit etwas über 2000 Hektar das kleinste Anbaugebiet in Süditalien. Doch das Terroir hat es in sich. Hier hat der Monte Vulture zuletzt vor 140'000 Jahren Lava und Feuer gespien. Die fruchtbaren Lavaböden mit einem Anteil an Lehm und Sand sind ideal für Wein- und Olivenanbau.

Zwar sind die Sommer heiss und trocken. Aber wenn es im Winter regnet, verhält sich das poröse Tuffgestein wie ein Schwamm. Es speichert die Niederschläge und gibt das Wasser im Sommer für die Reben frei.

Aglianico wird Mitte Oktober bis in den November hinein gelesen. Die lange Reifezeit und die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht im Herbst garantieren reife Gerbstoffe und elegante, kühle Fruchtaromen.

Einzellagen-Weine

Weil das Landschaftsrelief am Monte Vulture unterschiedlich ist und jedes Tal, jede Hügelflanke unterschiedliche Böden und Mikroklimata aufweist, gibt es im Herkunftsgebiet Aglianico del Vulture rund siebzig verschiedene Einzellagen (Contrade), die von den Winzern teils separat ausgebaut und abgefüllt werden.

Dass die Aglianico-Weine vom Vulture so begehrt sind, liegt auch am Engagement junger Weinmacher-Talente wie Elena Fucci und den Piccin-Brüdern Lorenzo und Andrea.

Die Fucci-Story

Als die sechs Hektar Reben der Familie Fucci im Jahr 2000 verkauft werden sollten, konnte Elena den Gedanken nicht ertragen, das Land rund um das Familienanwesen zu verlieren. Die Fuccis investierten, erweiterten den Keller und kauften Rebberge. Heute gehört die Azienda Agricola zu den besten Weingütern am Vulture.

Für ihren Einzellagen-Wein Titolo erhielt sie schon für den ersten Jahrgang 2004 die begehrten «Tre Bicchieri» des italienischen Weinführers Gambero Rosso.

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Von der Toskana in die Basilikata

Ungewöhnlich ist die Geschichte der Piccin-Familie. Nach zwanzig Jahren Weinproduktion in der Toskana (Vino Nobile di Montepulciano) zogen Cecilia und Fabrizio Piccin in den Süden, gründeten 2004 die Cantina Grifalco und konzentrierten sich voll auf die «wichtigste Traube» des Südens.

Heute führen die Brüder Lorenzo und Andrea das Unternehmen. Sie setzen auf alte Rebbestände und einen sehr behutsamen Fassausbau. Ihre Weine sind balanciert und elegant. Sie duften nach frischen roten Beeren und getrockneten Kräutern.

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