Darum gehts
- Der Cava-Absatz ging in den letzten zwei Jahren stark zurück
- Weil die Lager voll sind, werden weniger Trauben nachgefragt und die Kilo-Preise sinken
- Das weckt bei den Traubenproduzenten Existenzängste
Der Herbst 2026 beschert katalanischen Winzern in der Cava-Region Penedès schöne Trauben, einen guten Ertrag und Existenzängste: Sie erhalten kaum mehr Geld für ihre Trauben. Darum schlossen sich die Verbände der Traubenproduzenten erstmals zusammen, um auf ihre wirtschaftliche Misere aufmerksam zu machen.
Gegenüber der in Barcelona erscheinenden Tageszeitung «La Vanguardia» gaben sich die Verbände Ende August kämpferisch: «Wir werden nicht zulassen, dass die Zukunft des Weinsektors auf Kosten des Ruins derjenigen aufgebaut wird, die die Weinberge bewirtschaften.»
Produktionskosten neu berechnet
Bereits Mitte Juli wurden im Rahmen des 14. Cava-Forums in Vilafranca del Penedès die Kosten für die Produktion eines Kilos Cava-Trauben auf 50 bis 54 Rappen veranschlagt.
Berechnet werden diese Referenzkosten in regelmässigen Abständen vom Incavi, dem katalanischen Institut für Reben und Wein. Dabei werden auch die durchschnittlichen Erträge der letzten fünf bis sechs Jahre berücksichtigt.
Absatzprobleme
Aus den Kosten leiten sich die Traubenpreise ab. Doch schon vor der Lese wurde bekannt, dass viele Cava-Produzenten wegen voller Lager lediglich 24 bis 28 Rappen pro Kilo Trauben bezahlen, sofern sie den Winzern überhaupt die Ernte abnehmen.
Haben Winzer keine langfristigen Lieferverträge, sind ihnen die Hände gebunden: Sie müssen ihre Trauben lesen und zähneknirschend unter Preis verkaufen, um wenigstens einen Teil ihrer Kosten zu decken. Bereits diesen Mai ergab eine Umfrage bei 38 Traubenproduzenten, dass vier Millionen Kilo Trauben noch keine Abnehmer haben.
Mit ein Grund für die aktuelle Misere ist ein massiver Absatzrückgang. 2025 wurden 190 Millionen Flaschen Cava verkauft. 2024 waren es 218 Millionen und 2023 rund 252 Millionen Flaschen.
Bereits ist von «sozialen» Rodungen die Rede. Doch verbuschte, nicht bewirtschaftete Flächen erhöhen die Gefahr von Vegetationsbränden in der Region.